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Leinen- und Maulkorbpflicht


Es kann f√ľr Hundehalter in √Ėsterreich teuer werden, ihren vierbeinigen Liebling in der √Ėffentlichkeit ohne Leine oder Maulkorb zu f√ľhren. Die Polizei f√ľhrt immer wieder schwerpunktm√§√üig Kontrollen durch. Wer die gesetzlichen Bestimmungen nicht einh√§lt, muss mit Ermahnungen, einem Organmandat oder auch mit einer Anzeige rechnen.

In Wien m√ľssen Hunde an √∂ffentlichen Orten - das sind etwa Stra√üen und Pl√§tze, aber auch √∂ffentlich zug√§ngliche Teile von H√§usern, H√∂fen oder Lokalen - einen um den Fang geschlossenen Maulkorb tragen oder an der Leine gef√ľhrt werden. In √∂ffentlich zug√§nglichen Parks und auf gekennzeichneten Lagerwiesen m√ľssen sie immer an die Leine. Maulkorbpflicht herrscht an √∂ffentlichen Orten, wo "√ľblicherweise" viele Menschen anzutreffen sind, etwa in √∂ffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants oder bei Veranstaltungen.

Die √ľbliche H√∂he der Verwaltungsstrafe betr√§gt 21 Euro, bei einer Anzeige kann es aber auch erheblich teurer werden. Anzeigen werden bei gr√∂beren Verst√∂ssen verh√§ngt, etwa, wenn ein Besitzer seinen Hund auf einem Kinderspielplatz herumlaufen l√§sst und damit die Kinder √§ngstigt.

Die immer wieder durchgef√ľhrten Schwerpunktaktionen sollen den Wiener Hundehaltern auch die 153 Hundeverbotszonen in Wien sowie das Hundeverbot auf Spielpl√§tzen, Friedh√∂fen, im gesamten Lainzer Tiergarten und auf den Steinhofgr√ľnden in Erinnerung rufen. Im Gegenzug gibt es in der Bundeshauptstadt mehr als 100 Hundezonen mit einer Gesamtfl√§che von 817.000 Quadratmetern.

Die Gesetzeslage bez√ľglich Maulkorb- und Leinenpflicht ist in den √∂sterreichischen Bundesl√§ndern unterschiedlich geregelt. Wir haben genau recherchiert und k√∂nnen Ihnen einen kurzen √úberblick √ľber die derzeit geltenden Verordnungen aller √∂sterreichischen Bundesl√§nder geben.


Jedes √∂sterreichische Bundesland hat seine eigenen Verordnungen, welche die Maulkorb,- und Leinenpflicht f√ľr Hunde betreffen. So weit, so gut. Wenn es da nicht auch noch die entsprechenden Gemeindegesetze g√§be... Denn auch in Verordnungen auf Gemeindeebene werden dergleichen Dinge geregelt. So hat ein Hundehalter in seinem Bundesland also einerseits das Landesgesetz und andererseits die Gemeindeverordnung zu kennen und danach zu handeln. Wie aber, wenn sich die beiden widersprechen? Wenn etwa der B√ľrgermeister von Tripstr√ľ Maulkorbpflicht verlangt, wo dies das Gesetz seines Bundeslandes aber nicht fordert? Was gilt nun?

Grunds√§tzlich gilt zun√§chst: Jedes ‚Äěh√∂here‚Äú Gesetz schl√§gt das niedrigere. Ein Bundesgesetz steht √ľber den Landesgesetzen, so wie ja nun das neue Bundestierschutzgesetz wahrscheinlich Legehennen-Batterien zul√§sst, obwohl dies z.B. das Tierschutzgesetz von Salzburg verboten hat. L√§nder k√∂nnen keine strengeren Gesetze erlassen als der Bund. So weit, so klar. Nun, bei den Landesgesetzen, welche die Hundehaltung betreffen, schaut es schon komplizierter aus. So handelt es sich in Nieder√∂sterreich und Tirol um landesspezifische Novellierungen zum (Bundes-)Polizeistrafgesetz. Dieses bundesweite Gesetz gibt einen Rahmen vor, in dem sich die L√§nder bewegen k√∂nnen.

