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ERSTE HILFE




DER RICHTIGE UMGANG MIT DEM VERLETZTEN TIER:

HOCHHEBEN UND TRANSPORT

Hochheben und Tragen von kleinen Hunden
Der eine Arm wird von unten um den Hals auf den Brustkorb gelegt, der andere unterst√ľtzt von hinten zwischen die Hinterbeine gelegt den Beckenboden.

Hochheben von großen Hunden
Große Hunde lassen sich oft einfacher auf dem Fußboden untersuchen, als sie mit Wucht auf einen Tisch zu hieven. Ist es nötig, das Tier auf einen Tisch zu stellen, sollte eine dem Patienten vertraute Person den vorderen Bereich fixieren und gemeinsam mit einem Helfer das Tier anheben.
Transport mit einer Trageliege
Ist das Tier zu schwer, um es zu tragen oder hat es zu große Schmerzen beim Anheben, kann es mittels einer selbstgebauten Trage transportiert werden. Als Transportmaterial eignet sich eine Decke oder ein großes Handtuch. Die Decke wird vorsichtig unter das Tier gezogen. Nun kann es von zwei Personen zu einem Tierarzt oder an einen ruhigen Ort weitertransportiert werden. Bei schweren Tieren können die Seiten der Trage mittels Stöcken oder Latten stabilisiert werden.
Um Unterk√ľhlung zu vermeiden und gleicherma√üen Geborgenheit zu vermitteln, sollte das Tier mit einer Decke oder einem Kleidungsst√ľck abgedeckt werden.


RICHTIGES FIXIEREN DES FANGES
Ab und zu ist es notwendig, den Fang des Hundes zu fixieren, um ein Zubeißen des Tieres beim Transport und bei der Untersuchung zu vermeiden oder, wenn man die Reaktionen eines unbekannten Tieres nicht kennt.

Bei einem stehenden Tier umfa√üt eine Hand des Helfers die Schnauze von unten, mit der anderen Hand werden Kopf und Hals an die Brust des Helfers gedr√ľckt.

Kann ein Zubeißen so nicht vermieden werden, ist die einfachste Methode, einen Maulkorb aufzusetzen. Falls kein Maulkorb zur Hand ist, muß der Fang zugebunden werden.
Hierzu wird ein Band, bei einem mittelgro√üen Hund, von etwa 3 cm Breite und ca. 1 m L√§nge ben√∂tigt. Das Band sollte stabil und weich sein. Stricke und Mullbinden sind nicht geeignet, da sie beim Zusammenziehen nicht breit genug sind, einschn√ľren und Schmerzen verursachen.

1/ In das lange Band wird ein einfacher Knoten gekn√ľpft.
Die entstandene Schlinge wird dem Hund mit dem Knoten
nach oben √ľber den Fang gestreift und fest angezogen



2/ Unter dem Kinn wird ein weiterer Knoten gebunden.



3/ Die zwei Enden des Bandes werden im Nacken hinter den Ohren mit einem Knoten und einer Schleife verknotet.

Ein Zubinden des Fanges sollte nicht erfolgen,
wenn der Hund ruhig und geduldig ist, unter Atemnot leidet
oder Maul bzw. Nase verletzt sind.
Bei vielen brachyzephalen Hunden (Boxer) ist der Fang
zu kurz, um ein Maulband anzulegen und sollte deshalb
nicht angewendet werden. Bei diesen Hunderassen besteht die Gefahr, daß das Band auf
den weichen Teilen der Nase zugebunden wird, wodurch Teile
der Nasenh√∂hle eingeschn√ľrt werden.



Die erste (Ihre) richtige Diagnose durch Voruntersuchung
Um einen Notfall auch erkennen und als solchen richtig einschätzen zu können, ist es sehr wichtig, dass man sein Tier genau kennt. Man sollte wissen wie sein normaler Gesundheitszustand ist (wie es läuft, sich hinlegt, atmet, welche Farbe sein Zahnfleisch hat, wie Ohren, Pfoten und Fell aussehen usw.)
Bei allen Notf√§llen ist es zun√§chst einmal wichtig, das Zahnfleisch zu √ľberpr√ľfen.

