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√ľber Zwerghasen



Bei den Zwergkaninchen gilt √§hnliches wie bei den Meerschweinchen. Auch sie gelten als sehr beliebte Haustiere, weil sie ruhig sind und keine ausdr√ľckliche Erlaubnis vom Vermieter vorliegen muss. Allerdings gilt bei Zwergkaninchen, im Gegensatz zu den beliebten Meerschweinchen: KEINE ZWERGKANINCHEN IN AUSSCHLIESSLICHER K√ĄFIGHALTUNG ! Dieser Ratschlag ist umso dringlicher, wenn die Haltung nur im K√§fig in der Wohnung, anstelle eines grossz√ľgigen Geheges im Freien, m√∂glich ist. Einzeltierhaltung sowie ausschliessliche K√§fighaltung grenzen an Tierqu√§lerei!

Bevor Sie sich f√ľr Zwergkaninchen entscheiden, bitte unbedingt ein entsprechendes Fachbuch lesen!
F√ľr jede Tierhaltung gilt: Kinder m√ľssen von den Eltern angeleitet, beaufsichtigt und kontrolliert werden. Kinder sollen wissen, dass Tiere keine Spielzeuge sind!


Herkunft und urspr√ľngliche Verhaltensweisen:
Das Zwergkaninchen stammt, wie alle anderen Hauskaninchen, vom europ√§ischen Wildkaninchen ab. Obwohl die Zwergkaninchen auch als ‚ÄěZwerghasen" bezeichnet werden, haben sie mit dem Feldhasen nichts gemein. Sie k√∂nnen sich mit diesem auch nicht verpaaren. Die Lebenserwartung der Zwergkaninchen liegt zwischen 8 bis 10 Jahren. Dazu m√ľssen sie sich allerdings viel bewegen k√∂nnen und in entsprechend grossen Gehegen hausen.
Urspr√ľnglich ist das Kaninchen ein H√∂hlenbewohner. Mit seinen kr√§ftigen Vorderl√§ufen gr√§bt es zahlreiche R√∂hren, die alle in einem Wohnkessel m√ľnden. Obwohl die Wildkaninchen in gro√üen Kolonien leben, bilden sie keine Gro√üfamilien, H√§sin und Rammler f√ľhren eine Einehe. Die M√§nnchen kennzeichnen ihr Herrschaftsgebiet durch ein Sekret ihrer Kinndr√ľsen und durch Verspritzen von Urin. In ihrem Einflussbereich dulden sie keine Rivalen.
Kaninchen sind sehr ruhige und soziale Tiere. Die Verständigung untereinander erfolgt hauptsächlich durch die Körpersprache. Bei Feindnähe warnen sich die Tiere gegenseitig durch starkes Klopfen mit den Hinterläufen. Nur in Extremsituationen fangen sie an, durchdringend zu schreien.



Demnach sollte das Zwergkaninchen auch in der Familie niemals alleine gehalten werden. Das h√∂rt sich aber etwas leichter an, als es tats√§chlich ist, denn es gibt Raufer, die absolut nicht bereit sind, ein zweites Tier zu akzeptieren. H√∂chstens ein Meerschweinchen. Eine Vergesellschaftung mit anderen Haustieren ist durchaus m√∂glich. Sogar zwischen Katze und Zwergkaninchen k√∂nnen innige Freundschaften entstehen. Werden Meerchweinchen und Zwergkaninchen zusammen gehalten, m√ľssen von jeder Tierart mindestens zwei Tiere vorhanden sein. Die Tiere brauchen den eigenen Artgenossen unbedingt, um sich verst√§ndigen und wohlf√ľhlen zu k√∂nnen.

Es ist ausgesprochen ber√ľhrend, wenn zwei Kaninchen Freundschaft geschlossen haben, mitsammen kuscheln, schmusen und sich putzen und ablecken.
Mehrere Zwergkaninchen k√∂nnen nur bis zu Beginn der Geschlechtsreife gemeinsam in einem K√§fig gehalten werden. Danach liefern sich die Tiere immer wieder Gefechte, um ihre territorialen Anspr√ľche deutlich zu machen. Besonders die Rammler k√∂nnen sich sehr stark bek√§mpfen und sollten daher ehest m√∂glich kastriert werden. Am ehesten vertragen sich weibliche Wurfgeschwister, speziell wenn sie von Anfang an gemeinsam aufgewachsen sind.
Achtung: ein kastrierter Rammler kann noch zwei Wochen lang seine Dame decken und das hat schon zu mancher √úberraschung gef√ľhrt.


