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Alles ├╝ber Rangordnung



Wer ist hier der Boss? ├ťber Rangordnung und Gehorsamkeitstraining
(Autor: Elisabeth Cech - Leiterin des Dog College Tattendorf)

Das konkrete Problem:
Eine 13 Monate alte H├╝ndin ist momentan ein richtiger Flegel. Daheim meistens brav, ist sie drau├čen nicht zu bremsen. Bellt pl├Âtzlich Leute an, kommt nur dann, wenn sie will, zieht wieder vermehrt an der Leine. In unserem Garten macht sie ÔÇ×Sitz" und ÔÇ×Platz", auch Fu├čgehen klappt, aber nur, wenn niemand au├čen am Zaun vorbeigeht.


Diese H├╝ndin befindet sich in den ÔÇ×Flegelmonaten". Das bedeutet f├╝r den Halter jetzt vor allem: Geduld aufbringen, tief durchatmen, Ruhe bewahren. Dann muss man in diesem Fall zwischen zwei weiteren Themen unterscheiden:
Da ist einmal die Rangordnung, die noch nicht ganz gekl├Ąrt erscheint, und zum anderen geht es um Training zum Gehorsam - Ihr Hund soll auf Kommandos richtig reagieren. Beide Bereiche stehen nat├╝rlich in Bezug zueinander, jedoch erreicht man durch blo├čes Gehorsamkeitstraining nicht automatisch die F├╝hrungsposition in einem Rudel. Als Beispiel dienen all jene Hunde, die gelernte Kommandos auch bei Verwandten, Bekannten oder Fremden ausf├╝hren - hier k├Ânnen gar keine Rangbeziehungen bestehen.

Rudelf├╝hrung
Was macht nun einen Rudelf├╝hrer aus? Einfach ausgedr├╝ckt, er ist bestimmend: Er sagt, was wann wie gemacht wird. Dazu geh├Âren aber mindestens zwei. N├Ąmlich der eine, der bestimmt, und der andere, der ├╝ber sich bestimmen l├Ąsst. Hundebesitzer, die also von ihrem Hund behaupten, dass er dominant sei, lassen diese Dominanz meistens zu. Nat├╝rlich wird jeder Hund versuchen, entweder ÔÇ×sich durchzusetzen" oder ÔÇ×etwas durchzusetzen", was ihm besonders wichtig ist - Vorteile verschafft sich jeder, wenn es m├Âglich ist. Der eine Hund versucht das st├Ąndig, der andere kaum, Hunde sind eben unterschiedlich.

Diese konkrete H├╝ndin hat offensichtlich den Posten des Chefportiers ├╝bernommen - wer hier am Zaun vorbeigeht, bestimmt sie. Wahrscheinlich begr├╝├čt sie auch als Empfangschefin alle Besucher als Erste. Jetzt kann man als Rudelf├╝hrer gleich ein paar Regeln f├╝r Daheim aufstellen: Werden Sie der bestimmende Teil im Leben Ihres Hundes. So h├Ąngt es z.B. von Ihnen ab, wann Spazierg├Ąnge gemacht werden, wann es Futter gibt, wann gespielt wird. Sie beginnen und beenden alle sozialen Aktionen. Lassen Sie sich nicht mehr von Ihrem Hund dazu auffordern. Vom Zaun wird sie weggeholt, wenn sie bellt (Alternativ├╝bung ÔÇ×Sitz!" und Belohnung), Besucher begr├╝├čt sie nicht mehr als Erste. Statt dessen sitzt sie neben Ihnen, eventuell an der Leine, und kommt als Letzte bei der Begr├╝├čung an die Reihe.

Warum ist diese geregelte Rangordnung nun so wichtig? Wenn die H├╝ndin glaubt, der Entscheidungstr├Ąger zu sein - und sei es auch nur in Teilbereichen, dann ist meist Stress die Folge. Sie ist tats├Ąchlich ├╝berfordert und reagiert mit ├Ąngstlichen und/oder aggressiven Aktionen. Nehmen Sie ihr die Verantwortung ab und geben Sie ihr so wieder das Gef├╝hl der Sicherheit.

Gehorsamkeitstraining
Weiters geht es bei der H├╝ndin darum, dass sie ÔÇ×gehorcht", also die gegebenen Kommandos befolgt. Dazu ist nur vermehrtes, aber vor allem richtiges Training erforderlich. ÔÇ×Fu├čgehen, Sitz und Platz nur daheim" bedeuten einen minimalen Ausbildungsstand und m├╝ssen einfach noch trainiert werden. Sie hatÔÇÖs halt noch nicht gelernt - mit 13 Monaten muss sie noch nicht alles perfekt beherrschen. ├ťben Sie in kleinen Trainingseinheiten, belohnen Sie jeden gegl├╝ckten Versuch mit Futter, Spiel, Streicheln, Loben oder ÔÇ×Schn├╝ffeln d├╝rfen". Steigern Sie langsam die Ablenkung, versuchen Sie es z.B. au├čerhalb des Gartens, direkt am Zaun und dann vielleicht auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite. Wenn sie drau├čen auf Ruf nicht kommt, dann beginnen die ÔÇ×Komm-├ťbungen" wieder von vorne. Diesmal vielleicht an einer langen Schleppleine, anf├Ąnglich wieder ohne Ablenkung und wieder mit Belohnung.

Bedenken Sie aber, dass Gehorsamkeitstraining nicht ausreicht, um die Rangordnung zu kl├Ąren. Ein Rudelchef hat die aktive Rolle zu ├╝bernehmen. Auf der einen Seite wird er dadurch interessant und beliebt und kann mit erh├Âhter Aufmerksamkeit rechnen - nach dem Motto: Wenn man nicht auf seinen ÔÇ×Chef" achtet, k├Ânnte man etwas verpassen. Auf der anderen Seite bestimmt der aktive Teil, was gleich ablaufen wird. In Ihrem Fall bedeutet das: ÔÇ×Du bellst diesen Menschen nicht an." Alternative ÔÇ×Fu├č" oder ÔÇ×Sitz", daf├╝r gibtÔÇÖs ein Keksi.


Willkommen in der Chef-Etage, und viel Erfolg !