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√ľber Frettchen



Das Frettchen (Mustela Putorius Furo) ist die domestizierte Form des wilden, freilebenden europäischen Waldiltis (Mustela Putorius). Das Iltisfrettchen, (Bild) ist eine Kreuzung zwischen einem Iltis und einem Albinofrettchen. Die Fellfarbe und Zeichnungen erinnern sehr an den wilden Iltis. Der wohl elementarste Unterschied zwischen einem Frettchen und einem wilden Iltis besteht darin, das Frettchen KEINE Einzelgänger, sondern gesellige Rudeltiere sind. Daher sollten sie mindestens zu ZWEIT gehalten werden.
Frettchen sind keine Wildtiere, sondern wurden aus wilden Iltissen gez√ľchtet. Wie Iltis, Marder und Wiesel geh√∂ren sie zur Familie der Marder und sind kleine Landraubtiere.


Seit dem 14. Jahrhundert ist das Frettchen in Europa als Helfer bei der Jagd bekannt. Bis ins 19. Jahrhundert hinein hielt man Frettchen auf den Grundst√ľcken, um der Ratten und M√§use Herr zu werden. Erst in dieser Zeit √ľbernahm mehr und mehr die Katze diese Aufgaben.
Auch heute noch wird die Jagd mit Frettchen (Frettieren) betrieben, allerdings in recht geringem Maße.
Frettchen werden heute zum größten Teil als Haustiere gehalten und können in Gefangenschaft sehr zutraulich und handzahm werden.


Frettchen-Steckbrief
R√ľde: Gr√∂√üe ohne Schwanz 35-50cm / Gewicht: 1.000 bis √ľber 2.000 g
Fähe: Größe ohne Schwanz 30-40cm / Gewicht: 500 bis 1000 g
Alter: durchschnittlich 8-10 Jahre

Nach einer Tragzeit von sechs Wochen bringt das Frettchenweibchen vier bis zehn Junge zur Welt. Sie werden blind geboren.
Im Alter von drei Wochen fressen die Jungen schon feste Nahrung.
Etwa eine Woche später öffnen sie die Augen.


Frettchen haben einen schlanken, langgezogenen K√∂rper und an jedem ihrer kurzen, kr√§ftigen Beine haben Frettchen f√ľnf Zehen mit Krallen. Ihr langer, buschiger Schwanz ist knapp halb so lang wie der K√∂rper. Der Kopf tr√§gt kleine, runde Ohren und eine abgerundete Schnauze. Frettchen k√∂nnen nicht besonders gut sehen: Kein Wunder, denn ihre Vorfahren sind √ľberwiegend in der Nacht aktiv und leben und jagen meist in unterirdischen Bauten. Deshalb ist es f√ľr sie viel wichtiger, gut zu h√∂ren und zu riechen. Au√üerdem haben sie √ľberall im Gesicht Tasthaare.

Durch intensive Weiterz√ľchtung sind inzwischen unterschiedliche Varianten von Fellzeichnungen entstanden. Der Haarwechsel eines Frettchens findet zweimal im Jahr statt. Das Winterhaar ist wesentlich flauschiger, dichter und l√§nger als das Sommerhaar. Sowohl die Unterwolle als auch das Grannenhaar werden gewechselt. Bei Frettchen, die im Freien gehalten werden, ist der Haarwechsel wesentlich intensiver.
Iltis- oder Wildfarben, dunkelbraune Grannenhaare, Unterwolle weiß bis cremefarbig
Albinos, Fell weiß bis cremefarbig, rote Augen
Siam- oder Zimtfarben, hellbraune bis caramelfarbene Grannenhaar, Unterwolle gelblich, schwarze oder burgunderfarbene Augen
Harlekin, siam- oder iltisfarben mit weißem Kehlfleck und weißen Pfoten
Panda, hellbraun, dunkle Augen, werden mit jedem Fellwechsel heller

Stinken Frettchen denn nicht?
... das ist oft die erste Frage oder Reaktion auf Frettchen als Haustiere.
Frettchen haben einen typischen Wildgeruch. Bei R√ľden ist dieser st√§rker ausgepr√§gt als bei F√§hen. Mit dem Beginn der Geschlechtsreife nimmt auch der Geruch zu und der R√ľde beginnt, sein Revier zu markieren. In dieser Zeit ‚Äěstinkt‚Äú der R√ľde, das ist kaum zu leugnen. Jedoch: Die meisten als Haustier gehaltenen Frettchen werden kastriert. Bei kastrierten Tieren, egal ob R√ľde oder F√§he, geht der Geruch auf ein Minimum zur√ľck und es bleibt nur ein leichter Eigengeruch, wie ihn auch Hunde oder Kaninchen haben. Den besten Eindruck gewinnt man, wenn man zu einem Frettchenhalter zu Besuch kommen darf.
Die Analdr√ľsen der Frettchen entleeren sich bei Angst oder durch Erschrecken und der Geruch ist absolut abstossend (erinnert an eine Mischung aus faulen Eiern und saurem Schwei√ü), ist jedoch nach einigen Minuten wieder verflogen.
Es ist laut Tierschutzgesetz verboten, die Analdr√ľsen entfernen zu lassen!

Bevor man sich entschließt, sich Frettchen als Hausgäste anzuschaffen, sollten einige Punkte beachtet und gut durchdacht werden, um die Tiere artgerecht zu halten und viel Freude an und mit ihnen zu haben. Diese Fragen sollten schon im Vorfeld mit allen Familienmitgliedern genauestens, und keinesfalls blauäugig, abgeklärt werden:
Frettchen sind kleine, putzige und gesellige Kobolde. Absolut Nichts ist vor ihnen sicher, kein Papierkorb, kein offener Schrank, kein Tisch und auch keine Blumenk√ľbel. Wenn das Frettchen seinen Freilauf in der Wohnung hat, m√ľssen Schr√§nke, Schubladen, Waschmaschine, Geschirrsp√ľler usw. fest verschlossen sein. Frettchen k√∂nnen sogar T√ľrchen √∂ffnen. Sie m√∂chten toben, tollen, spielen, klettern und sich verstecken. Dazu eignet sich sehr gut ein Katzenkratzbaum. Auch Regalbretter zum Klettern sind beliebt, kleine Gummib√§lle zum hinterherjagen und einfach alles, was sich bewegt, gerollt und geschubst werden kann ..... ! Haben Sie daf√ľr die n√∂tige Ausdauer, um den Tieren diese Eigenschaften ausleben zu lassen ?
Sind alle Familienmitglieder mit der Entscheidung der Anschaffung einverstanden ?
Bei Mietwohnungen: Ist der Vermieter einverstanden?
Was passiert während eines längeren Urlaubs oder Krankenhausaufenthaltes mit dem Tier?
Frettchen stellen hohe Anspr√ľche an Pflege und Futter, welche auch einige Kosten mit sich ziehen, k√∂nnen Sie diesen gerecht werden?
Frettchen sind Raubtiere. Deshalb brauchen sie sich wenige Sorgen um Ihre Kabel machen, aber können Sie damit umgehen, wenn Ihre Frettchen Sie im Spiel, oder durch Missverständnisse mal zwicken oder beißen?
Haben Sie gen√ľgend Zeit, den Frettchen t√§glich mehrst√ľndigen Auslauf zu g√∂nnen. Da kann auch schon mal was kaputt gehen. Sind sie bereit dem kleinen Kobold das zu verzeihen, ebenso wenn sie sich mal auf dem Teppich auslassen, denn Frettchen werden nicht 100%ig stubenrein?
Frettchen sind keine Spieltiere f√ľr kleine Kinder! Man kann Kinder aber langsam mit einem Frettchen vertraut machen, wenn sie ca. 12 Jahre alt sind. Unterrichten sie ihre Kinder √ľber die Eigenarten und Verhaltensweisen der Frettchen. Bei falscher Handhabung kann es sonst aus Angst oder Erschrockenheit zubeissen.
Ist es platzm√§√üig m√∂glich, einen entsprechend ger√§umigen K√§fig (mindestens 3 m2) in der Wohnung zu plazieren (diese gibt es nicht ‚Äúvon der Stange‚ÄĚ !), evtl. ein eigenes Zimmer f√ľr die Tiere einzurichten oder auch die M√∂glichkeit, im Garten einen K√§fig aufzustellen?
Ist ein Tierarzt (mit Notdienst !)in erreichbarer Nähe, der sich auf Frettchen versteht ?
Sind Sie bereit, mit der (Un)Ordnung eines Frettchens zu leben, und das 10 Jahre lang?