Weit verbreitete Irrt√ľmer im Bezug auf Kaninchen:
1. ‚ÄěKaninchen sind Kuscheltiere.‚Äú
Nicht alle Kaninchen m√∂gen es, mit dem Menschen zu kuscheln. Es gibt Kaninchen, die zutraulich wie ein Hund werden und es sehr geniessen, wenn sie gestreichelt werden. Andere Kaninchen bleiben ihr Leben lang scheu. Auch wenn sie einem grunds√§tzlich vertrauen und einen kennen, haben sie Angst, wenn man sie auf den Arm nimmt. Sie beginnen nerv√∂s zu zappeln, atmen schnell oder warten in einer Art ‚ÄěSchreckstarre‚Äú, bis die Streichelorgie vor√ľber ist. Lassen Sie das Kaninchen dann in Ruhe und √ľberlassen Sie die Z√§rtlichkeiten seinem Partner - denn von diesem wird es sie garantiert geniessen.

2. ‚ÄěKaninchen sind geeignete Tiere f√ľr Kinder.‚Äú
Kaninchen sind keine einfachen Tiere. Sie haben komplexe Verhaltensmuster und brauchen viel Zuwendung. Nur mit Verantwortungsgef√ľhl und Zeit kann man ihnen ein tiergerechtes Leben erm√∂glichen. Das Ausmisten des Geheges nimmt Zeit in Anspruch und f√ľr gewisse Dinge wie z.B. N√§gelschneiden etc. braucht es einen Fachmann.

3. ‚ÄěKaninchen sind ‚Äěpraktische‚Äú Tiere, da man sie in einem K√§fig halten kann.‚Äú
Ein gro√üer und oft folgenschwerer Irrtum ! Kaninchen brauchen viel Platz, da sie einen grossen Bewegungsdrang haben. ALLE K√§fige sind zu klein und ausschlie√üliche K√§fighaltung f√ľhrt in jedem Fall zu Verhaltensst√∂rungen.

4. ‚ÄěKaninchen sind dumm.‚Äú
Kaninchen geh√∂ren zwar nicht zu den intelligentesten Lebewesen, aber sie sind durchaus lernf√§hig. Sie lernen schnell, was sie d√ľrfen und was nicht, und versuchen mit kleinen Tricks, einen zu √ľberlisten, um etwas zu erreichen. Mit viel Geduld kann man ihnen sogar kleine ‚ÄěKunstst√ľcke‚Äú beibringen, wie z.B. auf Befehl herzukommen, auf den Schoss zu springen oder M√§nnchen zu machen.

5. ‚ÄěKaninchen haben keinen Bezug zum Menschen.‚Äú
Viele Leute halten Kaninchen f√ľr unpers√∂nliche Tiere, die keine Beziehung zum Menschen aufbauen k√∂nnen. In Wirklichkeit lernen sie sehr schnell, wer sie f√ľttert und pflegt. Sie erkennen Menschen an ihrer Stimme und am Geruch. Wenn sie einem Menschen vollst√§ndig vertrauen, k√∂nnen sie wie kleine Hunde werden, die ihrem Herrchen nachlaufen, ihn begr√ľssen, wenn er nach Hause kommt und ihm ihre Zuneigung zeigen (Kaninchen lecken einem das Gesicht oder die H√§nde, wenn sie einen gern haben).


Richtiger Umgang:
Das Kaninchen ist ein schreckhaftes Wesen, das behutsam an die Nähe des Menschen gewöhnt werden muss. Erschreckt es sich, so neigt es zu fluchtartigen Bewegungen oder es beißt und kratzt. Bevor ein Kaninchen auf den Arm genommen wird, sollte man es unbedingt ansprechen und streicheln. Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Kaninchen hochzuheben: Entweder umfasst man mit der einen Hand die Schulter, während die zweite Hand von unten unter den Brustkorb greift, oder das Kaninchen wird am Nackenfell hochgehoben. Auf keinen Fall darf man ein Kaninchen an den Ohren hochheben.
Zum Streicheln setzt man das Tier auf den Scho√ü oder nimmt es auf den Arm, wobei die Hand von unten und seitlich f√ľr einen sicheren Halt sorgen muss. Bereits St√ľrze aus Tischh√∂he sowie ein Einklemmen zwischen T√ľren kann beim Kaninchen zu Knochenbr√ľchen und schweren inneren Verletzungen f√ľhren. Obwohl das Kaninchen f√§lschlicherweise als ‚Äědas Streicheltier schlechthin" gilt, liegt es vor allem in der Verantwortung der Eltern, darauf zu achten, dass Kinder sorgf√§ltig und behutsam mit dem Tier umgehen. Aufgrund seiner Schreckhaftigkeit ist das Zwergkaninchen f√ľr kleine Kinder nicht geeignet.





