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Zeckenbefall


FrĂĽhlingszeit:
Beginn der Zeckenzeit!

Es gibt verschiedene Zeckenarten ...


Die ersten sonnigen Tage. Man geht mit seinem Hund spazieren und genießt die lang entbehrte Wärme - kommt nach Hause und sieht plötzlich so ein kleines Etwas über das Fell des Hundes wandern. Die erste Zecke!

Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Warum soll man etwas gegen Zecken tun? Und wie?


Beisswerkzeuge einer Zecke unter dem Mikroskop
Abgesehen von der Tatsache, daß diese "possierlichen" Tierchen unser Ekelgefühl berühren, sind sie auch noch Krankheitsüberträger.

Zecken befallen nicht nur Hunde und Katzen (und natĂĽrlich jedes andere Tier), die ihnen vor die "BeiĂźer" kommen, sondern auch den Menschen.

Bei uns am häufigsten verbreitet sind der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) und die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Ixodes ist im vollgesogenen Zustand weiß, und Rhipicephalus, wie der deutsche Name schon sagt, braun. Während der gemeine Holzbock sich üblicherweise nur in der Natur und auf dem Tier aufhält, ist die braune Hundezecke ein größeres Problem. Sie braucht nur einen Wirt, um Blut zu saugen, und wenn sie im Haus oder Zwinger abfällt, nistet sie sich dort ein und vermehrt sich dort. Ein Problem, das auch für den Menschen äußerst unangenehm werden kann.

Dies sind die häufigsten Erkrankungen, die in Österreich und Deutschland von Zecken übertragen werden:

Beim Menschen besteht die Gefahr mit FSME (FrĂĽh-Sommer-Meningo-Enzephalitis) oder Borreliose infiziert zu werden.
FSME ist eine Virus-bedingte Hirnhautentzündung, die tödlich enden kann. Zum Glück gibt es dagegen für den Menschen einen Impfstoff.


Eine saumartige Entzündung um einen Zeckenbiss herum, könnte ein ernster Hinweis auf eine Borreliose Erkrankung sein.
Borreliose ist eine von Bakterien hervorgerufene Krankheit, z.B. Lyme-Disease oder Rückfallfieber, die sehr unterschiedlich verläuft und mit einer umschriebenen Rötung an der Einbißstelle beginnt..

Vorsicht:
Jede Entzündung geht mit einer Rötung einher, d.h. es muß nicht sofort Borreliose sein!!! Hier gibt zwar für den Menschen keinen Impfstoff, dafür aber für Hunde.

Unsere Haustiere können zwar nicht FSME bekommen, aber dafür außer Borreliose (nach Wochen bis Monaten kommt es zu fiebrigen, schmerzhaften Entzündungen der Gelenke, des Herzens und des Nervensystems) auch Babesiose (ein einzelliger Blutparasit, der die roten Blutkörperchen befällt, und nach und nach zu einer Blutarmut führt und schliesslich bis zum Tod führen kann).
Des weiteren können auch noch Rickettsien (Ehrlichiose, ein bakterieller Blutparasit, der v.a. sich in den weißen Blutkörperchen einlagert) übertragen werden. Verstärkt sind Babesiose und Rickettsiose im südeuropäischen Raum zu finden. Durch den Umstand, sein Tier in den Urlaub in den Süden mitzunehmen, tauchen diese Krankheiten auch immer häufiger bei uns in Mitteleuropa auf.

Was man gegen Zecken tun kann:
Am Besten ist immer noch, sein Tier nach dem Aufenthalt im Freien, nach möglichen aufgesprungenen Zecken gründlich abzusuchen, bevor diese sich in die Haut eingebohrt haben. Dies ist bei kurzhaarigen Tieren eher von Erfolg gekrönt.