Wichtig:

Es ist unbedingt empfehlenswert, sich vor der Anschaffung das Leben mit Frettchen einmal ‚Äúlive‚ÄĚ anzusehen. Viele Halter sind gerne bereit, den Neulingen Einblick in das organisierte Chaos zu gew√§hren. Und ganz nebenbei erf√§hrt man bei dieser Gelegenheit von Frettchen-Fans auch noch allerlei, was bestimmt in keinem Fachbuch nachzulesen ist!
u n d

Als Halter von Frettchen braucht man ein ordentliches Ma√ü an Humor und eine gewisse Vorliebe f√ľr Chaos. Von der Ordnung, die man sich in den eigenen vier W√§nden geschaffen hat, kann man sich zu gro√üen Teilen verabschieden.
Fazit: diese Tiere sind nichts f√ľr pedantische Ordnungsfanatiker!!
Aber sie machen durch ihr fröhliches und keckes Wesen jeden eventuell verursachten Sachschaden wieder wett!!!


Mit welchen Kosten ist zu rechnen ?

Ein Frettchen ist kein g√ľnstiges Haustier, denn es braucht viel Pflege, Aufmerksamkeit und wird keinesfalls mit Tischresten ern√§hrt.
Der Preis f√ľr einen Welpen, ein Jungtier oder auch ein erwachsenes Frettchen kann zwischen 50 und 100‚ā¨ liegen. Bei besonders seltenen Farbschl√§gen kann der Preis noch weiter nach oben steigen.
Wir, wie auch Tierheime vermitteln Frettchen nur gegen Schutzvertrag und eine ‚ÄěSchutzgeb√ľhr‚Äú in H√∂he von 95 Euro. Unsere Abgabetiere werden bei Aufnahme allerdings auch vom Tierarzt durchgecheckt, gegebenenfalls geimpft, entwurmt und kastriert.
Die Futterkosten k√∂nnen, je nachdem f√ľr welches Futter man sich entscheidet, 1‚Äď2 Euro pro Tag und Frettchen betragen. Hinzu kommt noch Gem√ľse, Frischfleisch, Leckerlies und was Ihr R√§uber noch so mag.


Augen auf, beim Frettchenkauf !

Damit sie kein krankes oder bissiges Frettchen erwerben, sollten Sie auf die folgenden Punkte beim Kauf eines Frettchens achten:
Nehmen Sie sich Zeit beim Aussuchen Ihres neuen Familienmitgliedes, Sie sollen ja zusammenpassen. Schauen Sie sich ruhig Frettchen bei verschiedenen Z√ľchtern, Frettchenhilfen oder Tierliebhabern an. Auch im Tierheim sitzen oft Frettchen, die sich √ľber ein neues Heim, in dem sie Liebe erfahren d√ľrfen, freuen w√ľrden.
Ein gesundes Frettchen wird munter und lebhaft auf Sie zukommen, um Sie zu begr√ľ√üen.
Der Blick sollte klar sein. Die Augen d√ľrfen nicht tr√§nen, verklebt sein oder Wunden aufweisen.
Das Fell sollte glänzend sein und frei von Ungeziefer.
Es darf kein sichtbarer Dreck und Staub im Fell hängen. Sollte das Fell stark haaren, kahle Stellen oder Bisswunden aufweisen, könnte das auf eine Krankheit hinweisen.
Wenn das Frettchen teilnahmslos in seinem K√§fig sitzt und sie zur Begr√ľ√üung anfaucht, ist dies auch ein Zeichen f√ľr schlechte Haltung.
Die Ohren, sowie Krallen sollten auch keinen Schmutz und Ungeziefer aufweisen.
Achten Sie auch auf die Toilette. Besteht der Kot aus einem festen Strang, ist er ok. Sollte es jedoch nach einem matschigen Haufen aussehen, achten sie auch auf den After der Frettchen. Ist er mit Kot beschmiert, wird das Frettchen eine Durchfallerkrankung haben.
Ebenso d√ľrfen Welpen nicht unter 8 Wochen abgegeben werden, da sie in der Zeit noch auf den Schutz und die Milch der Mutter, sowie auf die Rauferein der Geschwister angewiesen sind, um sich gut zu entwickeln und zu sozialisieren.
Vorsicht sei auch Geboten, wenn Ihnen der Z√ľchter seine "so geliebten Tiere" mit Handschuhen vorstellt.
Vom Kauf solcher Tiere, bei denen sie einer dieser Punkte feststellen, sollten Sie, auch wenn es schwer fällt, Abstand nehmen. Denn solche Tiere bekommt man in der Regel, gerade als Anfänger selten wieder zahm und zutraulich.


Frettchen sind keine Einzelgänger!!
Sie f√ľhlen sich im Rudel am wohlsten, toben miteinander, veranstalten allerhand Unsinn und kuscheln gerne zusammen.
Frettchen m√ľssen unbedingt paarweise gehalten werden, noch optimaler aber ist es, sich f√ľr 3 Tiere zu entscheiden. Da Frettchen ihre Freundschaften sehr pflegen, leiden sie darunter, wenn ihr bester Kumpel krank oder m√∂glicherweise √ľberhaupt nicht mehr da ist. Im Dreier-Pack ist da vieles einfacher. Es gibt auch keine Revierk√§mpfe und Futterneid untereinander. Eine Ausnahme bildet lediglich die Haltung von mehreren unkastrierten R√ľden.