Haltung und optimale Unterbringung:
Obwohl Zwergkaninchen zu den beliebtesten Kleintieren in √Ėsterreichs Haushalten z√§hlen, ist eine artgerechte Haltung in der Wohnung nur sehr bedingt m√∂glich. Hier hat das Tier keine M√∂glichkeit, H√∂hlen und G√§nge zu graben.
Die handels√ľblichen K√§fige mit den √ľblichen Ma√üen 80cm L√§nge und 50cm Breite sind viel zu klein und das Kaninchen ist darin keineswegs artgerecht untergebracht, auch entspricht es nicht den Anforderungen des bestehenden Tierschutzgesetzes ! Selbst wenn dem Kaninchen zwischenzeitlich Auslauf gew√§hrt wird, braucht ein Kaninchen mindestens 2 m2 Platz in einem K√§fig zur Verf√ľgung.
Es ist eine Eigenart des Kaninchens, sich zeitweilig auf die Hinterl√§ufe zu stellen und ‚ÄěM√§nnchen" zu machen. Daher sollte die H√∂he der Unterkunft mindestens 50 cm betragen. Heuraufe, Tr√§nkeflasche und Fertigfutterspender sollten au√üen am K√§fig befestigt sein, um den ohnehin immer zu kleinen Bewegungsraum im K√§fig nicht noch weiter einzuschr√§nken.

Im K√§fig ist dem Kaninchen unbedingt eine Schutzh√ľtte mit entsprechend gro√üem Schlupfloch anzubieten. Optimale Ma√üe sind 25 cm x 30 cm in der Grundfl√§che und 20 cm H√∂he. F√ľhlt sich das Kaninchen bedroht, wird es blitzschnell in dieses Versteck fl√ľchten.
Da Kaninchen von Natur aus H√∂hlenbewohner sind, m√∂gen sie es gar nicht, wenn ihre Behausung frei im Raum steht und von allen Seiten einsehbar ist. Insbesondere, wenn sich jemand unvermittelt √ľber den am Boden stehenden K√§fig beugt, kommt es zu dem sogenannten ‚ÄěGreifvogeleffekt". Das Kaninchen versucht in panischer Angst, ein Versteck aufzusuchen. Dabei kann es vorkommen, dass das Tier gegen die K√§figw√§nde prallt und sich schwere Verletzungen zuzieht.

Auch das frei Laufenlassen in der Wohnung ist jedoch nicht ganz unproblematisch, da das Zwergkaninchen mit Vorliebe Elektro- und Telefonkabel oder Holzgegenst√§nde und M√∂bel anknabbert. Unproblematischer ist es, wenn man das Tier auf dem absturzgesichterten Balkon laufen lassen kann. Allerdings muss dann beachtet werden, dass ein Zwergkaninchen Absperrungen von 70 cm H√∂he m√ľhelos aus dem Stand √ľberspringen kann!

Am g√ľnstigsten ist nat√ľrlich der Auslauf im eigenen Garten. Ein transportabler Pferch aus Holzlatten und Drahtgeflecht ist leicht hergestellt. Er sollte etwa eine Gr√∂√üe von etwa 2m x 2m in der Grundfl√§che haben und mind. 75 cm hoch sein. Damit das Kaninchen vor Hunden, Katzen und Raubv√∂geln gesch√ľtzt ist, muss das Freigehege auch oben mit Maschendraht abgesichert sein. Auch in diesem Freiauslauf sollte dem Kaninchen eine Schutzh√ľtte angeboten werden, damit es sich zeitweilig zur√ľckziehen und sich auch vor der Sonne sch√ľtzen kann. Da auch Zwergkaninchen das Graben nicht verlernt haben, ist eine mehrfache, regelm√§√üige Kontrolle tags√ľber zu empfehlen. Nachts sollte man die Tiere ins Haus nehmen.



Tier-MenschVerständigung
Tiere verst√§ndigen sich mit ihren Artgenossen durch K√∂rperhaltung, Schwanzstellung, Mimik, Laut√§usserungen und vielem mehr. Ist der Mensch Kumpan und Artgenossenersatz, dann muss er versuchen, das grosse Defizit wenigstens ein bisschen wettzumachen. Dies tut er am besten, indem er ruhig mit seinen Sch√ľtzlingen spricht. Auch Zwergkaninchen sind lernf√§hig und verstehen sehr schnell, was verschiedene Worte oder Tonlagen bedeuten.
Wer seine Zwergkaninchen verstehen will, muss auch ihre K√∂rpersprache kennen, gerade weil die Laut√§usserungen eher selten und meist sehr leise, und leicht zu √ľberh√∂ren sind.
-- Angelegte Ohren, vorgestreckter Kopf und abstehendes Schwänzchen bedeuten Gefahr: Das Tier kann jederzeit zubeissen.
-- Wenn es sich flach auf den Boden dr√ľckt, sucht es Deckung.
-- Trommeln mit den Hinterläufen sind Warnzeichen, Drohgebärde und Angstäusserung. So werden Artgenossen gewarnt, um blitzschnell im Versteck zu verschwinden.
-- Aufstellen und "M√§nnchenmachen" ist - zum Beispiel im hohen Gras - eine Verhaltensweise zur Gewinnung besserer √úbersicht oder um D√ľfte besser zu erschn√ľffeln.
-- Zwergkaninchen gewöhnen sich rasch an Geruch und Stimme "ihres" Menschen und werden in kurzer Zeit handzahm.