In Nieder√∂sterreich darf eine Gemeinde keine strengere Verordnung erlassen, als im Landesgesetz (siehe Kasten Nieder√∂sterreich) vorgeschrieben. Allerdings bezieht sich dieses Landesgesetz nur auf dichtverbautes Gebiet, nicht aber auf das gesamte Gemeindegebiet ‚Äď was theoretisch bedeutet, dass eine Gemeinde im unverbauten Gebiet strengere Vorschriften erlassen k√∂nnte. Es gibt aber in Nieder√∂sterreich ein politisches √úbereinkommen (kein Gesetz!), dass dies nicht getan wird.
Wenngleich also eine Gemeinde nicht strenger als ein Landesgesetz sein kann, darf sie jedoch sehr wohl ein solches erleichtern. D.h. ‚Äď obwohl beispielsweise lt. Land in der Kremser Fu√üg√§ngerzone Leinen- oder Maulkorbpflicht herrscht, k√∂nnte der B√ľrgermeister der Stadt Krems diese Pflicht erleichtern und die Fu√üg√§ngerzone ‚Äěleinenfrei‚Äú machen (Hinweis: Es handelt sich hier nur um ein theoretisches Beispiel zur Erkl√§rung. In der Fu√üg√§ngerzone Krems besteht nat√ľrlich Leinen- oder Maulkorbpflicht!).

Wien hat die erwähnte Problematik insoferne nicht, als Stadt Wien und Gemeinde Wien praktisch ident sind (s. Kasten Wien).

Die burgenl√§ndische Landesregierung hingegen hat es sich, wenn man die einschl√§gige Verordnung betrachtet (siehe Kasten Burgenland), ziemlich leicht gemacht. Sie legt fest, dass Hunde so zu verwahren sind, dass von ihnen keine Gefahr ausgehen kann und dass die Gemeinde allgemein oder im Einzelfall Leinen- und Maulkorbpflicht anordnen kann. Sie √ľberl√§sst diese Regelungen also den Gemeinden, was nat√ľrlich abstruse Folgen haben kann, wenn man etwa bei einer Wanderung mit seinem Hund mehrere Gemeindegrenzen passiert. Man m√ľsste dann von jeder einzelnen Gemeinde die jeweilige Verordnung kennen und nat√ľrlich befolgen. Also Leine an, Leine ab ‚Ķ


NIEDER√ĖSTERREICH

Leinen- ODER Maulkorbzwang:
An √∂ffentlichen Orten im Ortsbereich, sowie in baulich oder funktional zusammenh√§ngenden Teilen eines Siedlungsgebietes oder in √∂ffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Parkanlagen, Einkaufszentren, Freizeit- und Vergn√ľgungsparks, Stiegenh√§usern und Zug√§ngen zu Mehrfamilienh√§usern m√ľssen Hunde an der Leine ODER mit Bei√ükorb gef√ľhrt werden.
Maulkorb- UND Leinenzwang:
Hunde, die als gef√§hrlich amtsbekannt sind, sind an den oben genannten Orten, sowie in Hundeauslaufzonen immer mit Leine UND Bei√ükorb zu f√ľhren.

Ausnahmen:
Während der Ausbildung, des Trainings oder der bestimmungsgemäßen Verwendung sind Dienst-, Jagd- oder Rettungshunde oder Behindertenbegleit- und Therapiehunde von der Beißkorb- oder Leinenpflicht ausgenommen, ebenso Wachhunde, die an einer sicheren Laufeinrichtung gehalten werden.