Weibchen oder Männchen???
Nachdem man sich entschieden ein Frettchen aufzunehmen, stellt sich bereits die n√§chste Frage: M√§nnchen oder Weibchen? Bei Frettchen hei√üt es allerdings richtig R√ľde oder F√§he.
Im Grunde ist es eine reine Geschmacksfrage, ob man einen R√ľden oder eine F√§he aufnimmt. Chaotisch sind beide, zahm werden sie gleicherma√üen und stellen auch die gleichen Anforderungen an Aufmerksamkeit, Pflege, K√§figgr√∂√üe und F√ľtterung.
Man kann sowohl P√§rchen als auch mehrere gleichgeschlechtliche Tiere gemeinsam halten, mit Ausnahme der R√ľden - siehe oben. Auch bei der Haltung von mehreren Weibchen l√§uft meistens alles ohne "Zicken-Stress" ab.
R√ľden sind wesentlich kr√§ftiger und gr√∂√üer als F√§hen. Sie erreichen eine Gr√∂√üe von ca. 40 bis 50cm, bei einem Gewicht von ca. 1100 bis 2000 Gramm.
F√§hen werden dagegen nur ca. 25 ‚Äď 40 cm gro√ü und wiegen ungef√§hr 550 ‚Äď 850 g.
Bei einem R√ľden sind die Analdr√ľsen st√§rker ausgebildet als bei einer F√§he. Das f√ľhrt bei einem unkastrierten Tier zu einer st√§rkeren Geruchsbel√§stigung. Nach der Kastration verfliegt der Geruch allerdings und es bleibt nur, der f√ľr Frettchen typische, Wildgeruch.
Am besten Sie lassen einfach die Frettchen entscheiden, welches mit Ihnen gehen möchte!


Welpen oder erwachsene Tiere???
Welpen sollte man nur direkt beim Z√ľchter kaufen. Dort kann man schon an der Haltung sehen, ob der Z√ľchter verantwortungsvoll mit den Tieren umgeht oder nur ‚Äúauf Masse macht‚ÄĚ. G√ľnstig ist die Anschaffung von Wurfgeschwistern. So erspart man sich die Zusammengew√∂hnung, die manchmal nicht ganz einfach ist.
So niedlich die Frettchen-Welpen auch sind, sollte man sich aber auch bei dieser Tierart eher f√ľr ‚ÄúNotfalltiere‚ÄĚ als f√ľr junge Zuchttiere entscheiden.
Erwachsene Tiere sind genauso lebenslustig und machen ebenso viel Unsinn wie Freude.
Die Abgabetiere in den Tierheimen leben oft unter sehr ung√ľnstigen Bedingungen und nicht jeder Pfleger hat Verst√§ndnis f√ľr die kleinen Rabauken. Sie alle haben eine zweite Chance verdient!
Oftmals kann man im Tierheim oder √ľber Frettchenclubs auch mehrere erwachsene Tiere erhalten, die sich schon l√§ngere Zeit kennen. Dadurch f√§llt der ‚ÄúZusammenf√ľhrungstress‚ÄĚ weg, wenn sie zu ihren neuen Menschen kommen.

eine der Lieblingsbeschäftigungen: Kuscheln


Wie verstehen sich Frettchen mit anderen Haustieren ?
Frettchen sind sehr gesellige Tiere und vertragen sich im allgemeinen sehr gut mit Katzen (was umgekehrt nicht unbedingt der Fall sein muß ! - Vorsicht bitte auch bei Hunden, den gegen einen Hundebiss ist ein Frettchen chancenlos !)
Bei V√∂geln und Nagern ist gr√∂√üte Vorsicht geboten, denn sie sind f√ľr Frettchen lebende Leckerlis. Den Frettchen gelingt es problemlos, K√§figt√ľren zu √∂ffnen!!
Fische sind eigentlich kein Problem. Allerdings mu√ü man darauf achten, da√ü das Aquarium f√ľr die Frettchen nicht ohne weiteres erreichbar und vor allen Dingen immer abgedeckt ist (Gefahr des Ertrinkens!)


Richtige Haltung und Behausung

Unbedingt notwendig ist ein sehr ger√§umiger K√§fig mit wenigstens einer Klokiste und einem Schlafplatz. Hat der K√§fig mehrere Etagen, m√ľssen mehrere Klokisten aufgestellt werden. Frettchen haben weite Wege f√ľr ihre ‚ÄúGesch√§fte‚ÄĚ nicht gern, zumal diese oftmals im Halbschlaf erledigt werden. Die Kiste sollte am K√§fig befestigt werden, denn die R√§uber ziehen gerne damit durch die Gegend (es poltert so sch√∂n) und benutzen ihre Ecke auch ohne Kiste.
Der K√§fig muss mindestens 1x pro Woche einschlie√ülich allen Inventars gr√ľndlich gereinigt werden, die Toilette t√§glich. Hei√ües Wasser mit einem Schuss Sp√ľlmittel reicht (bitte keine Desinfektionsmittel verwenden!). Bei dieser Gelegenheit werden auch gleich Kuschelt√ľcher und H√§ngematten ausgetauscht.


Der Schlafplatz kann aus einem kompletten H√§uschen, einer gr√∂√üeren Kiste oder einer gem√ľtlichen H√§ngematte bestehen. Besser ist die Kombination von mehreren M√∂glichkeiten. So findet jeder seinen Lieblingsplatz. Wichtig f√ľr H√§uschen und Kiste sind ein paar flauschige Teile zum Einkuscheln. Alte T-Shirts, Baumwollt√ľcher und √§hnliches erf√ľllen den gleichen Zweck.


Wird ein Frettchen stubenrein ???
Frettchen sind sehr reinliche Tiere. Im allgemeinen nutzen sie auch ihre Klosettkiste. Man kann aber nicht davon ausgehen, dass sie 100%ig stubenrein werden. Ist der Weg zur ‚ÄúKiste‚ÄĚ zu weit oder man gerade mit etwas ‚ÄúWichtigem‚ÄĚ besch√§ftigt, kann das Gesch√§ft schon mal daneben gehen. Wie empfehlen, mehrere Kisten √ľber die Wohnung verteilt aufzustellen. Das ist nat√ľrlich noch keine Garantie, denn Frettchen suchen sich "ihre" Ecken selbst aus. Und das sind oftmals solche, wo keine Kiste hinpasst. Hinter der T√ľr oder zwischen Schrank und Wand zum Beispiel. Da helfen gr√∂√üere Mengen K√ľchenrollen. Auch kann man Kuschelt√ľcher oder Leckerlis an diese Stellen legen. Vielleicht hat hat man Gl√ľck !
Toilette täglich säubern !
Als F√ľllung eignet sich Katzenstreu am besten. S√§gesp√§ne und √§hnliches werden zu sehr breitgetragen und k√∂nnen auch ins Futter geschleppt werden. Ein Darmverschluss kann die unerw√ľnschte Folge sein.

eine normale Katzentoilette eignet sich optimal...

Sehr beliebt bei Frettchen sind auch ‚ÄúProtest-H√§ufchen‚ÄĚ. Wenn eine T√ľr partout nicht aufgehen will, setzt man halt einen Haufen und schon holt mein Mensch den Lappen und die T√ľr geht auf. Funktioniert!