Verhaltensstörungen beim Zwergkanichen
Die meisten abnormen Verhaltensweisen wie Gitternagen oder Beissen von Menschen sind ausschliesslich auf falsche Haltung zur√ľckzuf√ľhren. Wer Zwergkaninchen auf engstem Raum, wom√∂glich noch ohne Artgenosse, hinter Gitter einsperrt, muss sich nicht wundern, dass die bewegungs- und kontaktfreudigen Gruppentiere leiden, erkranken oder Verhaltensst√∂rungen entwickeln. Einzel- und K√§fighaltung sind absolut abzulehnen! Bei Streitereien unter weiblichen Zwergkaninchen empfiehlt es sich, einen kastrierten Bock einzugliedern. Zwei Rammler vertragen sich nur in den ersten Monaten. Heftige Rangordnungsk√§mpfe mit Verletzungen sind keine Verhaltensst√∂rungen, sondern normales Sozialverhalten. Auch Zwergkaninchen m√ľssen sich m√∂gen und es kommt vor, dass Neu-Eingliederungen sehr viel Geduld erfordern.



Die richtige Ernährung
Die wichtigste Grundnahrung f√ľr Kaninchen ist Heu. Es muss st√§ndig zur Verf√ľgung stehen, weil es die Verdauung reguliert. Auch Wasser muss immer vorhanden sein. Dieses wird am besten in einem offenen Tongef√§ss auf eine kleine Erh√∂hung gestellt, damit Verschmutzung verhindert wird. Trinkflaschen sind unnat√ľrlich und geben das Wasser nur tropfenweise ab.

H e u


G r √ľ n f u t t e r
Ein idealer F√ľtterungsplan sieht folgendermassen aus:

-- Morgens: viel frisches, aromatisch duftendes, staub- und schimmelfreies Heu und frisches Wasser

-- Mittags: Gr√ľnfutter (auf keinen Fall angewelkt!!), z.B. Karotten, Apfel, Fenchel, Kr√§uter oder L√∂wenzahn

-- Abends: Körnerfutter oder Fertigfutterpellets

-- Zus√§tzlich tags√ľber hartes, trockenes Brot und √Ąste als Nagematerialien [√Ąste aus dem Wald von Buchen, Weiden, Ahorn, Haselnuss oder von Apfel- und Birnb√§umen sind weitaus besser geeignet als k√ľnstliche Knabberstangen. Sie dienen nicht nur der nat√ľrlichen Abstumpfung der Z√§hne, sondern auch einer sinnvollen Besch√§ftigung.

Morgens sollte zuerst viel Heu und noch k e i n Gr√ľnfutter verabreicht werden, da einige Kaninchen sonst Durchfall bekommen kann. Ist eine F√ľtterung am Mittag nicht m√∂glich, sollte in diesem Fall das Gr√ľnfutter lieber erst abends gegeben werden.


K r ä u t e r
Die Natur bietet, je nach Jahreszeit, Gr√ľnfutter wie L√∂wenzahn, Luzerne, B√§renklau, Klee, Sauerampfer und verschiedene Gr√§ser zur Auswahl. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass diese Futtermittel frei von Pestizidr√ľckst√§nden sind, da diese schon in geringsten Konzentrationen schlimme Folgen f√ľr das Kaninchen haben k√∂nnen.
Das Gr√ľnfutter darf auf keinen Fall angewelkt sein ! Andernfalls kommt es im Darm des Kaninchens zu Gasansammlungen, an denen das Tier qualvoll sterben kann.
Das Gr√ľnfutter sollte √ľber eine Raufe gef√ľttert und nicht auf die Einstreu gelegt werden.




Tomate, Paprika (rot,gelb,gr√ľn) Stiele, Kerne, Strunk
bei Tomate gr√ľne Teile entfernen (giftig !!)
Häufigkeit: hin und wieder

Gurke, Melone
schälen, Melonenkerne entfernen!
Häufigkeit: täglich

√Ąpfel, Karotten, Karotten mit Gr√ľn, Stangensellerie, Birne
säubern, entsanden, abwischen
Häufigkeit: täglich

Chicoree, Chinakohl (bläht nicht), Fenchel äussere Blätter
braune Stellen entfernen
Häufigkeit: täglich

Rote Beete (roh)
schälen
Häufigkeit: hin und wieder

Steckr√ľbe, Sellerieknolle, Broccoli
schälen, bzw. Stellen entfernen Häufigkeit: täglich

Kiwi, Orange, Clemetine
schälen, entkernen
Häufigkeit: hin und wieder

Petersilie, Dill, Basilikum, Melisse
waschen
Häufigkeit: täglich


Die Futtermenge muss immer auf das Zwergkaninchen abgestimmt sein. Tiere mit viel Bewegung und einem entsprechend hohen Energieverbrauch benötigen etwas mehr Futter als kleine "Stubenhocker" oder ältere Tiere.
Falls das Kaninchen mal etwas beleibter sein sollte, kann man einen Fastentag w√∂chentlich einlegen, an dem aber Wasser und ausreichend Heu gef√ľttert werden muss. Gewichtskontrollen sind angebracht.


Wasser ist wichtig !
An dieser Stelle ist auch dem weitverbreiteten Irrglauben entgegenzutreten, Kaninchen br√§uchten kein Wasser. Das stimmt ganz ausdr√ľcklich nicht, auch wenn es in einigen Zoogesch√§ften immer wieder behauptet wird. Das Kaninchen deckt zwar einen Teil seines Fl√ľssigkeitsbedarfs √ľber das Gr√ľnfutter, braucht jedoch auch unbedingt frisches Wasser.


Zwergkaninchen sind sehr empfindlich, was Futterumstellungen betrifft. Sie haben einen sehr empfindlichen Magen-Darm-Trakt und neigen zu gef√§hrlichen Verdauungsst√∂rungen, wie Durchfall oder Verstopfung. Eine Futterumstellung, sollte sie n√∂tig sein, also immer Schritt f√ľr Schritt und unter st√§ndiger Beaobachtung vornehmen.


Vermehrung:
Zwergkaninchen sind sehr fruchtbar. Bereits im Alter von 6 Monaten swind sie geschlechtsreif. Das Weibchen kann viermal im Jahr bis zu vier Junge werfen.
Nat√ľrlich sind die kleinen Kaninchen √§ussert possierlich, doch es muss eindringlich vor einer Zucht gewarnt werden. Es ist in den meisten F√§llen nicht sicherzustellen, dass die abgegebenen Tiere nur in gute H√§nde kommen. Stellt man sich vor, dass sie in Versuchslaboratorien enden, wo sie zu √§u√üerst schmerzhaften und qu√§lerischen Experimenten missbraucht werden, dann sollte einem die Freude am Z√ľchten vergehen.


KRANKHEITEN
Grundsätzlich gilt:
- gesunde Kaninchen haben ein gl√§nzendes Fell ohne Kahlstellen und Krusten oder Verschorfungen, die von Verletzungen herr√ľhren.
- Die Augen m√ľssen gl√§nzen und d√ľrfen nicht tr√§nen.
- Die Nasenöffnungen sollten auf jeden Fall trocken sein.
- Auf saubere Ohren ist zu achten. Kleieartige Beläge weisen auf Ohrräude hin.
- Sind die Haare der After- und Bauchregion verklebt und verschmiert, kann es sein, dass das Tier Durchfall hat.

Nachfolgend eine kleine Übersicht der häufigsten Kaninchenkrankheiten, die oftmals auch erblich bedingt sein können. Bei Auftreten dieser Krankheiten sollten Sie bitte sofort einen Tierarzt, der auf Kleintiere bzw. Kaninchen spezialisiert ist, aufsuchen.


Lange Zähne:
Eine Besonderheit der Kaninchen sind ihre Z√§hne: Sie wachsen laufend nach und m√ľssen sich daher an den Kaufl√§chen st√§ndig abscheuern und k√ľrzen. Dies geschieht normalerweise durch das Benagen harter Gegenst√§nde,so werden die Z√§hne kurz gehalten. Funktioniert dies nicht, dann muss der Tierarzt die Zahnspitzen fachm√§nnisch k√ľrzen.
Beachtet man die Zahnanomalien nicht, so kann diese so schlimm sein, dass die Futteraufnahme unmöglich wird und die Tiere verhungern.


Lange Krallen:
Nicht nur die Nagez√§hne, auch die Krallen des Kaninchens wachsen st√§ndig nach. Werden diese durch mangelnde Abnutzung zu lang, so sind sie mittels einer Krallenschere so zu k√ľrzen, dass das r√∂tlich durchscheinende Krallenbett nicht verletzt wird. Dies sollte man grunds√§tzlich einem erfahrenen Tierarzt √ľberlassen.