Wenn Sie den Zustand Ihres Tieres bewerten, dann nehmen Sie bitte folgende Normwerte als Basis an:

Atmung: 10 bis 40 Atemz√ľge pro Minute
Die Atmung mißt man an der Rippenbewegung. Normal ist 10 - 40 x/min. Bei Aufregung entsprechend mehr.
Die Temperaturmessung bei Tieren erfolgt rektal.
F√ľr die Messung k√∂nnen Sie ein herk√∂mmliches Fieberthermometer verwenden. Aus hygienischen Gr√ľnden wird man sich aber eines, ausschlie√ülich f√ľr die Tiere, zulegen.
-> Lassen Sie sich den Hund von einer Hilfsperson fixieren.
-> Feuchten Sie die Spitze des Thermometers mit etwas Vaseline oder Speiseöl an, um es gleitfähiger zu machen.
-> Heben Sie mit einer Hand den Schwanz des Tieres an und f√ľhren Sie das Thermometer mit der anderen vorsichtig etwa 1 cm tief in den After ein.
-> Die Temperatur können Sie nach ca. 1 Minute ablesen.

Normaltemperatur:
Hund: 37,5 ‚Äď 39,0 ¬įC ( Welpen bis 39,5 ¬įC )
Katze: 38,0 ‚Äď 39,3 ¬įC ( Welpen bis 39,5 ¬įC )
Vermuten Sie eine erh√∂hte K√∂rpertemperatur k√∂nnen Sie diese absolut zuverl√§ssig nur durch Fiebermessen feststellen. Warme Ohren, Nase, Hautoberfl√§che sowie eine trockene Nase, m√ľssen kein Indiz sein!

Puls: 70 bis 120 Schläge pro Minute
Der Puls ist beim Hund an der Innenseite des Oberschenkels f√ľhlbar. Normal ist ein Puls von 70 - 120 Schl√§ge/Minute, (man z√§hlt am besten 15 Sek und multipliziert den Wert mit 4) bei Aufregung kann es evtl. mehr sein.

Kreislauf/Schocktest auf der Mundschleimhaut (Kapillare R√ľckf√ľllungszeit): 1 bis 2 Sekunden
Man dr√ľckt mit einem Finger kurz auf das Zahnfleisch, dann bildet sich ein wei√üer Fleck, der innerhalb von 2-3 Sekunden wieder verschwunden sein sollte. Im Normalfall sollte das Zahnfleisch eine rosige Farbe haben. Blaue oder graue Farbe ist ein Zeichen einer Erkrankung oder eines akuten Notfalls.

Nachstehend einige der häufigsten Krankheitsbilder und die entsprechend notwendigen Sofortmassnahmen:

Augenbeeinträchtigung
Symptome:
-> Blinzeln oder geschlossenes Auge,
-> Lichtscheue,
-> wässriger bis schleimiger Augenausfluss,
-> Lidschwellung,
-> starke Rotfärbung der Bindehaut,
-> graublaue Verfärbung der Hornhaut,
-> Fremdkörper (Getreidegranne) oder
-> Augapfelvorfall
ERSTE HILFE
* Verringerung des Lichteinfalls,
* kalte Kompressen,
* leicht entfernbare und sichtbare Fremdkörper vorsichtig herausnehmen,
*dann möglichst bald den Tierarzt aufsuchen! (auch wenn Fremdkörper entfernt ist, wegen möglicher unsichtbarer Hornhautverletzung!).


