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Darf Wuffi erben


Wenn Herrchen stirbt ÔÇô kann Hund Erbe sein?
Quelle: Autor: Dr. Michael Billeth, Notar / WUFF-Ausgabe: 2003-04)

Kann man seinen Hund als Erben einsetzen? F├╝r Franz M. ist nach dem Tod seiner Frau sein f├╝nfj├Ąhriger Sch├Ąferhund Rex der einzige Weggef├Ąhrte. Da der 78-j├Ąhrige Franz M. schwer krank ist, sorgt er sich auch um die Zukunft von Rex. Nach dem Ableben des Herrn M. w├Ąren seine beiden Neffen gesetzlich erbberechtigt, die jedoch f├╝r Haustiere nichts ├╝brig haben.
├ťber das Hundeleben nach dem Tod des Hundehalters ..



Die Rechtsordnung sieht f├╝r Tiere zahlreiche Sondervorschriften vor, wie beispielsweise den strafrechtlichen Tatbestand der Tierqu├Ąlerei. Erbrechtlich jedoch gilt ein Tier vor dem Gesetz als eine Sache, nicht anders als beispielsweise ein altes Nachtk├Ąstchen oder ein Golfschl├Ąger.
Niemand kann daher seinen Hund testamentarisch als Erben einsetzen, sondern h├Âchstens die ÔÇ×SacheÔÇť Hund einer bestimmten, hoffentlich geeigneten, Person vermachen. Im Falle des Herrn M. w├╝rde Rex ohne eine letztwillige Verf├╝gung des Hundebesitzers wohl gnadenlos in ein Tierheim abgeschoben, wenn dem Hund schon nichts Schlimmeres passieren sollte. Nun hat ein Bekannter des Herrn M., der auch einen gro├čen Garten besitzt, schon in Aussicht gestellt, im Ernstfall eventuell Rex zu ├╝bernehmen.



Letztwillige Verf├╝gung als Absicherung
F├╝r Herrn M. ist nunmehr Folgendes von Bedeutung: Einerseits muss im Ernstfall sein Bekannter gegen├╝ber seinen Neffen das Recht haben, Rex herauszuverlangen, um ihm ein neues Zuhause bieten zu k├Ânnen. Andererseits kostet die Haltung des Tieres auch Geld. Schlie├člich soll auch die Sicherheit gegeben sein, dass der Bekannte des Herrn M. Rex wirklich ordnungsgem├Ą├č versorgt.
Juristisch w├Ąre eine einwandfreie letztwillige Verf├╝gung durch Herrn M. erforderlich, die Folgendes beinhalten sollte: Rex m├╝sste seinem k├╝nftigen Herrchen vermacht werden. Weiters sollte diesem Tierliebhaber, wenn er nicht als Universalerbe eingesetzt wird, doch ein bedeutender Verm├Âgenswert, am besten ein entsprechender Geldbetrag vermacht werden. Hierbei sollte dem k├╝nftigen Herrchen von Rex als so genannte Auflage in der letztwilligen Verf├╝gung vorgegeben werden, dass er das Tier tats├Ąchlich entsprechend versorgt. Durch einen vermachten Geldbetrag st├╝nden auch die notwendigen Mittel zur Verf├╝gung. Die Verpflichtung des namhaft gemachten Tierliebhabers ginge ├╝brigens bei dessen Ableben ebenso auf seine Erben ├╝ber wie der vermachte Geldbetrag.
Die Sicherheit, dass Rex schlie├člich tats├Ąchlich entsprechend versorgt wird und der neue Hundebesitzer nicht sein Wort bricht, besteht in Folgendem: Bei Nichterf├╝llung der genannten Auflage h├Ątten die Neffen des Herrn M. als gesetzliche Erben einen klagbaren Anspruch. In diesem Fall n├Ąmlich k├Ânnten die ohnehin auf das Geld lauernden Neffen den kompletten Geldbetrag vom Wortbr├╝chigen herausverlangen.

N├Ąhere Ausk├╝nfte zu diesem Thema erteilt Notar Dr. Billeth unentgeltlich unter der Telefonnummer +43 (0)2742/21888. Hinweis: Aus rechtlichen Gr├╝nden muss dieser Telefonservice auf ├ľsterreich beschr├Ąnkt bleiben.


Wuffi kann nicht Erbe werden, aber es gibt M├Âglichkeiten, f├╝r Wuffi vorzusorgen
Auch wenn man immer wieder mal liest, dass ein Hund Erbe eines gro├čen Verm├Âgens geworden sei ÔÇô weder in einem europ├Ąischen Land noch in den USA k├Ânnen Hunde testamentarisch als Erben eingesetzt werden. Ein diesbez├╝gliches Testament ist aufgrund der fehlenden ÔÇ×Rechtsf├ĄhigkeitÔÇť von Tieren ung├╝ltig. Wenn Sie beispielsweise in Ihrem Testament Ihrem Wuffi 10.000 Euro ÔÇ×vermachenÔÇť, schaut Ihr Hund durch die Finger, sprich Pfoten. Tiere gelten zwar verfassungsm├Ą├čig zunehmend nicht mehr als Sachen, in erbrechtlicher Hinsicht bleiben sie de facto aber ÔÇ×SachenÔÇť. Und eine Sache kann nicht Erbe werden. Sehr wohl aber k├Ânnte man Wuffi seinerseits an eine Person vererben bzw. als Verm├Ąchtnis einsetzen, die sich weiter um ihn k├╝mmern wird. Selbstredend, dass dies noch zu Lebzeiten besprochen und ausgemacht wurde!



Tierheim oder Tierschutzorganisationen als Erbe ?
Nicht wenige Menschen setzen Tierheime, denen sie vertrauen, als Erben ein und verbinden dies mit der Auflage, dass f├╝r Wuffi ein gutes neues Zuhause gefunden und er gut versorgt werden m├╝sse. Derartige Auflagen k├Ânnen im Testament sehr vielgestaltig und phantasievoll erfolgen, damit es dem Hund nach dem Tod des Herrchens gut geht. Da es bei Testamenten, in denen Tierheime als Erben eingesetzt werden, nicht selten zu Anfechtungen des Testaments durch Verwandte kommt, die pl├Âtzlich ihr Interesse f├╝r den Verstorbenen (genauer: seinen Nachlass) entdecken, empfiehlt sich die Aufsetzung eines Testamentes in der Regel mit Hilfe eines Notars, auch wenn dies mit Kosten verbunden ist (Ausk├╝nfte ├╝ber Notare in Ihrer Region siehe unten). Aber dann haben Sie wenigstens die Sicherheit, dass Ihr letzter Wille auch wirklich IHR Wille bleibt.


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