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Leinenf├╝hrigkeit


HILFE !!!
Mein Hund zieht st├Ąndig an der Leine!

Es ist absurd, einem Hund das Ziehen an der Leine abgew├Âhnen zu wollen, indem man selber zieht und an der Leine ruckt ...

Das konkrete Problem:
Familie Meier hat ein Problem: ÔÇ×Labrador BIMBO, 9 Monate, m├Ąnnlich, unkastriert, zieht furchtbar an der Leine. Obwohl wir in eine Hundeschule gehen und er sonst recht folgsam ist, haben wir dieses Problem noch nicht in den Griff bekommen. Meine Frau weigert sich schon, mit dem Hund spazieren zu gehen, weil sie hinterher immer R├╝ckenschmerzen hat. Haben Sie einen Rat?ÔÇť


Mit dem Problem der mangelnden Leinenf├╝hrigkeit stehen viele Tierhalter nicht alleine da. Viele Hundebesitzer klagen dar├╝ber, dass ihr Hund ├╝berm├Ą├čig zieht und die Spazierg├Ąnge deshalb f├╝r Zwei- und Vierbeiner gleicherma├čen unerfreulich und nahezu stressbeladen verlaufen. Tats├Ąchlich gibt es einige einfache Tricks, mit denen der Sache beizukommen ist.

Die richtige Leine verwenden: L├Ąnge & Art der Leine
Zun├Ąchst einmal ├╝berpr├╝fen Sie bitte die L├Ąnge der von Ihnen verwendeten Leine. Viele Hunde werden an so kurzen Leinen gef├╝hrt, dass sie gar nicht anders k├Ânnen als zu ziehen, weil die Leine schon dann zu Ende ist, wenn sie auch nur 1-2 Schritte vorw├Ąrts machen. Eine Leine f├╝r Spazierg├Ąnge in der freien Natur sollte mindestens 3 Meter lang sein, damit der Hund auch einmal links und rechts schn├╝ffeln kann, ohne gleich ziehen zu m├╝ssen. In der Stadt muss es nat├╝rlich schon etwas k├╝rzer sein, aber auch hier sollten Sie darauf achten, dass der Hund eine gewisse ÔÇ×MindestbewegungsfreiheitÔÇť braucht.
Benutzen Sie m├Âglichst keine so genannte Flexileine, wenn Sie dem Hund Leinenf├╝hrigkeit beibringen wollen. Denn beim Einsatz dieser Leine lernt der Hund genau das, was Sie ihm abgew├Âhnen m├Âchten: wenn ich ziehe, geht es weiter. Denn das Prinzip dieser Abrollsysteme ist, dass der Hund einen gewissen Zug auf die Leine aus├╝ben muss, damit sich diese abrollt. Mit anderen Worten: die Belohnung f├╝r das Ziehen folgt auf dem Fu├če, indem der Hund mehr Spielraum bekommt.


Ziehen unerw├╝nscht!
Bei der nun folgenden ├ťbung geht es darum, dem Hund klarzumachen, dass das K├Ârpergef├╝hl des Ziehens nicht erw├╝nscht ist.
Sie gehen mit Ihrem Hund spazieren und sprechen leise und freundlich mit ihm.
Sobald die Leine deutlich auf Zug kommt, bleiben Sie ruhig stehen und warten ab. Bitte locken Sie ihn nicht, reden Sie nicht mit ihm, warten Sie einfach ab. ├ťber kurz oder lang (manchmal ist am Anfang etwas Geduld gefragt) wird sich Ihr Hund nach Ihnen umdrehen, um herauszufinden, warum es nicht weitergeht. In diesem Augenblick lockert sich die angespannte Leine, und genau diesen Moment m├╝ssen Sie abpassen, um Ihren Hund zu loben.
Dann gehen Sie mit ihm in die exakt andere Richtung als die, in die er gezogen hatte. Diese ├ťbungen wiederholen Sie mehrfach ÔÇô aber bitte mit Ruhe und Geduld.
Der Hund lernt nun folgendes: ÔÇ×.. bei Zug auf der Leine kommt alles zum Stillstand, und anschlie├čend gehen wir genau in die andere Richtung, als ich eigentlich wollte. Solange kein Zug auf der Leine ist, werde ich gelobt und es geht weiter.ÔÇť
Um Ihrem Hund die ├ťbung nicht unn├Âtig schwer zu machen, sollten Sie besonders anfangs darauf achten, dass er sich ausgetobt hat, bevor Sie beginnen.