Akuter Durchfall
Symptome:
-> Entleerung von wässrigem Kot gelbbraun bis
blutig, teilweise mit Schleim,
-> häufiger Kotabsatz, Apathie
ERSTE HILFE
* Kein Futter!
* Als Fl√ľssigkeit leichten Tee oder Elektrolytl√∂sung anbieten,
* warm halten, keine Arzneimittel eingeben,
* fr√ľhzeitig mit Kotprobe zum Tierarzt


Bissverletzungen
Symptome:
-> Oft nur kleine Wunden, die die Haut durchdringen, aber starke Abhebungen in der Unterhaut,
-> erhöhte Infektionsgefahr durch Eindringen von Bakterien,
-> tiefe Fleischwunden,
-> starke Blutung,
-> Knochenverletzungen.
ERSTE HILFE
Wegen der starken bakteriellen Infektion von Bissverletzungen soll fachgerechte Versorgung m√∂glichst bald (innerhalb von 4-6 Stunden) erfolgen, bis dahin fl√ľssige Desinfektion, sauberer, nicht einschn√ľrender Verband bei blutenden Wunden und offenen Knochenverletzungen.


Erbrechen, Speichelfluß
Symptome:
-> W√ľrgebewegungen,
-> Erbrechen von Futter und Schleim oder weißem Schaum aus dem Mund,
-> heftige Pfotenbewegungen zum Mund (evtl. Fremdkörper im Maul ?)
ERSTE HILFE
* Nahrung und Fl√ľssigkeit entziehen!
* Bei wiederholtem Erbrechen: Verdacht auf Fremdk√∂rper, Entz√ľndungen oder Infektionskrankheiten, unbedingt den Tierarzt aufsuchen!
* VORSICHT: Rasch starker Fl√ľssigkeitsverlust!


Insektenstiche
Symptome:
-> Schwellungen an den Lippen und im Kopfbereich,
-> Nesselausschlag (runde Schwellungen der Haut)
-> Atemnot
ERSTE HILFE
* Stachel entfernen,
* Gifteindringstelle mit Eiswasserkompressen k√ľhlen,
* möglichst bald den Tierarzt aufsuchen
* Erstickungsgefahr, falls der Stich in der Maulhöhle oder am Hals war!


Krämpfe und Anfälle (Epilepsie)
Symptome:
Krampfanf√§lle zeigen sich als pl√∂tzlich auftretende kurze Kontraktionen der Muskulatur, die oft schnell wieder vor√ľbergehen.
Sie können aber nach einiger Zeit spontan wieder auftreten.
Jeder Zustand, bei dem Krampfanfälle erneut auftreten, wird als Epilepsie bezeichnet.
Epileptische Krampfanfälle entstehen durch abnormale elektrische Entladungen des Gehirns, bei denen die normalen Gehirnfunktionen gestört werden.
Diese Funktionsst√∂rungen werden durch √ľbererregbare Nerven verursacht.
Bereits vor Auftreten eines Anfalles sind die Tiere meist unruhig, manchmal sehr ängstlich und machen einen verwirrten Eindruck.
Der eigentliche Anfall tritt sehr plötzlich auf.
Die Tiere sind meist bewußtlos, liegen auf der Seite oder sitzen in angespannter Körperhaltung. Zuerst sind die Gliedmaßen einige Sekunden lang starr gestreckt, dann folgen Kaubewegungen (Speichel und Schaum tritt aus der Maulhöhle), und die Tiere fangen mit den Gliedmaßen an zu rudern.
Dieser Krampfanfall kann einige wenige Minuten bis mehrere Minuten andauern. Die Tiere speicheln sehr stak und setzen unwillk√ľrlich Harn und Kot ab.
In der Erholungsphase kann das Bewußtsein der Tiere bis mehrere Tage nach dem Anfall verwirrt sein.
Treten die Anf√§lle in kurzen Abst√§nden immer wieder auf oder dauern sie l√§nger als 15 Minuten bedeutet dies Lebensgefahr f√ľr das Tier: Tierarztbesuch !

ERSTE HILFE
* Das Tier während des Anfalles NICHT bewegen und nicht die Bewegungen der Beine stoppen.
* Alle Gegenstände im Umkreis entfernen, wodurch sich das Tier verletzen könnte.

* Bewahren Sie Ruhe und verhindern Sie zusätzlichen Lärm (Radio/ Fernseher...)

* NICHTS eingeben !

* Raum abdunkeln

* Bei Bewusstlosigkeit die Zunge weit herausziehen !