Als Futtern√§pfe eignen sich besonders gut Schalen aus Steingut. Diese sind relativ schwer und dadurch umwurfsicher und lassen sich auch in der Sp√ľlmaschine reinigen. F√ľr Wasser kann man Nippelflaschen aufh√§ngen oder kleine N√§pfe aus dem Zoohandel, die ins Gitter eingeklemmt werden. Alles andere f√ľhrt unweigerlich zu ‚ÄúLand unter‚ÄĚ im K√§fig.

Wichtig ist au√üerdem eine Transportbox, u.a. f√ľr den Besuch beim Tierarzt, ein Notk√§fig f√ľr den Fall, das eins der lieben Kleinen mal besonderer Ruhe bedarf, und f√ľr die ‚Äúgro√üen Spazierg√§nge‚ÄĚ ein Laufgeschirr (pro Nase).


Sicherheit !
Frettchen sind sehr aufgeweckte und neugierige Tiere. Deshalb sollte die Wohnung/Haus vor dem Einzug der Tierchen "frettchensicher" gemacht werden. Das betrifft in erster Linie die Zugangsmöglichkeiten hinter Schränke (auch von oben!).
F√ľr Frettchen ist es herrlich, in die schmalsten Ritzen zu kriechen und m√∂glicherweise dahinter noch eine sch√∂ne Kuschelh√∂hle zum Schlafen zu finden. Ob die Menschen es auch so herrlich finden, allabendlich ihren Kleiderschrank auseinanderzubauen, um den Iltis im Tiefschlaf freizuschaufeln, mag jeder f√ľr sich entscheiden...


Es ist soweit: die Frettchen ziehen ein!
Wenn der Tag endlich gekommen ist, andem Sie Ihren neuen Liebling √ľbernehmen, denken Sie an eine vern√ľnftige Transportbox, in dem das Frettchen w√§hrend des Transports sicher aufgehoben ist. Nehmen Sie es nicht auf den Scho√ü, da es da zu unruhig sein wird und es so gleich lernt, dass ihm in der Box nichts passiert, wenn es sp√§ter mal zum Tierarzt oder auf Ausfl√ľge geht. Streicheln Sie es viel und reden Sie es ruhig mit Namen an, damit es sich schon einmal daran gew√∂hnt.
Zu Hause angekommen, steht der K√§fig nat√ľrlich schon komplett eingerichtet an einem hellen, freundlichen Ort ohne Zugluft. Setzen Sie es zuerst einmal in seine neuen, eigenen vier W√§nde und g√∂nnen Sie ihm etwas Ruhe, um das neue Reich ersteinmal beschnuppern und erkunden zu k√∂nnen.
Am folgenden Tag können Sie es dann herausnehmen und ihm auf Ihrem Arm die neue Umgebung zeigen. Wenn Sie es selbständig den frettchensicheren Raum erkunden lassen möchten, setzen Sie es zuerst in eines der Toiletten (stellen Sie mehrere in einem Raum auf), damit es sich den Standort gleich einprägen kann.
Sie werden merken, dass es, wenn es sich wohl f√ľhlt, schnell keckernd herumspringen wird.
Wenn es sich etwas ausgetobt hat, nehmen Sie es immer wieder auf den Arm, damit sich das Frettchen an Sie und seine neuen Mitbewohner gewöhnt. Diesen Kontakt braucht das Frettchen gerade in der Eingewöhnungszeit sehr intensiv, um Vertrauen zu Ihnen zu fassen und zutraulich wird.
Halten Sie neugierige Bekannte die ersten Tage auch noch zur√ľck von dem Kleinen. Denn die ersten Tage sind SIE wichtig f√ľr den Kleinen. Nach der Eingew√∂hnung, wird es sich auch freuen, neue Leute zum Spielen kennenzulernen.

Haben sich die Frettchen einigermassen eingelebt (was normalerweise recht rasch erfolgt), √ľberrollen sie die Wohnung wie eine Invasion!
Sie passen √ľberall drunter, dahinter und rauf. Wenn letzteres aus eigenem Antrieb nicht gelingt, wird der Umweg √ľber St√ľhle, Sessel und Kommoden oder aber die Beine seines Menschen genutzt. Am Ziel der W√ľnsche angekommen, wird alles genau untersucht, hin- und hergeschoben, hochgehoben oder heruntergesto√üen. Man muss schlie√ülich sehen, womit man es zu tun hat! Dabei spielt es √ľberhaupt keine Rolle, wie gro√ü und schwer das auserw√§hlte St√ľck ist. Es kann sich dabei um einen vollen M√ľlleimer, die gutsortierte Sammlung sch√∂ngeistiger Literatur, die Klob√ľrste oder das Faxger√§t handeln - alles kein Problem!
Ganz besonders gern ziehen Frettchen bei Pflanzenfreunden ein. Das kommt ihren Ambitionen als Hobbyg√§rtner sehr entgehen! Um gr√∂√üeres Unheil zu vermeiden, empfehlen wir, die Pflanzen durch Kaninchendraht zu sch√ľtzen und g√ľnstigstenfalls die Fensterb√§nke zu r√§umen. Ihre Frettchen erledigen das mit Sicherheit...


Kann man Frettchen erziehen ?
Das Wesen des Frettchens ist √§hnlich dem der Katzen. Mit der Erziehung verh√§lt es sich ebenso. Wer von seinem Tier unbedingten Gehorsam erwartet, wird von einem Frettchen herb entt√§uscht werden. Frettchen h√∂ren nicht aufs Wort, schon gar nicht aufs Erste. Wenn sie zu ihren Menschen kommen, dann eben weil es ihnen gerade so gef√§llt. Genauso gut k√∂nnen sie uns total ignorieren, wenn sie im Moment ‚ÄúInteressanteres‚ÄĚ zu erledigen haben.
Man kann einem Frettchen auch nichts verbieten. Jeder Versuch Ihrerseits wird wahrscheinlich kl√§glich scheitern ! Am einfachsten f√ľr alle Beteiligten ist es, das Objekt der Begierde aus dem erreichbaren Feld zu r√§umen.
Ob ein Frettchen auf seinen Rufnamen hört, wird ebenfalls von Fall zu Fall entschieden. Sicherlich spielt dabei auch die Neugierde und der Tonfall des Menschen eine gewichtige Rolle - mit echtem Gehorsam hat es allerdings wenig zu tun !

Welches Spielzeug ist passend ?
Das im Handel angebotene Katzenspielzeug eignet sich nat√ľrlich auch f√ľr Frettchen sehr gut. Oft werden die Dinge aber nur "gebunkert". Ein Karton mit mehreren L√∂chern und voller Zeitungsschnipsel, eine leere Cremedose (zugeschraubt), eine Bodenvase, die man umgekippt als H√∂hle nutzen kann, Papiert√ľten mit mehreren L√∂chern, ein Korb voll Schmutzw√§sche oder eine leere Pappschachtel sind bessere M√∂glichkeiten.

Tolle Sache: Ausfl√ľge ins Freie und Spazierg√§nge
Die meisten Frettchen lieben und geniessen Spaziergänge im Wald, am Strand oder auf Wiesen.
H√§ufig tritt die Frage auf, ob Frettchen denn auch ohne Leine mitlaufen w√ľrden? Wir w√ľrden es nicht testen wollen, auch wenn einige Frettchen fallweise, relativ gut auf ihren Namen h√∂ren. Sie sind Raubtiere und zu dem extrem neugierig. Wenn drei Meter weiter ein Blatt raschelt, rennen sie dorthin, wenn 10m weiter ein anderes raschelt rennen sie dorthin und irgendwann w√§ren sie wahrscheinlich verschwunden.
Deshalb nehmen Sie lieber eine Leine.
F√ľr das Frettchen ist ein Spaziergang im Freien immer ein besonderes Erlebnis. Man sollte sich als Mensch aber von den eigenen Vorstellungen √ľber einen Spaziergang trennen. F√ľr unsere Kobolde gilt: Der Weg ist das Ziel! So ein Spaziergang kann durchaus eine Stunde oder l√§nger dauern, aber man kommt keine 500 Meter weit. Frettchen m√ľssen jeden Stein, jedes Grasb√ľschel und jeden Strauch untersuchen. Und auch √ľberall nachsehen, was ‚Äúdarunter‚ÄĚ ist. Wenn sie dann erst mal bis zur H√ľfte verschwunden sind, sollte man sich in Geduld fassen. Schlie√ülich sind wir zur Freude unserer Vierbeiner drau√üen...

Vor dem ersten Ausflug sollte man das Frettchen an das Tragen des Laufgeschirrs gewöhnen. Zuerst mal in der Wohnung zur Probe anlegen und kurze Zeit damit laufen lassen. Es kann passieren, dass die lieben Kleinen sich beim ersten Mal ein bisschen aufbäumen, aber wenn sie den Sinn der Maßnahme erkannt haben, gibt sich der Widerstand sehr bald.
Die handels√ľblichen Geschirre werden auch meist mit einer Schelle am Halsband angeboten. Wir finden das nicht so gut, denn uns w√§re es sicher auch nicht recht, mit dem L√§rm einer Kirchenglocke am Hals durch die Gegend zu rennen.

Jedes Frettchen sollte sein eigenes Geschirr besitzen. Es ist dann gr√∂√üenm√§√üig genau auf das Tier eingestellt und somit werden Pannen vermieden. Das Geschirr sollte relativ fest anliegen, sonst kann es passieren, dass die flinken Tierchen bei Unmut blitzschnell den R√ľckw√§rtsgang einschalten und nach hinten rausrutschen. Den richtigen Sitz sollte man bereits in den sicheren vier W√§nden bereits einstellen. Die Laufleinen der handels√ľblichen Frettchengeschirre sind eindeutig zu kurz. Wir empfehlen eine variable Leine, so lange wie m√∂glich. Auch wenn der Verk√§ufer im Zooladen etwas ungl√§ubig guckt bei der Antwort auf seine Frage: ‚ÄúWie schwer ist denn das Tier?‚ÄĚ ‚Äú750 Gramm.‚ÄĚ

Beim Spaziergang mit mehreren Frettchen sollte man auch die entsprechende Anzahl Menschen zur Hand haben. Eventuell geht es noch mit 2 Tieren zugleich, aber man muss davon ausgehen, dass jedes grunds√§tzlich in eine andere Richtung will. Die Aus√ľbung von Druck f√ľhrt unweigerlich auch bei Frettchen zu Unmut - siehe oben.
Stra√üen und gepflasterte Gehwege sind nicht das Richtige f√ľr einen Spaziergang. G√§rten, Parks und W√§lder sind ideal, denn da gibt es viel zu entdecken und erschnuppern. Vorsicht ist jedoch bei der Begegnung mit fremden Hunden geboten!!


Autsch !! Mein Frettchen beißt !
Bei Frettchenwelpen muss man zu Anfang damit rechnen, dass man auch Bekanntschaft mit ihren spitzen Zähnen macht. Da kann auch schon mal Blut fließen, aber da muss man durch als Mensch. Woher soll so ein kleines Kerlchen auch wissen, daß sein Mensch nicht so ein dichtes Fell hat wie seine Geschwister! Hier heißt es in allererster Linie: Ruhe bewahren!!! Manchmal hilft es, dem Frettchen ins Gesicht zu pusten. Auch kräftiges Fauchen hat sich schon bewehrt. Auf keinen Fall in Panik verfallen oder gar das Tier schlagen!! Man erreicht damit nichts - das Frettchen wird höchstens scheu.

.... mir kann ohnehin niemand böse sein !!

Wenn die S√ľ√üen nur in die Haut zwicken, hilft es, die geballte Faust gegen die krause Nase zu schieben. Falls sie da noch mal nachhaken, haben sie keine gro√üe Angriffsfl√§che und es tut auch nicht halb so weh. Sp√§ter reicht es, leicht mit dem Finger gegen die Nase zu stupsen.
Wann ‚Äúsp√§ter‚ÄĚ ist, wird jedes Frettchen f√ľr sich entscheiden. Und auch, wen es gerne weiter zwickt und wen nicht. Es gibt auch bei den Frettchen ausgesprochen gutm√ľtige Vertreter. Aber es gibt auch kleine Zwick-Teufel, die halt auch ein bisschen Spa√ü daran haben ihren Menschen zu sikieren. Sollte man Besitzer eines solchen sein, hilft nur viel Humor. Und man kann sich damit arrangieren, denn schlie√ülich kennt man ja sein Tier... Besucher sollte man aber auf die besondere Vorliebe seines Vierbeiners aufmerksam machen.
Frettchen lieben es besonders, in nackte oder leicht bestrumpfte F√ľ√üe und in Unterarme zu zwicken. Aber damit muss man leben - das ist einfach so und auch nicht abzugew√∂hnen.

Wen die Kleinen ganz besonders ins Herz geschlossen haben, dem putzen sie gern die Ohren.
Viele Frettchen k√ľssen auch leidenschaftlich gern.
Da wird auch schon mal das ganze Gesicht abgeleckt vor lauter Liebe. Gelegentlich hat die Nase des Menschen aber doch etwas mehr zu leiden.
Es sind aber sicher nur Freudentränen, die einem wahren Frettchenfan dann in die Augen schießen !



Ein neues Frettchen kommt dazu ...
Soll die Frettchenbande vergr√∂√üert werden, muss man die Tiere zuerst behutsam aneinander gew√∂hnen. Sehr g√ľnstig w√§re es, wenn sich die Tiere ihre neuen Freunde selbst aussuchen k√∂nnen. F√ľr das "neue" Frettchen braucht man zuerst einen eigenen K√§fig als R√ľckzugsplatz (kann auch der ‚ÄúNotk√§fig‚ÄĚ sein). Die erste Begegnung sollte wenn irgend m√∂glich auf ‚Äúneutralem Boden‚ÄĚ stattfinden. So betrachtet niemand den anderen als Eindringling.
Haben sich die Tiere dann beschnuppert und sind sich nicht gleich an die Kehle gegangen, werden sie in separaten K√§figen untergebracht, die aber ganz dicht zusammen stehen sollten. Freilauf bekommt jeder extra, damit sich der Neuling auch mit seinem zu Hause vertraut machen kann. G√ľnstig ist es, jeden Tag die Kuschelt√ľcher auszuwechseln. Oder, wenn die Kleinen das so wollen, auch den K√§fig. Je nach Temperament kann man schon am 2. Tag versuchen, alle gemeinsam drau√üen laufen zu lassen. Aber immer unter Aufsicht!! Bei L√§rm und gro√üem Gequieke erst mal nicht dazwischengehen - nur wenn Blut flie√üt!
Im allgemeinen sollte man den 2. K√§fig nach einer Woche wieder entfernen k√∂nnen. Das erste Zusammenkuscheln und -schlafen sollte man noch gut √ľberwachen, aber dann l√§uft es meistens. Von jetzt an hei√üt es: Chaos - und Spa√ü - in der Potenz!!!


Gefahren in der Wohnung

Wegen ihrer großen Neugierde sind Frettchen selbst in der Wohnung vielen Gefahren ausgesetzt:
Als Mensch sollte man die jahrelangen Erziehungsbem√ľhungen der Eltern schnell vergessen und nur noch durch die Wohnung schlurfen. Frettchen flitzen √ľberall herum und am liebsten zwischen den F√ľ√üen!
Geschlossene T√ľren sind f√ľr ein Frettchen die schlimmste Strafe. Sie werden permanent belagert. Also immer vorsichtig √∂ffnen - der kleine Frechdachs k√∂nnte gerade dahinter sein! Besser: T√ľren offen lassen.
Alle Chemikalien im Haushalt sind ab jetzt tabu. Was absolut unvermeidlich ist (z. B. Sp√ľlmittel), ist hoch und sicher zu verwahren. Gleiches gilt f√ľr Medikamente. Frettchen k√∂nnen auch Schrankt√ľren √∂ffnen!!
Im Bad: Toilettenbecken und Waschmaschinen immer geschlossen halten! Aus dem Toilettenbecken gibt es f√ľr die Frettchen keinen R√ľckweg, genau wie aus der Waschmaschine!
Alle Fenster schließen und auch nicht kippen! Die Kleinen können sich dort einklemmen! (gleiches Problem wie bei Katzen!)
Vorsicht bei eingeschalteten B√ľgeleisen, Herdplatten, Back√∂fen und brennenden Kerzen und Zigaretten (auch -kippen)!


Richtige Ern√§hrung und F√ľtterung

Frettchen sind Raubtiere und fressen weder K√∂rner, noch Gras oder √Ąhnliches. Sie ben√∂tigen einen sehr hohen Eiwei√ü- und Proteinanteil in Ihrem Futter. Allgemein sollte ihre Ern√§hrung zu 80% aus Fleisch und zu 20% aus Obst/Gem√ľse bestehen.
Der Magen-Darmkanal eines Frettchens ist im Verh√§ltnis zu seiner K√∂rperl√§nge extrem kurz. Die Anteile des D√ľnndarms gehen ohne deutliche anatomische Grenze in den Dickdarm √ľber, deshalb bleibt das Futter nur etwa drei Stunden im K√∂rper des Frettchens, was wenig Zeit f√ľr eine gr√ľndliche Verwertung l√§√üt.
Deshalb sollte man Frettchen mindestens 2 Mal am Tag mit einem sehr n√§hrstoffreichen, hochwertigen und leichtverdaulichen Futter f√ľttern.
Hochwertiges Trockenfutter sollte den Frettchen den ganzen Tag zur Verf√ľgung stehen.
Geeignet sind hochwertige Katzenfuttersorten (z.B. Royal Canin, Iams) oder spezielles Frettchentrockenfutter (im Zoofachhandel erhältlich).
Bei Gabe von Trockenfutter muss immer gen√ľgend frisches Trinkwasser bereitstehen.
Mehrmals am Tag sollte man Feuchtfutter/Dosenfutter (auch hier auf hochwertiges Futter mit hohem Proteingehalt achten) anbieten. Wichtig ist, dass dem Futter kein Zucker zugef√ľhrt wurde.
Achten Sie darauf, dass das Futter ungefähr folgende Proteinwerte hat:
mind. 30% tierische Basis.

Zus√§tzlich k√∂nnen Sie Ihren Frettchen auch Rind- und Wildfleisch, M√§use oder Eintagsk√ľken anbieten. Um Ihren Lieblingen ein wenig Abwechslung zu bieten, k√∂nnen Sie auch Herz, Leber und Niere, sowie frischer, ungewaschener Rinderpansen variieren.
Wenn Sie viel Muskelfleisch, Herz oder Innereien geben, sollten Sie wegen des hohen Phosphatgehalts zusätzlich Kalzium geben.

Auch Obst und Gem√ľse sind bei Frettchen sehr beliebt: Paprika, Gurke, Melone, s√ľ√üe √Ąpfel und Birnen, Papaya oder Banane. S√úDFR√úCHTE BITTE NICHT F√úTTERN !
Zus√§tzlich kann man Reis, Nudeln und Kartoffeln anbieten. Ganz wichtig ist allerdings, dass alles gekocht und ungew√ľrzt ist.
Empfehlenswert ist auch alle 2-3 Wochen ein rohes Eigelb (Eiklar aber bitte gr√ľndlich trennen!).
Milch ist nicht geeignet f√ľr Frettchen, genau wie Katzen bekommen sie davon leicht Durchfall! In Ma√üen d√ľrfen Ihre Frettchen jedoch spezielle Katzenmilch (ohne Lactose) (evtl. mit Vitaminflocken) geniessen, Topfen und Naturjoghurt.
Auf Schweinefleisch sollte gänzlich verzichtet werden, da es Parasitenträger ist.

Als gesundes Leckerlie können Sie auch mal Vitaminpaste aus der Tube oder vom Finger schlecken lassen. Auch Rosinen sind ein ganz spezieller Leckerbissen !
Ihre Frettchen werden Ihnen zu F√ľssen liegen.

Frettchen, die sehr fleischarm ern√§hrt werden oder gar kein Fleisch erhalten, weisen oft schon nach kurzer Zeit Mangelerscheinungen auf, die Stoffwechselst√∂rungen zur Folge haben, stumpfes Fell und einen schlechten Allgemeinzustand. Um das Frettchen gesund zu erhalten und es artgerecht zu f√ľttern, geh√∂rt eine vielseitige und vor allem abwechslungsreiche Kost auf den Speiseplan.

Da die Mini-B√§ren nicht an Ort und Stelle fressen, sondern alles verschleppen und bunkern, was nicht niet-und nagelfest ist, sollte Na√üfutter und Frischfleisch nur im K√§fig gef√ľttert werden. Da sind die Bunkerecken doch erheblich begrenzter und auch schneller zu kontrollieren. T√§gliche Kontrollen sind speziell im Sommer unerl√§sslich !
Verdorbenes Fleisch f√ľhrt sehr schnell zu Vergiftungen!
Naßfutter jeden Tag ausgetauscht werden, auch wenn es nicht gefressen wurde. Futter- und Wassernäpfe sind auch täglich zu reinigen.
Auch wenn die S√ľ√üen noch so herzzerrei√üend darum betteln: S√ľ√üigkeiten sind tabu! Ebenso alles, was bei ihren Menschen auf den Tisch kommt. Durch Salz und die anderen Gew√ľrze kann es sehr schnell zu Vergiftungen kommen.


Pflege

Im Gro√üen und Ganzen sind Frettchen sind sehr pflegeleichte Tiere. Sie putzen sich selbst und auch gegenseitig, soda√ü spezielle Ma√ünahmen von Menschenhand nicht unbedingt n√∂tig sind. Man kann die Frettchen nat√ľrlich auch baden, aber ob man sie damit erfreut oder nicht, wird von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Manche genie√üen es, andere geraten in Panik. Es ist nicht unbedingt notwendig. Wenn man kleine Wasserratten hat, sollte man auf ein mildes Shampoo achten. Und hinterher ausgiebig abtrocknen.
W√§hrend des Fellwechsels genie√üen es die meisten Tiere mit einem groben Handtuch ordentlich durchgerubbelt zu werden. Das ist f√ľr alle Beteiligten auch einfacher, als das Fell zu B√ľrsten.


Krallen und Ohren
Werden die Frettchen gr√∂√ütenteils in der Wohnung gehalten, so ergeben sich wenige M√∂glichkeiten, die Krallen selbst abzuwetzen. Etwa 1x pro Monat muss man daher die Krallen des Frettchens vorsichtig schneiden. Ist man sich selbst nicht sicher genug, kann man sich das vom Tierarzt oder einem anderen Frettchenhalter zeigen lassen. Und ein bisschen ‚Äúbestechen‚ÄĚ muss man die kleinen Kobolde auch, damit sie einigerma√üen friedlich bleiben. Aber das gelingt meistens sehr gut, wenn Sie die Finger voll Vitaminpaste anbieten.

Die Ohren m√ľssen auch regelm√§√üig auf Verschmutzung kontrolliert werden. Manche Frettchen haben immer saubere Ohren, aber nur manche... Wenn sich ein Tier oft am Ohr kratzt, sollte der Tierarzt konsultiert werden (Milbenbefall!)


Krankheiten und Impfungen
Frettchen sind besonders empf√§nglich f√ľr einige virale und bakterielle Infektionen, die auch bei Hunden und Katzen auftreten k√∂nnen, wie Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut (nur f√ľr Grenz√ľbertritte n√∂tig). Auch Erkrankungen des Menschen sind √ľbertragbar. Nicht empf√§nglich sind sie dagegen f√ľr Nerzvirusenteritis und Katzenschnupfen.
Auch wenn die Tiere nur in der Wohnung gehalten werden, k√∂nnen Keime √ľber Schuhe und Kleidung eingeschleppt werden, daher m√ľssen sie einmal j√§hrlich geimpft werden, um sie gegen diese Infektionskrankheiten zu sch√ľtzen.

Wurmbefall, Kokzidien und Giardien
Auch Frettchen sind vom Befall betroffen , vorallem, wenn sie auf Spazierg√§nge mitgenommen werden. Auch bei F√ľtterung mit Frischfleisch und Futtertieren, kann es leicht zu Parasitenbefall kommen. Bei erwachsenen und gesunden Frettchen bleibt dieser Befall oft unbemerkt, da er symptomfrei verl√§uft. Bei grossem Stress oder geschw√§chtem Immunsystem vermehren sich die Parasiten aber sehr rasch und es kommt zur Infektion. Auch Neuzug√§nge, dessen Immunsystem keine Abwehrkr√§fte hat, k√∂nnen nach 2-3 Tagen erkranken. Es zeigt sich massiver Durchfall, der auch blutig sein kann. Die Darmw√§nde werden sehr stark angegriffen und das Futter kann nicht mehr richtig verwertet werden. Griesiger/k√∂rniger Kot kann ebenfalls ein Anzeichen von Parasitenbefall sein, da das Protein unverdaut wieder ausgeschieden wird.
Bei Frettchen sollte daher regelm√§ssig eine Kotprobenuntersuchung durchgef√ľhrt werden. F√ľr die Behandlung von W√ľrmern und Giardien hatten wir in der Vergangenheit sehr gute Erfolge mit Panacur in Pastenform f√ľr Katzenbabys, dies muss aber leicht √ľberdosiert werden. Bei Wurmbefall 3 Tage in Folge, Giardien 5-6 Tage 1x/Tag. Das zur Zeit beste Medikament bei Kokzidien ist Baycox, 0,1ml/kg. Sollten Ihre Frettchen von Parasiten befallen sein, gibt Ihnen sicher Ihr Tierarzt gerne Hilfestellung.

Frettchen zeigen ihre Symptome oft sehr schlecht, deshalb ist es wichtig, die Tiere immer gut zu beobachten. Oft zeigen sie erst deutliche Symptome, wenn es schon fast zu spät ist. Im Gegensatz zu anderen Tieren, ist Appetit und Fressen beim Frettchen kein Zeichen von Gesundheit.
Anzeichen f√ľr eine Erkrankung k√∂nnen sein:
Wässrige Augen
Appetitlosigkeit
Gewichtsverlust (regelm√§ssige Gewichtskontrollen sind daher zu empfehlen, wobei darauf geachtet werden muss, dass im Fr√ľhjahr bis zu 30% Gewichtsverlust normal ist).
Durchfall, der mehrere Tage anhällt, Frettchen dehydrieren (austrocknen) sehr rasch, bei anhaltendem Durchfall von mehr als 2 Tagen muss dringend ein Tierarzt aufgesucht werden, der eine Infusion (Elektrolyt-oder/und Glucoselösung) spritzen kann.
Niesen, Husten, Nasenfluss...
Schläfrigkeit (im Winter oder bei extremer Hitze schläft das Frettchen mehr)
Spielunlust (das Frettchen spielt plötzlich nicht mehr wie gewohnt).

Sehr h√§ufige Erkrankungen bei Frettchen sind: Krebs, Nieren- und Leberentz√ľndungen, Herzfehler, Lungenentz√ľndung, Mandelentz√ľndung, Bakterielle Infekte, Kokkzidien.
Neben den allgemeinen Erkrankungen, gibt es auch noch eine Vielzahl von frettchentypischen Krankheiten wie: Nebennierenerkrankung, Lymphosarkom, Insulinom, Aleuten Krankheit
Bei Frettchen gilt: Lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig zum Tierarzt! Oft kann nur ein Blutbild Aufschluss geben. Es ist wichtig, einen wirklich frettchenerfahrenen Tierarzt zu konsultieren!