Durchfall:
Falls Durchfall auftritt muss das Gr√ľnfutter gestrichen und nur Trockenfutter und vor allem Heu gegeben werden. Falls auf Gr√ľnes nicht verzichtet werden kann, in erster Linie k e i n kohlartiges Gem√ľse f√ľttern. Unterst√ľtzend kann man auch Kamillen-, Brombeerstauden-, Eichenbl√§tter-, Blutwurz- oder Ringelblumentee zum trinken anbieten, oder eingeben. Beim Tee darauf achten, dass er h√∂chstens lauwarm ist, nicht hei√ü und nur kurz aufgebr√ľht.
Hom√∂opathisch kann Durchfall durch folgende Pr√§parate in der Dosierung f√ľnf Globuli t√§glich gegeben werden:China D4, Abrotanum D3 bei chronischem Durchfall, oder Okoubaka D2 bei Lebensmittelunvertr√§glichkeit.
Auch wenn sich der Durchfall gebessert hat, darf nicht gleich mit der normalen Gr√ľnfutterration angefangen werden, sondern die Gr√ľnfutterration mu√ü langsam gesteigert werden. Der gereizte Verdauungstrakt muss sich erst wieder daran gew√∂hnen. Bei Durchfall muss auch die Einstreu √∂fter als sonst gewechselt werden. H√§lt der Durchfall l√§nger als zwei bis drei Tage an, sollte unbedingt der Tierarzt konsultiert werden, denn l√§nger anhaltender Durchfall kann f√ľr das Zwergkaninchen lebensgef√§hrlich sein. Bei Kleintieren ist Durchfall die h√§ufigste Todesursache.

Verstopfung:
Bei leichter Verstopfung sollte das Trockenfutter abgesetzt werden. Nur noch Heu, Gem√ľse und Obst f√ľttern. Das Kaninchen braucht viel zu trinken, zum Beispiel Kamillentee. Wahlweise kann man auch etwas Oliven√∂l eingeben. Auf jeden Fall sollte daf√ľr gesorgt werden, dass sich das Kaninchen viel bewegt. Es tut auch gut, wenn man seinem Zwergkaninchen die Bauchgegend massiert.
Falls nach einem Tag keine Besserung eintritt, bitte sofort zum Tierarzt gehen.

Schnupfen:
Erste Anzeichen sind: Niesen, Nasenausfluss, verkrustete Haare an Nase und Vorderl√§ufen, Augenentz√ľndungen, Kopf-Schiefhaltung.
Der sogenannte "ansteckende Schnupfen" beim Zwergkaninchen ist nicht mit einem herkömmlichen Schnupfen beim Menschen zu vergleichen. Während diese Krankheit bei uns relativ harmlos verläuft, kann sie bei Zwergkaninchen auch tödlich enden.
Anzeichen f√ľr einen Schnupfen ist das klassische Niesen, aber auch leichter Nasenausfluss, der auch eitrig werden kann. Treten diese Symptome auf sollten m√∂gliche Ursachen beseitigt werden. Dazu z√§hlen zum Beispiel staubiges Heu oder scharfe Putzmittel. Oft wird Schnupfen auch durch Vitaminmangel, Zugluft, oder gro√üe Hitze gef√∂rdert. Manchmal hat das Kaninchen nur etwas in die Nase bekommen, dann h√∂rt das Niesen nach kurzer Zeit wieder auf.
Wenn sich die oben genannten Symptome verschlimmern und das Tier matt wird und weniger oder nicht frisst ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig. Sicherheitshalber sollte das Kaninchen von anderen Artgenossen getrennt werden, um Ansteckung zu vermeiden. Unterst√ľtzend kann Spongia D30 (Entz√ľndungen im Bronchien- und Lungenbereich) und Bryonia D4 (Schleimhautentz√ľndungen) gegeben werden.
Wird ein Schnupfen nicht, oder nicht rechtzeitig behandelt, kann er in seltenen F√§llen zu einer Lungenentz√ľndung und zum Tod des Tieres f√ľhren.

Hitzschlag:
Einen Hitzeschlag erkennt man durch schnelle, flache Atmung, Zittern und evtl. ein ge√∂ffnetes M√§ulchen. Das Tier sofort in den Schatten legen und die L√§ufe und den Kopf mit feuchten,nicht zu kalten, T√ľchern k√ľhlen. Auf jeden Fall Wasser zu trinken anbieten, notfalls eingeben, auch das darf aber nicht zu kalt sein. Bessert sich der Zustand des Tieres nicht zusehends, mu√ü umgehend der Tierarzt aufgesucht werden.

Augenentz√ľndung:
Wenn das Zwergkaninchen ein Auge dauerhaft zukneift, es tr√§nt oder vereitert ist, dann liegt meistens eine Augenentz√ľndung vor. Eine von vielen Ursachen ist eine leichte Erk√§ltung, die z.B. durch Zug verursacht wurde. Falls es nach ein paar Tagen nicht besser ist, bitte den Tierarzt konsultieren. Meist werden dann Augentropfen oder eine Creme verschrieben. Klingt die Entz√ľndung nicht ab, muss evtl. auch kontrolliert werden, ob die Wimpern so verformt sind, dass sie st√§ndig auf der Pupille reiben.
Eine bei Augenentz√ľndungen unterst√ľtzende Behandlung ist: t√§glich die Augen auswaschen (mit einer Pipette) mit 10 Tropfen Euphrasia auf 1/2 Glas warmes Wasser. Zus√§tzlich kann man Arnica C30, Pulsatilla D6 oder Kalium bichronicum ins Trinkwasser geben. Bitte keinen Kamillentee verwenden! Die kleinen Teilchen im Tee machen die Sache oft nur noch schlimmer.

Milbenbefall:
Es gibt drei verschiedene Arten von Milben bei Kaninchen:
-- die Raubmilbenräude
-- die Ohrräude (Psoroptesräude)
-- die Fellmilbe
Behandlung: Das Kaninchen mit einem Ektoparasitenmittel baden (mehrmals wiederholen im wöchentlichen Abstand). Das Mittel verschreibt der Tierarzt, der bei Milbenbefall jedenfalls aufzusuchen ist. Wichtig zu wissen ist, dass nicht alle Mittel vom Kaninchen vertragen werden. Parallel zur Behandlung muß der Käfig vollständig ausgeräumt, gereinigt und mit einem Ektoparasitenmittel gehandelt werden.
Milbenbefall ist daran zu erkennen, dass sich das Kaninchen vermehrt kratzt und sich entz√ľndete Stellen zeigen.
Die Raubmilbenräude kann am ganzen Körper vorkommen, die Psoroptesräude beschränkt sich nur auf den Ohrbereich, bei stärkerem Befall kann sie sich auch auf den ganzen Kopf ausbreiten.
Nur ein Tierarzt kann eine wirklich auf das Tier abgestimmte Behandlung einleiten. Die Mittel, die es im Zoohandel zu kaufen gibt sind meist viel zu scharf und k√∂nnen sogar zu Tumoren f√ľhren



Probleme und mögliche Selbstbehandlungen:

PROBLEM: Die Kaninchen vertragen sich nicht. Sie gehen aufeinander los und liefern sich sogar gefährliche Kämpfe.
URSACHE: Zu wenig Platz. Kaninchen sind Tiere mit einem komplizierten Sozialverhalten. Sie brauchen Zeit, sich aneinander zu gew√∂hnen. Besonders bei Jungtieren ist es oft normal, dass sie k√§mpfen, um die Rangordnung zu bestimmen. Damit die K√§mpfe aber nicht in schlimmen Verletzungen enden, brauchen die Tiere genug Platz, um dem anderen auszuweichen und sich zur√ľckzuziehen. In einem K√§fig ist dies nicht m√∂glich.
L√ĖSUNG: Trennung ist die falsche L√∂sung. Richtig ist, den Kaninchen ein grosses, neutrales Gehege zur Verf√ľgung zu stellen, das verschiedene Schlupfwinkel als R√ľckzugsm√∂glichkeiten hat. Die Kaninchen werden anfangs wieder aufeinander losgehen, doch haben sie nun die M√∂glichkeit, auszuweichen. Ist erst einmal klar, wer der Boss sein wird, sind die Kaninchen wieder ein Herz und eine Seele.
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PROBLEM: Durchfall
URSACHE: Durchfall kann viele Ursachen haben: falsche Ern√§hrung, Stress, W√ľrmer.
L√ĖSUNG: Besteht das Problem in der Ern√§hrung, kann f√ľr eine Weile auf Gr√ľnzeug verzichtet werden. Es wird daf√ľr mehr frisches Heu von guter Qualit√§t verabreicht. Auch schlechte Qualit√§t von Heu, d.h. Heu, das gelb oder braun anstatt gr√ľn ist, kann zu Durchfall f√ľhren. Man holt deshalb Stroh und Heu am besten beim Bauer (ist auch viel billiger!). √Ąpfel und √Ąste aus dem Wald scheinen die Verdauung zu regulieren und k√∂nnen bei Durchfall auch helfen.
Ist Stress die Ursache, muss er vermindert werden. In einer Anpassungsphase mit K√§mpfen, kann Durchfall normal sein. Wenn die Anpassung klar ist, geht der Durchfall automatisch vorbei. Ist der Stress auf schlechte Haltungsbedingungen zur√ľckzuf√ľhren, m√ľssen diese verbessert werden.
Hat das Tier W√ľrmer, muss es zu einer Behandlung zum Tierarzt gebracht werden.
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PROBLEM: Extreme Hitze oder extreme Kälte
L√ĖSUNG: Extreme Hitze ist f√ľr Kaninchen ziemlich unangenehm. Sie k√∂nnen nicht schwitzen oder hecheln und so kann es leicht zu einem Hitzestau im K√∂rper kommen. Um einen Hitzschlag zu vermeiden, m√ľssen Kaninchen im Sommer unbedingt einen luftigen Schattenplatz haben. Bei extremen Temperaturen empfiehlt es sich zus√§tzlich, die Kaninchen nass zu spritzen, damit die Hitze besser verdampfen kann. Am besten mit einem Wasserspray f√ľr Zimmerpflanzen oder mit der Hand.
Extreme K√§lte ist weniger ein Problem. Die wetterfeste H√ľtte muss aber aus dickem Holz (mindestens 2 cm) gebaut, gut mit Heu ausgelegt und gross genug sein, dass alle Kaninchen gleichzeitig darin liegen k√∂nnen.
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PROBLEM: Das Kaninchen baut ein Nest und reisst sich Haare am Körper aus
URSACHE: Weibliche Kaninchen durchlaufen manchmal eine Scheintr√§chtigkeit. Diese ist hormonell bedingt und f√ľhrt dazu, dass das Kaninchen das Verhalten eines Schwangeren zeigt. Es baut ein Nest f√ľr die vermeintlichen Jungen und polstert es mit den eigenen Haaren.
L√ĖSUNG: Das Problem besteht v.a. bei Innenhaltung. Oft l√∂st es sich von alleine, wenn das Kaninchen √§lter wird. Wenn das Verhalten aber √ľber l√§ngere Zeit immer wiederkehrt, kann eine Kastration helfen. Kastrierte Weibchen sind ruhiger und friedlicher.
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PROBLEM: Das Fressen von Blinddarmkot (eine Notwendigkeit!)
Dem mit der Kaninchenhaltung unerfahrenen Neuling mag das Verhalten der Zwerge, ihren Kot zu fressen, vielleicht etwas befremdlich und unappetitlich vorkommen, vielleicht sogar Sorge bereiten. Dennoch ist das ganz normal, ja sogar eine Notwendigkeit, da die Tiere so ihren Vitaminhaushalt regulieren. Sie fressen auch nicht generell ihren Kot, sondern nur den Blinddarmkot, welcher aufgrund seiner traubenartigen und weicheren Struktur leicht von den normalen, kleineren und festeren K√∂tel unterschieden werden kann. Wie der Name schon sagt, wird diese Art von Kot im Blinddarm produziert und ist reich an Vitamin D. Meist wird er von dem Tier direkt vom After abgenommen, so dass man die Existenz und Aufnahme der ¬ĽVitaminkapsel¬ę nur bisweilen wahrnimmt, wenn z.B. etwas von dem Blinddarmkot √ľbrig bleibt.
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PROBLEM: Fellverklumpte Kötel
Es auch vorkommen, dass zwei oder mehr der normalen Kotk√ľgelchen leicht verformt und zusammenh√§ngend, wie an einer Perlenkette aufgezogen, ausgeschieden werden (vgl. nebenstehende, wohlgemerkt extreme Abbildung). In dem Fall hat das Kaninchen zu viel Fell gefressen bzw. ungewollt beim sich Putzen aufgenommen und dieses (gl√ľcklicherweise) mit dem normalen Kot vermengt wieder ausgeschieden.
Hier ist Vorsicht geboten: leicht kann es passieren, dass sich die Fellreste im Magen festsetzen und zu einer lebensbedrohlichen Verstopfung f√ľhren. Daher sollte man seine kleinen Lieblinge regelm√§√üig b√ľrsten, um ihr Fell so von den losen Haaren zu befreien, damit diese erst gar nicht in den Magen gelangen.

Tiergerechte Haltung vermindert Krankheit!
F√ľr jeden Tierhalter mu√ü es eine Selbstverst√§ndlichkeit sein, bei ersten Anzeichen einer Erkrankung des Tieres den Tierarzt aufzusuchen.



Der Vormarsch der sch√∂nen aber nicht besonders wirtschaftlichen Zwerg- und "Sport"rassen zeigt, dass die Kaninchenhaltung von der reinen Fleischproduktion zum Hobby geworden ist. Vergessen wir dabei nicht, dass auch Zwergkaninchen, unabh√§ngig von der Art der Nutzung, die gleichen Bed√ľrfnisse nach Kontakt zu Artgenossen, freiem Auslauf, R√ľckzugsm√∂glichkeiten usw. haben und dies bei der Haltung und Betreuung dieser Tiere immer wieder im Vordergrund stehen mu√ü, um den Tieren ein stressfreies und angenehmes Leben in unserem Familienverband zu erm√∂glichen.



Kaufen Sie bitte niemals ein Zwergkaninchen aus Mitleid ! Sie tragen damit schlie√ülich dazu bei, dass weitere Tiere gez√ľchtet und in unnat√ľrlicher Art und Weise gehalten werden.