Treten mehrere Anf√§lle pro Tag auf oder halten die Anf√§lle l√§nger als 15 Minuten an sollten Sie unverz√ľglich einen Tierarzt aufsuchen.


Magendrehung (sehr h√§ufig bei gro√üw√ľchsigen Hunden!)
Die Magendrehung ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die in wenigen Stunden zum Tode des Hundes f√ľhren kann. ERSTE HILFE ist hier KEINE m√∂glich - Der Hund mu√ü sofort zum Tierarzt gebracht werden.
Magendrehungen entstehen meist einige Stunden nach dem F√ľttern. Durch ungl√ľckliche Bewegungen kann sich der Magen drehen. Hierbei werden Mageneingang und -ausgang abgeschn√ľrt, wobei es durch im Magen vorgehende Verdauungsprozesse (G√§rung) zu einer Aufgasung des Magens kommt. Durch die Drehung werden auch die Blutgef√§√üe, die den Magen, die Milz, sowie Teile des D√ľnndarmes versorgen, abgeschn√ľrt, was zu einer dramatischen Verschlechterung der Kreislaufsituation f√ľhrt.
Vorwiegend sind große Hunderassen betroffen (Deutscher Schäferhund, Dogge, Berner Sennenhunde, Rotweiler, Bernhardiner, usw.)

Symptome:
-> Plötzliches Aufblähen des Magens
-> Der Hund ist anf√§nglich sehr unruhig, hat starke Schmerzen, speichelt viel, w√ľrgt versucht erfolglos zu erbrechen.
-> Der Bauchumfang nimmt ständig zu.
-> Klopft man auf die Bauchwand, hört es sich an wie eine Trommel.
-> Der Hund leidet unter Atemnot.
-> Es kommt zu einem Kreislaufversagen, der Hund wirkt sehr abgeschlagen und bewegt sich nicht mehr.

Vorbeugen einer Magendrehung:
* Den Hund 3- 4 mal t√§glich f√ľttern.
* Anf√§llige Rassen sollten nur eingeweichtes Trockenfutter oder Feuchtfutter gef√ľttert bekommen.
* bis etwa 1 Stunde nach dem Fressen Aufregungen und große Anstrengungen vermeiden (lange Spaziergänge, Herumtollen mit Kindern)

Ohrenschmerzen
Symptome:
-> Kopfsch√ľtteln,
-> Kratzbewegungen mit den Pfoten,
-> evtl. Gleichgewichtsstörungen,
-> pl√∂tzlich auftretendes heftiges Kopfsch√ľtteln.
All dies spricht f√ľr das Eindringen eines Fremdk√∂rpers (z.B. einer Getreidegranne)
Schliefhansl/Getreidegranne/Mausgerste
ERSTE HILFE
* Nichts in den Gehörgang einbringen, da Fremdkörper tiefer eindringen, besteht Gefahr der Trommelfellperforation - daher
* S O F O R T zum Tierarzt.



Vergiftung
Mögliche Symptome:
-> Der Hund ist stark apatisch,
-> erbricht, speichelt,
-> hat Durchfall und Krämpfe,
-> fortschreitende Lähmung,
-> die Körpertemperatur sinkt,
-> Atemnot,
-> Blut in Kot und Urin,
-> Magen-Darmreizungen usw.
Bei Vergiftungen ist es sehr wichtig, sofort einen Tierarzt aufzusuchen, da bei einigen Giften sehr schnell der Tod des Tieres eintreten kann.
Nach Möglichkeit Gift oder Giftpackung mitnehmen.

Einige Giftpflanzen, die sehr stark giftig sind und häufig tödlich:
Oleander, Eibe, Fleckenschierling, Herbstzeitlose, Pilze.
Die am häufigsten vorkommenden Gifte:
Rattengift, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Lösungs- und Reinigungsmittel, Bakterientoxine z.B. in Lebensmitteln/Salmonellen, Frostschutzmittel, Medikamente usw.
RATTENGIFT
ERSTE HILFE
Oft ist schwer zu bestimmen, wann und was der Hund an giftigen Substanzen aufgenommen hat. Falls man jedoch einen Anhaltspunkt hat, sollte man das Gift oder Erbrochenes zum Tierarzt mitnehmen. Je genauer man Angaben machen kann, um so effektiver und rascher kann die Behandlung durchgef√ľhrt werden.