Kastration: Ja oder NEIN ?
Wenn Sie mit Ihren Frettchen nicht z√ľchten m√∂chten (und das w√§re mehr als w√ľnschenswert, denn es gibt bereits genug Frettchenelend!), dann ist es unumg√§nglich, die Tiere kastrieren zu lassen. Erstens fangen unkastrierte R√ľden an, alles M√∂gliche zu markieren, was mit einem starken, unangenehmen Geruch verbunden ist und unkastrierte F√§hen k√∂nnen, wenn Sie nicht gedeckt werden, an Dauerranz erkranken, die meist t√∂dlich verl√§uft.
Zweitens wird durch das Kastrieren das unkontrollierte Vermehren gestoppt. Das Wesen und Wohlbefinden Ihres Frettchens wird dadurch nicht negativ beeinflusst, sie werden ganz im Gegenteil an einem kastrierten Frettchen mehr Freude haben, da dieses eben keinen Geschlechtstrieb mehr hat und ausgeglichener lebt.
Bei einer Kastration werden die hormonproduzierenden Keimdr√ľsen operativ entfernt. Beim R√ľden werden die Hoden entfernt, bei einer F√§he die Eierst√∂cke.

Wann kann ein Frettchen kastriert werden?
Ein R√ľde kann im Alter von ca. ¬Ĺ Jahr kastriert werden. Fallweise sind einige R√ľden fr√ľhreif, andere sind Sp√§tz√ľnder. Sicher k√∂nnen Sie sich sein, sobald die Hoden deutlich herausgekommen, sichtbar, sind.
Eine F√§he ist meistens erst etwas sp√§ter geschlechtsreif als gleichaltrige R√ľden. Man sieht es deutlich, wenn die Vulva anf√§ngt anzuschwellen. Bei F√§hen ist es mit dem Kastrationszeitpunkt etwas komplizierter als bei R√ľden. Sobald Sie merken, dass die Vulva sich langsam herausbildet, sollten Sie umgehend zu Ihrem Tierarzt und einen Termin zum Kastrieren ausmachen. Sollten Sie den Zeitpunkt ‚Äěverpassen‚Äú und die Vulva voll angeschwollen ist, wird ein kompetenter Tierarzt das Tier nicht mehr kastrieren wollen. Denn dann ist sie so stark durchblutet, dass es bei der Operation zu Komplikationen kommen k√∂nnte.
Unkastrierte F√§hen k√∂nnen dauerranzig werden, d.h. wenn die normale Zeitspanne der Ranzzeit von ca. 4 Wochen √ľberschritten ist, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, der eine "Notkastration" vornimmt.
Man hat dann die M√∂glichkeit, die Ranz durch eine Hormonspritze zu unterbinden. Die F√§he hat dann das Gef√ľhl, dass sie gedeckt worden ist und die Vulva schwillt wieder ab. Danach muss dann aber sofort kastriert werden, sonst besteht die Gefahr einer lebensgef√§hrlichen Hormonvergiftung. Obwohl die Hormonbehandlung sehr umstritten ist, ist uns bisher nichts Negatives bekannt und alle uns bekannten Tiere haben das unbeschadet verkraftet.

Nach der Operation sind R√ľde und F√§he nat√ľrlich sehr mitgenommen. Einige Tier√§rzte behalten die Tiere in der Praxis, bis sie v√∂llig erholt sind, andere geben den Besitzern die Tiere wieder mit. Wichtig ist in beiden F√§llen, dass Sie ihren Liebling warm halten. Am besten auf eine W√§rmflasche oder auf den eigenen Oberk√∂rper legen. Fressen und trinken d√ľrfen Sie erst wieder, wenn Sie wieder geradeaus auf allen vier F√ľssen laufen k√∂nnen. Genauere Anweisungen wird Ihnen ihr Tierarzt geben.



Auslandsreisen mit Ihren Frettchen:
Am 01.10.2004 tritt f√ľr Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen eine neue EU-Regelung in Kraft Reisen mit Heimtieren
Bei der Einreise in andere EU-Staaten ist die Vorlage eines internationalen Heimtierpassen erforderlich.
Weiters m√ľssen die Tiere mittels eines Mikrochips einwandfrei identifizierbar sein. Die Chip-Nr. ist auch im Tierpa√ü eingetragen.
Bis zum Jahr 2011 ist auch eine Tätowierung ausreichend.
F√ľr Reisen nach Gro√übritannien, Irland und Schweden gelten f√ľr Frettchen weiterhin versch√§rfte Einreisebedingungen.



Zum Schmunzeln: Der Frettchenknigge
(gefunden im Internet - Autor unbekannt)


Das Leben des Frettchens und seine Gedanken

Es ist angerichtet
Fresse niemals aus dem eigenen Napf, wenn du Essen vom Tisch klauen kannst!
Jammere niemals vor Hunger, bevor dein Mensch das Futter aus dem Schrank genommen hat!
Schreie dann so, als ob seit Tagen nichts mehr zu fressen bekommen hast!
Ignoriere das Futter sodann, sobald es im Napf ist!

Wenn Gäste kommen
Suche dir einen Schoß zum Sitzen, der einen guten Kontrast zur Fellfarbe abgibt - z. B. schwarzes Frettchen auf weißer Hose!
Begleite die Gäste deines Menschen immer zur Toilette!
Tue nichts, setze dich hin und starre sie an!
Beschmuse den Gast am hartn√§ckigsten, der sagt, dass er sich vor Frettchen f√ľrchtet!

T√ľren
Toleriere keine geschlossene T√ľr!
Kratze daran oder schlage dagegen!
Gehe niemals durch die sodann ge√∂ffnete T√ľr!
Bleibe - besonders bei kalten Au√üentemperaturen - auf der Schwelle stehen und beginne √ľber alles M√∂gliche nachzudenken!

Haushalt
Setze dich niemals in einen Korb mit Schmutzwäsche!
Warte, bis alles warm aus dem Trockner kommt - besonders wichtig bei Handt√ľchern !
Hilf stets beim Betten machen! (Besonders Spa√ü macht es, unter Laken oder in Kopfkissenbez√ľge zu schl√ľpfen) Achte darauf, dass du deine Katzentoilette sofort wieder benutzt, nachdem dein Mensch sie gereinigt hat!

Zusammenleben mit deinen Menschen
Setze dich immer zu dem Menschen, der gerade beschäftigt ist!
Versuche, dich auf die Zeitung zu legen, die er gerade lesen möchte!
Setze dich auf das Briefpapier, wenn dein Mensch einen Brief schreiben möchte!
Beginne alsbald, den Kugelschreiber vom Tisch zu werfen Warte mit dem Papier beißen, bis der Brief beendet ist und verziere ihn mit einem schönen Zackenmuster!

Computer
Spiele auf der Tastatur, wenn dein Mensch eben einmal den Computer verlässt!
(Du wirst erstaunt sein, was du so alles auf dem Bildschirm siehst)

√úbelkeit
Versuche schnell ins Bett zu kommen!
Versuche es auf dem Teppichboden, wenn die Zeit nicht reicht!
Sieh zu, dass die Pf√ľtze f√ľr einen menschlichen, nackten Fu√ü gut erreichbar ist!

Sauberkeit
Denke daran, dass es deine Aufgabe ist, deinen Menschen darin zu unterst√ľtzen!
Schlecke am besten sein Gesicht ab, während er schläft!



WIR W√úNSCHEN IHNEN GANZ VIEL FREUDE UND SPASS MIT IHREN FRETTCHEN !