BURGENLAND

Leinenpflicht:
Au√üerhalb von Geb√§uden und eingefriedeten Grundst√ľcken m√ľssen Hunde an der Leine gef√ľhrt werden. Die Gemeinde kann, wenn dies zur Vermeidung von Beeintr√§chtigungen von Menschen oder Sachen erforderlich ist, allgemein oder im Einzelfall anordnen, dass Hunde au√üerhalb von Geb√§uden, von ausreichend eingefriedeten Grundfl√§chen oder an bestimmten Orten an der Leine gef√ľhrt werden m√ľssen, einen Bei√ükorb tragen m√ľssen oder an bestimmten Orten nicht mitgef√ľhrt werden d√ľrfen.
Verwahrungs- und Beaufsichtigungspflicht:
Der Halter eines Hundes hat seinen Hund so zu beaufsichtigen oder so zu verwahren, dass durch den Hund dritte Personen weder gef√§hrdet noch √ľber das zumutbare Ma√ü hinaus bel√§stigt werden. Als nicht zumutbare Bel√§stigung Dritter gilt insbesondere auch die Verunreinigung von Kinderspielpl√§tzen und √§hnlichen Fl√§chen.

Ausnahmen:
Hunde w√§hrend eines Einsatzes f√ľr die √∂ffentliche Sicherheit, Blindenf√ľhr- und Jagdhunde, sowie Hunde des Hilfs- und Rettungswesens.
Strafen:
Hundef√ľhrer, die gegen diese Verordnung versto√üen m√ľssen mit einer Geldbu√üe bis zu 363,37 Euro rechnen.


W I E N



Leinen- ODER Maulkorbpflicht:
An √∂ffentlichen Orten, land- und forstwirtschaftlichen Fl√§chen, sowie frei zug√§nglichen Teilen von H√§usern, H√∂fen, Lokalen und Kleingartenanlagen m√ľssen Hunde entweder mit einem Bei√ükorb oder so an der Leine gef√ľhrt werden, dass eine jederzeitige Beherrschung des Tieres gew√§hrleistet ist.


Definitive Leinenpflicht:
Auf gekennzeichneten Lagerwiesen oder in öffentlich zugänglichen Parkanlagen besteht Leinenpflicht!

Definitiver Maulkorbzwang:
Hunde m√ľssen an √∂ffentlichen Orten, an denen gr√∂√üere Menschenansammlungen stattfinden (z.B. Restaurants, Gesch√§ftslokalen, in √∂ffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Veranstaltungen) einen Maulkorb tragen. F√ľr ‚Äěbissige‚Äú bzw. bereits auff√§llig gewordene Hunde besteht an ALLEN √∂ffentlichen Orten Maulkorbzwang.

Ausnahmen:
Der Maulkorb- oder Leinenzwang gilt nicht f√ľr Rettungs-, Therapie-, Blindenf√ľhr- und Diensthunde w√§hrend ihrer bestimmungsgem√§√üen Verwendung und Ausbildung, dies gilt auch f√ľr Jagdhunde, die nur zu Jagdzwecken in einem Jagdgebiet eingesetzt werden.
Definition des Maulkorbes:
Der Maulkorb muss der Kopfform des Hundes angepasst und am Kopf derart befestigt sein, dass der Hund sein Maul darin öffnen und frei atmen, aber nicht beißen oder den Korb vom Kopf abstreifen kann.


Hunde in Wiener Parks:
In √∂ffentlichen Parkanlagen oder sonstigen √∂ffentlichen Gr√ľnanlagen hat der Hundehalter daf√ľr zu sorgen, dass sein Hund sich nicht in Sandkisten oder auf Kinderspielpl√§tzen aufh√§lt.

Sorgfaltspflicht:
F√ľr die Einhaltung der Gesetze hat der Verwahrer des Hundes zu sorgen, wird die Verwahrung einem Strafunm√ľndigen anvertraut, so treffen diese Verpflichtungen den Halter des Hundes.

Auslauf von Hunden:
Das Magistrat der Stadt Wien kann Teile von √∂ffentlich zug√§nglichen Parkanlagen zu ‚ÄěHundezonen‚Äú oder andere geeignete Gr√ľnfl√§chen zu ‚ÄěHundeauslaufpl√§tzen‚Äú erkl√§ren. Diese Hundezonen oder Hundeauslaufpl√§tze sind durch Tafeln, Bodenmarkierungen oder sonstige Begrenzungszeichen zu kennzeichnen.