* Zunächst aber den Hund sofort vom Gift trennen,

* das Maul mit Wasser aussp√ľlen, um evtl. Reste zu entfernen.

* Bei √§tzenden Substanzen sofort mit viel Wasser absp√ľlen.



Verbrennungen
Symptome bei Verbrennungen 1. Grades:
-> starke Hautrötung, heilt im allgemeinen in wenigen Tagen von selbst.
Verbrennung 2. Grades:
-> es bilden sich Brandblasen. Die Heilung dauert l√§nger, weil sich neue Hautschichten bilden m√ľssen.
Verbrennung 3. Grades:
-> die Haut löst sich ab und die betroffenen Gewebeschichten sterben ab, trocknen ein und bilden den sogenannten Brandschorf. Die Heilung ist langsam und es bilden sich Narben.

Eine Verbrennung ist f√ľr die Tiere immer sehr schmerzhaft, d. h. unter Umst√§nden kann der Hund nach wenigen Minuten in einen Schockzustand geraten.
Verbrennungen 2. und 3. Grades können sogar den Tod des Tieres zur Folge haben.
ERSTE HILFE
* Die Hitzequelle sofort entfernen und
* die betroffenen K√∂rperstellen sofort mit viel kaltem Wasser k√ľhlen. Lebenswichtig !
* 15 Minuten lang einen Eisbeutel drauflegen.
* Die Verletzung danach vorsichtig trocknen, nicht abreiben!
* Keine Salben oder √Ėle auftragen,
* die Verbrennung nur mit einem sterilen St√ľck sauberen Stoff oder Taschent√ľchern abdecken.
* KEINE Watte verwenden - klebt fest!

Bei Verbrennungen 2. Und 3. Grades sofort den Tierarzt aufsuchen. Verbrennungen mit kochenden Fl√ľssigkeiten (√Ėl, hei√üer Dampf, hei√ües Metall, hei√ües Wasser) sind am schlimmsten. Bitte bei Grillfesten immer darauf achten, da√ü die Tiere nicht in die N√§he des Grills kommen.


Autounfälle
Nach einem Unfall mit Hund ist höchste Vorsicht geboten. Die Tiere sind meist im Schockzustand und können in dem Zustand nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden. Nähern Sie sich dem Tier daher sehr langsam und unter ruhigem Zureden. Testen Sie vorsichtig seine Abwehrreaktionen. Tiere ruhig lagern. Achtung: verletzte Tiere machen häufig Abwehrbewegungen: Biss- und Kratzgefahr!
Wenn Sie an den Hund herankommen, √ľberpr√ľfen Sie zuerst das lebenswichtige "A B C":
A:
Achten Sie auf freie Atemwege - Zunge nach unten aus dem Mund ziehen. Blut und Erbrochenes so gut wie möglich aus dem Fang entfernen. Nasenlöcher säubern. Offene Brustkorbverletzungen wie vorher beschrieben versorgen.
B:
Zeigt Ihr Hund keine Brustkorbbewegungen mehr, dr√ľcken Sie mit Ihrem Handballen in H√∂he des Ellenbogens im Rhythmus 1 (Druck), 2,3 (Entlastung) auf den Brustkorb. Stellt sich innerhalb von 10 Minuten keine Spontanatmung ein, hat eine weitere manuelle Beatmung keinen Sinn mehr.
C:
Kreislauf - Dr√ľcken Sie wie vorab beschrieben auf das Zahnfleisch. Eine verz√∂gerte "kapill√§re F√ľllungszeit" deutet auf Schock oder innere Blutungen hin. Im Schockzustand ist die Herzfrequenz erh√∂ht auf mehr als 150 Schl√§ge/Min.