Und dann gibt es noch medikamentöse und mechanische Möglichkeiten.
Es gibt mehrere Medikamente, die beim Hund auch gegen Zecken wirken. Wir möchten hier zwei Möglichketen nennen, mit denen wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Ampullen, (zB. Exspot, Frontline)die ins Fell eingebracht werden, zwischen den Schulterblättern und wenn nötig auch am Schwanzansatz. Besonders empfehlenswert für größere Hunde.
Weiters gibt es noch Sprays, mit dem der ganze Hund eingesprĂĽht wird
(empfehlenswert fĂĽr kleine Hunde) oder als Spot-on Produkt, nach Gewicht abgestuft (bis 10, 20 oder 40 kg)

Beide Produkte haben eine relativ gute, allerdings nur begrenzt anhaltende Wirksamkeit von ca. 4 - 5 Wochen. Wenn Sie jedoch in einem zeckenreichen Gebiet wohnen, ist die Anwendung eines zeckenabwehrenden Präparates nur zu empfehlen. Übrigens: Die genannten Präparate wirken auch gegen Flöhe und sind, zusammen mit vielen anderen für den gleichen Einsatzbereich, beim Tierarzt fast immer vorrätig.


Ist Knoblauch zur Zeckenabwehr wirklich geeignet ??
Zecken sind geruchsorientiert, das heißt, Knoblauch zeigt Wirkung. ABER NUR BEDINGT! denn jedes Lebewesen hat einen eigenen Duft. Manche sind für Zecken attraktiver als andere. Bei Ersteren hat der Knoblauch nur wenig Wirkung. Sie werden auch weiterhin von Zecken befallen werden. Letztere haben da mehr Glück. Im günstigsten Fall werden sie von Zecken nicht mehr belästigt. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob Ihr Tier den Knoblauch annimmt, und ob Sie mit dem Geruch zurecht kommen. Noch etwas zum Thema Knoblauch: Nicht zuviel, denn in Knoblauch ist Selen enthalten, der in höheren Blutkonzentrationen für Zecken zwar tödlich ist, vorher aber für Ihr Tier!

Ein mechanisches, sehr effizientes Mittel gegen Zecken: Die Zeckenzange!
Erhältlich im Zoofachhandel oder beim Tierarzt.
Diese gibt es in den unterschiedlichsten AusfĂĽhrungen; als Zange aus Plastik oder Metall, mit einer Feder zur automatischen SchlieĂźung, als Haken ...

Die Plastikzeckenzange hat gegenĂĽber der MetallausfĂĽhrung den Vorteil, dass sie nicht scharfkantig ist, und den Zeckenkopf abschneiden kann. Weiters ist sie durch die eingebaute Feder sehr einfach zu bedienen.

Zu beachten ist nur eines: Greifen Sie die Zecke mit der Zange/ dem Haken im Halsbereich, direkt an der Haut, drehen Sie sie zwei- bis dreimal um ihre Längsachse und ziehen Sie sie dann während einer Drehung heraus. In welche Richtung Sie die Zecke drehen ist übrigens egal. Zecken haben kein Gewinde!

Und noch etwas: Nehmen Sie kein Öl oder ähnliches, um der Zecke die Luft abzudrehen, denn in dem Fall speichelt sie verstärkt, bevor sie losläßt - oder auch nicht. Und überträgt so besonders effektiv die oben genannten Krankheiten.
Nachdem die Zecke entfernt wurde muss kontrolliert werden, ob der Kopf mit herausgedreht wurde. Der Kopf ist ca. 0,5 bis 1,5 mm groß. Sollte der Kopf trotz allem noch in der Haut stecken, bringen Sie Ihr Tier bitte alsbald zum Tierarzt, da sich die Stelle sonst entzünden und sich ein Abszeß bilden kann. Zum Vergleich: eine "leere" Zecke ist ca. 1,5 bis 4 mm groß, während sie nach dem Saugen bis zu 1,5 cm groß werden kann.

Jetzt noch ein Wort zur Entsorgung des ungeliebten Parasiten:
Hier ist das vorsichtige Abflammen vorzuziehen, da die Zecke sonst eine gute Chance hat zu ĂĽberleben.


Die Zecke wartet geduldig auf ihren Wirt ...

.. zeigt eine frisch aufgesprungene Zecke.


Diese Zecke ist bereits prall gefĂĽllt und fast satt ...

Zecken saugen sich gerne am Kopf oder im Genitalbereich an.


Auf einen erfolgreichen Kampf gegen Zecken!