Nicht ziehen! Auch nicht Sie!
Folgende Punkte sollten Sie selbst beim ├ťben beachten:
Rucken oder Zupfen Sie keinesfalls selbst an der Leine. Abgesehen davon, dass dies f├╝r die empfindliche Halswirbels├Ąule und den Kehlkopf gef├Ąhrlich sein kann, ist es geradezu absurd, einem Hund vermitteln zu wollen, dass er nicht ziehen soll, indem man es selbst tut. Das Gleiche gilt nat├╝rlich, wenn Ihr Hund irgendwo stehen bleibt, endlos schn├╝ffelt und nicht weiter gehen will. Fordern Sie ihn ├╝ber Worte und eine einladende Handbewegung auf, mit Ihnen weiter zu gehen, aber ziehen oder rucken Sie nicht.
Das Weitergehen auf Kommando k├Ânnen Sie ├╝brigens ganz einfach gezielt ein├╝ben. Benutzen Sie immer das gleiche Wort, wie zum Beispiel ÔÇ×weiterÔÇť, und machen Sie dazu eine einladende Handbewegung.
Gehen Sie auf eine Wiese, leinen Sie den Hund ab und geben Sie ihm gelegentlich H├Âr- und Sichtzeichen ÔÇ×weiterÔÇť in freundlichem, aufforderndem Ton. Gehen Sie dabei auch wirklich los!
Ein Hund richtet sich mehr nach der K├Ârpersprache des Menschen als nach dem gesprochenen Wort. Wenn Sie also ÔÇ×weiterÔÇť sagen, dabei aber stehen bleiben, signalisieren Sie Ihrem Hund, dass es eben noch nicht wirklich an der Zeit ist, weiter zu gehen.
Setzt er sich dann in Bewegung, geben Sie entweder ein Leckerchen, machen Sie ein kleines Rennspiel mit ihm oder tun Sie etwas anderes, was Ihr Hund als Belohnung empfindet. Und sicher schon bald wird Ihr Hund auf das Kommando ÔÇ×weiterÔÇť prompt und erfreut reagieren.


Nicht st├Ąndig ÔÇ×Fu├čÔÇť!
Noch ein Rat zum Schluss. Manche Hundef├╝hrer ├╝bertreiben es ein bisschen mit der vom Vierbeiner geforderten Leinenf├╝hrigkeit, indem Sie entweder den kleinsten Druck nach vorne als Ziehen definieren oder den Hund st├Ąndig im Kommando ÔÇ×bei Fu├čÔÇť f├╝hren. Von beidem ist absolut abzuraten, denn wenn er kurz das Ende der Leine erreicht, ist dies kein wirkliches Ziehen und sollte deshalb mit Gelassenheit betrachtet werden, und wenn der Hund im Dauerkommando ÔÇ×bei Fu├čÔÇť laufen muss, er nicht schn├╝ffeln und auch mal verweilen darf, ist das Ausf├╝hren keine wirkliche Freude f├╝r ihn. Und wo dies erlaubt und m├Âglich ist, sollten Sie ihn zwischendrin auch mal ableinen, damit er sich nach Herzenslust austoben kann.

Wir w├╝nschen Ihnen und Ihrem Hund viel Erfolg beim ├ťben und f├╝r die Zukunft viele entspannte Spazierg├Ąnge mit und ohne Leine.