SCHOCK ein lebensbedrohlicher Zustand !!!
Unter Schock verstehen Mediziner die ungleiche Verteilung des Blutes zwischen dem Fassungsverm√∂gen der Blutgef√§√üe und dem zirkulierenden Blutvolumen. Es kommt zu einer unzureichenden Blutversorgung lebenswichtiger Organe (Gehirn, Nebenniere) und damit zu deren Funktionsst√∂rung. Schock entsteht immer als Folge von Krankheitsursachen ist nie die Ursache selbst. Die Erkennung und die Behandlung von Schock muss bei Erste Hilfe ‚Äď Ma√ünahmen immer an erster Stelle stehen.

Bei jeder Erkrankung oder Verletzung besteht die Möglichkeit, dass sich ein Schockzustand entwickelt.
Kardiovaskulärer Schock (Herzversagen) Entsteht als Folge von Schädigung des Herzens (akute und chronische Herzerkrankungen)
Hypovol√§mischer Schock (Fl√ľssigkeitsverlust) Entsteht als Folge von starkem Blut- bzw. Fl√ľssigkeitsverlust (√§u√üere und innere Verletzungen, anhaltende Durchf√§lle, Erbrechen, Verbrennungen, Erfrierungen)
Septischer Schock tritt häufig bei Jungtieren als Folge von schwerwiegend bakteriellen Infektionen auf.
Anaphylaktischer Schock (Allergie) Entsteht als Folge von allergischen Reaktionen
Neurogener Schock (Nervenstörungen) Entsteht durch starke Schmerzen oder Schädelverletzungen (Zerrung der Eingeweide, Quetschung der Hoden, extrem psychische Belastungen bei Unfällen)

Die ausl√∂senden Faktoren f√ľr einen Schockzustand k√∂nnen zwar sehr verschieden sein, doch sind die Symptome nahezu immer gleich und sie k√∂nnen einzeln oder in Kombinationen auftreten:
Besonders zu achten ist auf
-> allgemeine Schwäche,
-> Bewegungsunlust oder -unfähigkeit.
-> Der Hund macht einen leicht abwesenden und geschwächten Eindruck.
-> Es kommt zu Verlust des Stehvermögens, Durst, eventuell Erbrechen.
-> Bei schweren Schockzuständen kann das Tier auch bewußtlos sein.
-> Die Hauttemperatur ist herabgesetzt besonders an den Akren,
-> die Schleimhäute (Zunge, Zahnfleisch) und die Haut sind blaß bis bläulich verfärbt
-> Der Hund atmet schnell und oberflächlich.
-> Der Herzschlag ist erhöht

ERSTE HILFE
Legen Sie den Hund auf die Seite (möglichst auf eine Decke).
Ist das Tier noch in der Lage selbst√§ndig zu trinken, bieten Sie ihm Fl√ľssigkeit an. (nicht bei bewu√ütlosen Tieren !)
Strecken Sie den Kopf des Tieres und achten Sie darauf, dass der Hund frei atmen kann (eventuell Zunge hervorziehen, Erbrochenes entfernen).
Lagern Sie den hinteren Körperteil hoch (Polster unterlegen).
Wickeln Sie das Tier in eine Decke, um es warm zu halten (Wärmeregulation des Körpers funktioniert nicht mehr).
Versuchen Sie starke Blutungen zu stoppen.
Tierarztbesuch !!

Unterk√ľhlung und Erfrierungen
Unter Unterk√ľhlung versteht man das Ausk√ľhlen des gesamten K√∂rpers durch niedrige Au√üentemperaturen, nasse K√∂rperoberfl√§che und hohe Windgeschwindigkeiten (kein Futter und Unterschlupf z.B. bei Tieren, die Hals √ľber Kopf nach Unf√§llen weglaufen), Kreislaufversagen (Schock, Bewu√ütlosigkeit) und durch Aufnahme von kalten Wasser, (unter 5¬įC).
Der Körper ist nicht mehr in der Lage, die Körpertemperatur selbst zu regulieren.

Bei niedrigen Au√üentemperaturen pumpt der Organismus weniger Blut in die oberfl√§chlichen Gef√§√üe, um ein Abk√ľhlen des Blutes zu verhindern. Das Gewebe wird dadurch weniger stark durchblutet und es kommt zu einem lokalen Sauerstoffmangel. Es sind besonders die Akren (Nase, Ohren, Extremit√§ten, m√§nnliche Geschlechtsorgane, Schwanzspitze), aber auch Schleimh√§ute des Magen- Darmtraktes betroffen.
Die K√∂rperfunktionen verlangsamen sich, es tritt ein allgemeiner Sauerstoffmangel im Organismus ein, was in seltenen F√§llen zum Tod des Tieres f√ľhren kann.
ERSTE HILFE
Wickeln Sie das Tier in eine Decke und verbringen Sie es an einen warmen Ort.
Legen Sie eine W√§rmflasche mit unter die Decke (nicht direkt auf das Tier ‚Äď Verbrennungsgefahr !).
Messen sie die Temperatur rektal und √ľberpr√ľfen Sie, ob das Tier frei atmen kann.
Bieten Sie dem Tier angew√§rmtes Wasser an (keine Fl√ľssigkeit bewu√ütlosen Tieren einfl√∂√üen).
Tierarztbesuch !
Erw√§rmen Sie ein stark unterk√ľhltes Tier nicht zu schnell bzw. setzen Sie es nicht zu starker Hitze aus (Heizkissen) da sonst durch pl√∂tzliches Erw√§rmen der oberfl√§chlichen Blutgef√§√üe die Durchblutung lebenswichtiger innerer Organe beeintr√§chtigt wird: LEBENSGEFAHR !



Erfrierungen
Unter Erfrierung versteht man eine bereits erfolgte Schädigung des Gewebes durch Kälte. Erfrierungen werden gefördert durch Einwirken von Feuchtigkeit (Nasenerfrierung) und Wind.
Besonders gefährdet sind die Akren (Nase, Ohren, Extremitäten, männliche Geschlechtsorgane, Schwanzspitze).
Die betroffenen Hautbezirke f√ľhlen sich kalt an, sind bla√ü und unempfindlich.
Abh√§ngig vom Grad der Erfrierung kehrt das Gef√ľhl nach Erw√§rmen zur√ľck und die Haut verf√§rbt sich r√∂tlich.

Erfrierungen werden, gleich wie Verbrennungen, in Stärkegrade unterteilt:
Die Veränderungen sind denen, die bei Verbrennungen beobachtet werden sehr ähnlich.
Erfrierung ersten Grades - hier kommt es nach Wiedererwärmung zu Rötung, Anschwellung, Juckreiz und leichten Schmerzen an den Hautarealen
Erfrierung zweiten Grades - hier kommt es sofort oder nach einigen Stunden zur Blasenbildung, die aber meist ohne Narbenbildung abheilen.
Erfrierung dritten Grades - jetzt kommt es zum Absterben der Haut, es bilden sich blaurote Blasen aus, die Haut löst sich mehr oder weniger ab.
ERSTE HILFE
Wickeln Sie das Tier in eine Decken und bringen Sie es an einen warmen Ort.
Legen Sie eine W√§rmflasche mit unter die Decke (nicht direkt auf das Tier ‚Äď Verbrennungsgefahr).
Erw√§rmen sie betroffene K√∂rperstellen langsam mit warmen Wasser (nicht mehr als 40¬įC).
Trockenen Sie die Wunde ab, verhindern sie aber ein Reiben und hindern Sie das Tier an der Wunde zu Lecken.
Eventuell Tierarztbesuch
Massieren sie die Wunde nicht und reiben Sie sie auch nicht mit Schnee ab.



Wir k√∂nnen hier nur grunds√§tzliche Informationen f√ľr Ma√ünahmen zur ERSTEN HILFE geben und k√∂nnen keine Haftung f√ľr die Richtigkeit oder f√ľr irgendwelche Sch√§den, die durch diese hier beschriebenen Anweisungen entstehen, √ľbernehmen. Trotz allem haben wir sorgf√§ltig recherchiert und die genannten Tips von einem Tierarzt √ľberpr√ľfen lassen.


Empfehlenswerte Literatur √ľber Erste Hilfe: