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gesendet: Mo 09.11.2009 12:36 an:
office@oekv.at`; zuchtbuch@oekv.at; karin bernardis; info@sterns-cavaliere.at; Gabriele Thoma`; Felicitas Zeman
Sehr geehrte Damen und Herren !
Mein Name ist Brigitte Höss-Filipp und ich bin seit 1992 sehr aktiv als ehrenamtliche Tierschützerin tätig. In dieser Eigenschaft erfuhr ich am Donnerstag vergangener Woche (5.11.09) von etwa 83 Zwerghunden, die aufgrund des plötzlichen Todes der Halterin/Züchterin dringend versorgt werden müssen. Gleich am selben Abend übernahm eine private Pflegestelle von mir zwei kleine Rüden, die bis dato ausschließlich in einem 60x80cm Käfig !!! (angeblich da sie von den anderen gemobbt wurden…) gehalten wurden und sich dementsprechend verstört und absolut weltfremd zeigten. Der dritte Hund ist eine Hündin, die ebenfalls massiv verdreckt und in schlimmem gesundheitlichen Zustand (Zähne, Ohren, Exzeme an der Bauchseite) ist. Das war der erste Kontakt, wobei wir noch glaubten, dass man die „ärmsten“ zuerst versorgt hätte. Heute weiß ich, wie naiv diese Annahme war.
Am Freitag abends (6.11.2009), nachdem ich den ganzen Tag damit zubrachte mich um geeignete und verlässliche Pflegestellen zu bemühen, trafen dann die nächsten Tiere bei mir zuhause ein, um dann an weitere vorübergehende Pflegestellen übergeben zu werden. Auch diese armen Geschöpfe: erschreckend verstört, übelst riechend, stark verschmutzt, uringelbe Verfärbungen des Fells, Kotbrocken zwischen den Zehenballen und am Hinterteil, Ohrmilbenbefall, Augenentzündungen, Zahnfleischentzündung sogar bei Jungtieren! – ein unglaublich erschreckender und trauriger Anblick.
Ich übernehme im Zuge meiner Tierschutzarbeit auch sehr oft Tiere aus benachbarten Tierheimen, die aus Tötungsstationen freigekauft wurden, aber solche Zustände waren selbst für mich eine neue, sehr sehr traurige Erfahrung !
Nachdem für mich und meine Freunde und Helfer die Hilfe für diese armen Geschöpfe im Vordergrund standen, erfuhr ich erst nach und nach von den näheren Umständen der Züchterin, die offensichtlich nicht nur körperlich sehr krank gewesen sein musste. Auf der Homepage von Frau Marksteiner fand ich dann die verschiedenen Ahnentafeln, die verschiedenen Vereinswappen und viele entsprechende Verlinkungen auch ins Ausland.
Übrigens: die Hündin Lady de Winter würden Sie bei mir nicht mehr mit dem Foto auf der Homepage in Zusammenhang bringen, sie hat durch starke Vernachlässigung keinerlei Ähnlichkeit mehr mit der hübschen, inmitten von Plüschtieren platzierten Hündin von einst.
Wir alle, die bislang mit dieser traurigen Angelegenheit zu tun haben, fragen uns - jetzt durchaus berechtigt wie mir scheint - wie es zu solchen verheerenden Umständen kommen kann.
Werden ÖKV- oder Kleinhundezüchter nicht regelmäßig kontrolliert oder zumindest bei der Abnahme von neuen Würfen besucht ? (Jeder Tierschützer und jedes Tierheim wird regelmäßig überprüft)
Die Haltung von so vielen Hunden auf so kleinem Platz widerspricht gänzlich den bestehenden Tierschutzbestimmungen und ist reinste Tierquälerei ! Interessiert das in Ihren Reihen wirklich niemanden, was diese Tiere erleiden und erdulden müssen?
Wo war der zuständige Zuchtwart, der die Züchter kontrollieren darf und soll ? Wozu gibt es Zuchtwarte ?
Jeder so verdammenswürdiger „Parkplatzverkauf aus dem Ostblock“ bietet mitunter besser gehaltene Rassetiere an, als wir sie vorgefunden haben – nur wesentlich billiger !
Die Tiere lebten bei Frau Marksteiner buchstäblich im Chaos durcheinander, also woher nehmen Ihre „Konsumenten“ (die sehr viel Geld für ausgezeichnete Linien bezahlen) die Sicherheit, dass wirklich die Hündin X von dem Rüden Y laut Ahnentafel gedeckt wurde ? (Diese Frage richte ich als Züchterlaie speziell an die Herrschaften, die ganz schnell vor ort waren, um die trächtigen Hündinnen „in Sicherheit zu bringen“ !)
Warum wurde von dieser(n) Person(en) nicht schon am Donnerstag oder spätestens Freitag die Anzeige beim Amtstiersarzt gemacht, sondern von mir erst heute, Montag 9.11. um 9.45 Uhr ? Die Zustände vor ort schreien zum Himmel und es war dringendes Einschreiten von Nöten !
Warum hat niemand von Ihren Vereinen etwas unternommen, um den Tieren und letztlich auch der Züchterin (die ja offensichtlich über alle Maßen überfordert gewesen sein musste) schon früher zu helfen ?
Geht es beim ÖKV, ÖZK, FCI und wie die Vereine alle heißen, die sich um sogenannte Rassenfortpflanzung- und Erhaltung einsetzen, einzig und alleine um Ahnentafeln, frisch toupierte und gebadete Hunde bei Ausstellungen und vielleicht um viel Geld ?
Die Hunde sind laut erstem tierärztlichem Check allesamt NICHT gesund. Die massiven Zahnfleischentzündungen, schon bei Jungtieren, deuten auf schwere Mangel-erscheinungen hin und auch die Gelenke einiger meiner Schützlinge sind nicht in Ordnung. Starke Augenentzündungen sind leider noch das geringste Übel. Genaueres werden die weiteren Untersuchungen zeigen. Wie kann also die Weitervermehrung von kranken Tieren zur Aufrechterhaltung der gesunden Rasse und Zuchtwertschätzung (wie es auf vielen Websites so groß als Rechtfertigung für Züchtungen angeführt wird) dienen?
Nicht alle, aber der Großteil der Hunde zeigen sehr handscheues Verhalten, verstecken sich und kommen erst nach viel gutem Zureden auf den Menschen zu. Entspricht das dem so angepriesenen Papillion-Portrait ?? „Papillons und Phalènes sind selbstbewußte kleine Hunde voller Temperament, Energie und Lebensfreude, gepaart mit einnehmendem Charme und erstaunlichem Einfühlungsvermögen. Sie zeigen große Anhänglichkeit, Loyalität und Treue, sie schenken „ihren Menschen all ihre Liebe und Zuneigung, verhalten sich aber auch Besuchern gegenüber freundlich“.
Die Zuchtstätte bei Frau Marksteiner ist leider nur eine von vielen solchen Missständen und vielleicht ist gerade das ihr letztes Vermächtnis für die Tiere, dass jetzt etwas in Gang gesetzt wird, um endlich FÜR die Tiere etwas zu unternehmen. Ich denke, dass das auch in ihrem Sinne gewesen wäre, denn ein besonderes Anliegen soll ihr gewesen sein, dass „ihre“ Hunde auf gute Plätze kommen sollten. Das möchte ich ebenfalls wieder an die Adressen weiterleiten, die jetzt aus diesem traurigen Anlaß heraus mit den ohnehin schon schwer geschundenen Hündinnen weiter Geld machen möchten. Anders ist es mir leider als Tierfreund nicht erklärbar, warum die älteren Tiere, die sich bei uns förmlich an die Beine geklammert hatten, um mitgenommen zu werden, und vor allem sooo viele Rüden nicht versorgt wurden.
Zur Stunde befinden sich noch etwa 20 Rüden in Zisterdorf – der Amtstierarzt ist eingeschaltet und setzt sich hoffentlich bald in Bewegung, um auch diese Tiere in geordneten Verhältnissen unterzubringen. Die momentane Verantwortliche (eine Freundin des Hauses) hat ja leider verfügt (nachdem ein anonymer Anrufer Warnungen ausgesprochen hat gegen uns Tierschützer!) , dass keine ungebadeten Hunde mehr abgeholt werden dürfen, um ja keine schlechtes Bild zu erwecken. Als ob das das Wichtigste in dieser Angelegenheit wäre ! Einfach zum k….. und vor allem: im Interesse der Tiere kam diese Weisung um einige wichtige Tage zu spät !
Sie, die an der Spitze dieser Vereine sitzen und für die Tiere verantwortlich sind, müssen jetzt bitte endlich tätig werden. Mehr Kontrollen, mehr Betreuung und viel mehr zum Wohle der Tiere ist zu unternehmen.
Obwohl ich neben einem Ganztagsberuf, Familie, Haus und der Führung und Koordination einer seriösen Tierschutzgruppe wahrlich nicht mehr viel Zeit übrig habe um mich mit Ämtern, Behörden oder Zuchtverbänden über deren Aufgaben oder Missstände auseinanderzusetzen, möchte ich doch festhalten, dass ich zum Wohle der Tiere, keinen Gang in die Öffentlichkeit scheuen werde, damit sich ENDLICH etwas in diesen Belangen bewegt.
Nochmals: aus den ärmlichsten und bedüftigsten Tierheimen habe ich noch keine solch´ verwahrlosten und seelisch und körperlich kranken Tiere übernommen, wie aus dieser „kontrollierten Zuchtstätte“ und aus meiner langjährigen Erfahrung im Tierschutz weiß ich, dass es so etwas schon oftmals gab und auch momentan bei einigen „ihren“ Züchtern eine derartige Zeitbombe tickt und sehr viele arme Tiere ohne Rücksicht auf Verluste nur ausgebeutet werden….
Wir blicken täglich mit zornigen und traurigen Augen über unsere Grenzen hinaus und wie man dort mit Haustieren umgeht und vor unserer Haustüre spielen sich solche Tiertragödien ab, von denen die Vorstandsmitglieder allesamt seit langer Zeit gewusst haben müssen !! Ich führ eine kleine aber feine und rein private Tierschutzgruppe mit einigen Pflegefamilien, aber ich weiß absolut genau Bescheid über die Stärken und Schwächen der Pflegeeltern und bin mindestens einmal wöchentlich zur Stelle. Traurige Schicksale gibt es immer aber solche Entwicklungen wie im Hause Marksteiner ergeben sich nicht von einem Monat zum nächsten ! Eine wahre Schande !
In der Anlage sende ich noch einige Fotos von den Hunden nach ihrer Ankunft bei mir und während der leider notwendigen Badeprozedur, die alle dieser intelligenten Wesen dennoch geschätzt hatten.
Foto (22) zeigt wie viel verfilzter Kot und Dreck auf nur einem Hund zu entfernen war.
Der junge Rüde auf Bild Nr. (6) wiegt stolze 1,45 kg !!!! und ist bis zum Skelett abgemagert. Dennoch sind seine Zähne, wie die aller anderen Artgenossen, schwarz und verfault und das Zahnfleisch rot geschwollen und stark entzündet. Geschätztes Alter: 5-7 Monate.
Auf dem Foto (8) ist gut zu erkennen, wie das Fell dieser Hündin mit Urin verschmutzt ist, wie diese Tiere allesamt am Hinterteil aussahen, möchten Sie bestimmt gar nicht wissen L
Der kleine beige Rüde auf Foto (18) hatte soviel verfilzte und alte Unterwolle, dass auf der Haut kahle und massiv entzündete Stellen sichtbar wurden, nachdem der Filz entfernt wurde…. Er muss große Schmerzen gehabt haben …. Ihm müssen heute abend einige Zähne gezogen werden, damit er wieder schmerzfrei Nahrung aufnehmen kann (leider auch nicht der einzige).
Weiteres Fotomaterial, tierärztliche Befunde und Atteste sind selbstverständlich auf Anfrage verfügbar.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und bedanke mich für eine dringende Stellungnahme im Voraus.
Mit traurigen Gruessen,
Brigitte Höss-Filipp
Private Tierschutzinitiative
http://www.haustiersuche.at
mobil +43 (0) 664 503 00 13
PS: Der „Ausverkauf“ dieser armen Wesen hat offenbar bereits begonnen. Sie können sich in sämtlichen Internetforen (Wuff.at oder Pet.at) gerne davon persönlich überzeugen. Die Tiere werden kostenlos an den Mann/die Frau gebracht und laut einem Interessenten im Wuff-Forum als „sehr gepflegt“ beschrieben. Das müssen dann allerdings die Ausnahmen sein, denn selbst nach mehreren Bädern ist der Gestank der Tiere noch vorhanden !
Da von Kastrationen bei diesen „Vermittlern“ nicht die Rede ist, bleibt zu befürchten, dass der privaten Weitervermehrung damit Tür und Tor geöffnet werden …. Allein der Gedanke daran, muss jeden Tierfreund die Tränen in die Augen treiben und ich hoffe sehr, dass auch für Sie diese Information wichtig sein wird!
Sehr geehrte Frau Höss-Filipp!
Der Österreichische Kynologenverband bedauert die aufgetretene Katastrophe, von der wir nach dem Ableben der Züchterin Kenntnis erlangt haben. Dennoch möchte ich versuchen einiges aufzuklären bzw. mich in das Problem hineinzudenken:
a) Die Züchterin hat kein Gütesiegel des ÖKV- d.h. es erfolgt keine Kontrolle durch den ÖKV.
b) Der ÖKV züchtet selbst nicht und ist für die Eintragung in das Hundezuchtbuch verantwortlich.
c) Viele Züchter untersagen Fremden das Betreten ihrer Zuchtstätten – Grund: Einschleppen von Krankheiten.
d) Jede Kontrolle einer Privatsphäre kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen! So gibt es also auch Grenzen…….
So ist bereits ein Schreiben aus der Schweiz eingelangt, in dem steht:
Mit Bestürzung habe ich vom Tode von Frau Helga Marksteiner Kenntnis genommen. Aber mit noch viel grösserer Bestürzung und vielen Fragezeichen über die Umstände, die in dieser Zuchtstätte vorliegen sollen. … Ich selber weiss, dass man bei Frau Marksteiner nicht das Haus betreten durfte. Vor 7 Jahren habe ich eine wunderschöne Hündin von ihr gekauft, mit 17 Wochen übernommen. 1 1/2 Jahre später weilte ich mit meinem Mann ein verlängertes Wochenende in Wien und wollte die Züchterin Frau Marksteiner besuchen, um mir ein Bild zu machen von den Umständen, wie die Hündin die ersten Lebenswochen ihres Welpenalter erlebt hatte. Der Zutritt wurde mir energisch und mit üblen Worten verweigert.
Dieser Briefauszug bestätigt die Punkte c) und d)
Nach unserer Kenntnis bemühen sich bereits Verantwortliche des Klubs um die verwahrlosten Hunde. Sie selbst stellen fest, dass die Halterin offensichtlich krank gewesen ist. Hier muss man fragen, warum die Umstände nicht den in der Umgebung wohnenden Mitbürgern aufgefallen ist. Fr. Marksteiner war gesundheitlich offenbar nicht mehr in der Lage, die Hunde zu versorgen. Wer in der näheren Umgebung ist zur Hilfe geeilt? Gerade bei einer Vereinsamung von Menschen kommt es oft vor, dass sich Personen von der Öffentlichkeit abkapseln. Schließlich wurde Fr. Marksteiner von der Welt abberufen….. Gott sei Dank haben die Hunde überlebt, werden hoffentlich wieder gesund und finden einen guten Pflegeplatz.
So dramatisch die Auflösung derzeit verläuft, eine Verurteilung von Fr. Marksteiner –einer Toten- ohne Kenntnis ihrer letzten Tage vor ihrem Tod kann auch ungerecht ausfallen. Ihnen ist jedenfalls für Ihre Mühe und den persönlichen Einsatz zu danken. Sie stellen aber die Frage in den Raum, warum nicht Anzeige beim Amtstierarzt erstattet wurde. Gestatten Sie mir die Gegenfrage: Wie wollen Sie eine Tote anzeigen? Zu dieser Zeit, seit fast 5 Tagen haben sich nach dem Ableben von Fr. Marksteiner bereits Klubverantwortliche, die von der Sachlage Kenntnis erlangt haben, bereits um die Tiere bemüht. Das sollte man positiv würdigen.
Es wird immer wieder vorkommen, dass jemand verstirbt und seine Tiere zurückbleiben. Gedenk dieser Tragik sollte man keine vorschnellen Schuldzuweisungen vornehmen. Die Mitglieder eines Klubs, einen Verein, für das Fehlverhalten einer kranken Einzelperson (so ihre Bezeichnung) bloß zu stellen kann nicht die Lösung sein, denn viele gerade aus dem Umfeld des Klubs helfen derzeit zusammen und sind auch aktiv bemüht, für die verlassenen Tiere ein neues Zuhause zu finden.
Mit freundlichen Grüßen
Friedrich Tschöp
Generalsekretär
Sehr geehrter Herr Tschöp !
Danke für die rasche Rückantwort, wenngleich diese in keiner Weise zufriedenstellend sein kann und eigentlich nur einen Bruchteil der aufgeworfenen Fragen beantwortet. Wenn überhaupt.
Ich habe mir erlaubt, meine Stellungnahmen dazu in direktem Zusammenhang mit Ihrer Antwort zu verfassen, damit meine Anliegen vielleicht deutlicher werden.
Mit besten Gruessen, Brigitte Höss-Filipp
Private Tierschutzinitiative
http://www.haustiersuche.at
mobil +43 (0) 664 503 00 13
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Von: FTS [mailto:friedrich.tschoep@chello.at">
Gesendet: Montag, 09. November 2009 16:57
An: office@haustiersuche.at
Betreff: AW: Papillionzucht in Zistersdorf
Sehr geehrte Frau Höss-Filipp!
Der Österreichische Kynologenverband bedauert die aufgetretene Katastrophe , von der wir nach dem Ableben der Züchterin Kenntnis erlangt haben. Dennoch möchte ich versuchen einiges aufzuklären bzw. mich in das Problem hineinzudenken:
Die Züchterin hat kein Gütesiegel des ÖKV- d.h. es erfolgt keine Kontrolle durch den ÖKV.[Brigitte Höss-Filipp"> Auf der Homepage von Frau Marksteiner befindet sich aber doch ein Siegel des ÖKV und ist der ÖKV nicht der übergeordnete Verband des Österr.Zwerghundeclubs ? Auf der Homepage des oekv.at steht folgendes notiert: Der Österreichische Kynologenverband (ÖKV), gegründet 1909, ist der Dachverband von rund 100 österreichischen Hundeverbänden mit rund 500 angeschlossenen Vereinen, die sich mit Sport, Haltung, Erziehung, Ausstellung, Ausbildung, Prüfung und Zucht des Hundes beschäftigen. Die Hauptziele des ÖKV sind auf qualitative Zucht, artgerechte Haltung und Ausbildung, Prüfung und Verwendung des Hundes ausgerichtet. Die Vertiefung der Mensch-Hund-Beziehung stellt ein generelles Leitmotiv des ÖKV dar.
Wie können Sie also diese Dinge als Hauptziele nennen, wenn Sie über den Zustand bei den rund 100 Hundeverbänden mit rund 500 angeschlossenen Vereinen so wenig informiert sind und diese Dinge auch nicht kontrollieren dürfen oder können ?
a)Der ÖKV züchtet selbst nicht und ist für die Eintragung in das Hundezuchtbuch verantwortlich.[Brigitte Höss-Filipp"> Soweit mir bekannt ist, muss jeder Welpenwurf vom Zuchtwart abgenommen werden um überhaupt im Hundezuchtbuch eingetragen werden zu können. Wozu gibt es dann Zuchtwarte ?
b)Viele Züchter untersagen Fremden das Betreten ihrer Zuchtstätten – Grund: Einschleppen von Krankheiten. [Brigitte Höss-Filipp"> Das trifft bestimmt für die ersten vier Lebenswochen von Welpen zu aber bestimmt nicht generell. Es muss auf jeden Fall zu denken geben, wenn jemand den Zutritt verwehrt – ich würde also von so jemandem mit Sicherheit kein Tier abkaufen ! Aber auch hier nochmals meine Frage: wo ist der Zuchtwart ? Wie werden dann Welpenwürfe abgenommen ? Sämtliche Hunde hatten zumindest einen Chip implantiert, also muß der TA oder Amtstierarzt vor ort gewesen sein. Abgesehen davon wurde bereits mehrmals schriftliche und mündliche Anzeigen bei der Zuchtwartin Frau Thoma wegen schlechter Tierhaltung gemacht – leider ohne Erfolg. Warum ??????
c)Jede Kontrolle einer Privatsphäre kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen! So gibt es also auch Grenzen……. [Brigitte Höss-Filipp"> Jeder Tierschützer wird kontrolliert und nur wenn jemand etwas verbergen muss oder will, wird der Zutritt verwehrt. Auch hier hätte etwas unternommen werden müssen, speziell im Hinblick auf bereits vorliegende Anzeigen.
So ist bereits ein Schreiben aus der Schweiz eingelangt, in dem steht:
Mit Bestürzung habe ich vom Tode von Frau Helga Marksteiner Kenntnis genommen. Aber mit noch viel grösserer Bestürzung und vielen Fragezeichen über die Umstände, die in dieser Zuchtstätte vorliegen sollen. … Ich selber weiss, dass man bei Frau Marksteiner nicht das Haus betreten durfte. Vor 7 Jahren habe ich eine wunderschöne Hündin von ihr gekauft, mit 17 Wochen übernommen. 1 1/2 Jahre später weilte ich mit meinem Mann ein verlängertes Wochenende in Wien und wollte die Züchterin Frau Marksteiner besuchen, um mir ein Bild zu machen von den Umständen, wie die Hündin die ersten Lebenswochen ihres Welpenalter erlebt hatte. Der Zutritt wurde mir energisch und mit üblen Worten verweigert.
Dieser Briefauszug bestätigt die Punkte c) und d) [Brigitte Höss-Filipp"> Spätestens hier hätte eingeschritten und nachgefragt gehört ! Wenn wir als Tierschutzgruppe ein Tier vergeben und danach (egal wie viel Zeit vergeht) eine solche Abfuhr mitgeteilt bekommen, vergeht nur wenig Zeit, bis wir an der entsprechenden Adresse vorstellig werden. Wir kümmern uns um unsere Schützlinge und eine solche Mitteilung lässt nichts Gutes erahnen – vorausgesetzt man interessiert sich für die Details!
Nach unserer Kenntnis bemühen sich bereits Verantwortliche des Klubs um die verwahrlosten Hunde. Sie selbst stellen fest, dass die Halterin offensichtlich krank gewesen ist. Hier muss man fragen, warum die Umstände nicht den in der Umgebung wohnenden Mitbürgern aufgefallen ist. Fr. Marksteiner war gesundheitlich offenbar nicht mehr in der Lage, die Hunde zu versorgen. Wer in der näheren Umgebung ist zur Hilfe geeilt? Gerade bei einer Vereinsamung von Menschen kommt es oft vor, dass sich Personen von der Öffentlichkeit abkapseln. Schließlich wurde Fr. Marksteiner von der Welt abberufen….. Gott sei Dank haben die Hunde überlebt, werden hoffentlich wieder gesund und finden einen guten Pflegeplatz. [Brigitte Höss-Filipp"> Frau Marksteiner hat in diesem Jahr noch eine größere Anzahl von Papillions angeschafft und auch Welpen waren vorhanden (die aber von Klubmitgliedern mitgenommen wurden). Es hört sich fast so an, als ob Sie nicht Kenntnis vom Gesundheitszustand von Frau Marksteiner hatten !?! Es ist jedoch bekannt, dass es bereits vor einigen Jahren und danach immer wieder bei der zuständigen Zuchtwartin des ÖZK Anzeigen gegeben hatte und auch der Vorstand des ÖZK war informiert und hat sogar Stellung bezogen. Diese Funktionäre wussten über den Gesundheitszustand vielleicht besser Bescheid als alle Nachbarn, denn solche Menschen kapseln sich sehr rasch ab, wie Sie ganz richtig erwähnen. Nur blieben Frau Marksteiner nur noch ihre Hunde und damit hätte man Zugang schaffen können.
Die Verantwortlichen des Klubs kümmerten sich sogar sehr rasch – allerdings nur vorwiegend um junge Tiere und sämtliche trächtigen Hündinnen. Die älteren, alten und kranken Tiere durften Tierschützer versorgen. Das ist leider eine Tatsache und sollte nicht verkehrt dargestellt werden. Es wäre daher von Ihrer Seite oder der Seite des Zwerghundeclubs (wer immer hier auch zuständig sein mag) also dringend notwendig nachzuprüfen, was mit den trächtigen Hündinnen geschehen ist. Wie schon erwähnt, ist durch die nicht getrennte Haltung von Hündinnen und Rüden eine einwandfreie Zuordnung der späteren Welpen nicht gegeben ! Was geschieht mit diesen Tieren ? Im Hundezuchtbuch können diese ja dadurch nicht aufgenommen werden.
So dramatisch die Auflösung derzeit verläuft, eine Verurteilung von Fr. Marksteiner –einer Toten- ohne Kenntnis ihrer letzten Tage vor ihrem Tod kann auch ungerecht ausfallen. Ihnen ist jedenfalls für Ihre Mühe und den persönlichen Einsatz zu danken. Sie stellen aber die Frage in den Raum, warum nicht Anzeige beim Amtstierarzt erstattet wurde. Gestatten Sie mir die Gegenfrage: Wie wollen Sie eine Tote anzeigen? Zu dieser Zeit, seit fast 5 Tagen haben sich nach dem Ableben von Fr. Marksteiner bereits Klubverantwortliche, die von der Sachlage Kenntnis erlangt haben, bereits um die Tiere bemüht. Das sollte man positiv würdigen. [Brigitte Höss-Filipp"> Es liegt mir absolut fern Frau Marksteiner in irgendeiner Weise für diese Situation verantwortlich zu machen. Das habe ich auch in meiner u.a. Mail ganz klar zum Ausdruck gebracht. Hilfestellung und/oder die Anzeige beim Amtstierarzt hätte bereits vor drei Jahren geschehen sollen, als die ersten Anzeigen bzw. Mitteilung über ausufernde Zustände beim Zuchtwart eingingen ! Damals und bis heute ist aber nichts geschehen, und damit dies nicht in Vergessenheit gerät, dafür werde ich und mittlerweile sehr viele bestürzte Tierfreunde eintreten.
Es tut mir leid, aber es fällt mir sehr schwer hier etwas positiv zu würdigen!
Ich selbst habe am vergangenen Montag früh mit der zuständigen Amtstierärztin telefoniert und wurde glattweg angelogen. Mir wurde gesagt, man wäre am Wochenende vor ort gewesen und alles wäre in Ordnung befunden worden. Ein glatter Hohn und eindeutig die Unwahrheit und ich darf in diesem Zusammenhang nochmals gerne auf die bereits gesandten Fotos verweisen, die Gegenteiliges beweisen sollten. Wie kann es sein, dass man am Freitag noch knöcheltief im Unrat steht und zwei Tage darauf alles in Ordnung sein kann? Nicht eine Kompanie von Helfern hätte dieses Chaos in nur 48 Stunden beseitigen können. Wie kann bei einer Haltung von über 80 Hunden auf etwa 50m2 „alles in Ordnung sein“? Nur der guten Ordnung halber möchte ich aber festhalten, dass Frau Dr. Amtsarzt dann sehr wohl eingeräumt hatte, dass sie eigentlich am Freitag einen Urlaubstag hatte und der Kollege da gewesen sein müsste. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, als ob die Sache für Frau Dr. nicht die Tragweite hatte, wie ich sie empfand. Schade.
Es wird immer wieder vorkommen, dass jemand verstirbt und seine Tiere zurückbleiben. Gedenk dieser Tragik sollte man keine vorschnellen Schuldzuweisungen vornehmen. Die Mitglieder eines Klubs, einen Verein, für das Fehlverhalten einer kranken Einzelperson (so ihre Bezeichnung) bloß zu stellen kann nicht die Lösung sein, denn viele gerade aus dem Umfeld des Klubs helfen derzeit zusammen und sind auch aktiv bemüht, für die verlassenen Tiere ein neues Zuhause zu finden.[Brigitte Höss-Filipp"> Leider der einzige Punkt in dem ich Ihnen zustimmen kann: leider bleiben nur allzu oft Tiere nach dem Ableben von Haltern zurück aber zum Glück nicht immer gleich knapp 100 !
Aber damit eine solche Tragödie, die ausschließlich auf dem Rücken der unschuldigen Tiere ausgetragen wird, sich nicht wiederholt wird es wohl unumgänglich sein, die Großzüchter genauer zu kontrollieren und vor allem auch vielleicht die Anzahl der Zuchthunde zu limitieren. Kein Massenzüchter, der seine Tiere in Käfigen hält (davon könnte ich Ihnen einige Namen nennen!) sollten in den Genuss von Auszeichnungen und Pokalen kommen. Vielmehr sollten die Menschen ausgezeichnet werden, die für die Rassenerhaltung und die Ideale eintreten, die so viel versprechend auf der ÖKV-Internetseite angepriesen werden. Und die bei allen Preisen und Ausstellungen ihre Tiere nicht als Ware sondern als Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen betrachten. Es kann doch nicht ausreichen mit extra heraus geputzten Tieren auf Ausstellungen zu erscheinen und diese armen Wesen dann nachher wieder in Käfigen in Massenhaltung dahin vegetieren zu lassen. Diese Massenzüchter verstoßen in erschreckender Weise allesamt gegen das gültige Tierschutzgesetz und das muss im Interesse der Tiere, so wie in jedem anderen Fall von Tierquälerei,geahndet werden.
Der ÖKV als Dachverband von vielen Vereine sollte durchaus die Möglichkeit haben um solche Missstände aufzudecken und hätte bestimmt auch den nötigen Einfluss. Es gibt Augenblicke, in denen Nichtstun zur Schuld, und Handeln zur Notwendigkeit wird! Ich denke dieser Augenblick ist für die österreichischen Zuchtverbände jetzt gekommen.
In diesem Sinne wünsche ich mir mehr Menschlichkeit in Ihren Vereinen und mehr Kontrollen zum Schutze der Tiere. Ich habe bereits erwähnt, dass es noch einige solcher tickenden Zeitbomben in den Reihen der Massenzüchter gibt, die den verantwortlichen Zuchtwarten bekannt sind, was ich mit Sicherheit weiß. Bitte gehen Sie diesen Dingen mit Nachdruck nach, überprüfen Sie Massenzüchter mit über 40 Welpen pro Jahr !, damit solche Tragödien wie die eben durchlebte vermieden werden können !
Sehr viele „edle Zuchttiere mit elendslangen Ahnentafeln und blitzenden Planketten um den Hals“ leiden sehr – direkt vor unserer Haustüre geschieht vielerorts schlimme Tierquälerei und vieles davon ist in den verschiedenen Vereinen auch absolut bekannt, wird aber leider nicht als solche geahndet. WARUM ?????????????????
Ich danke im Namen der Tiere und verbleibe mit einem meiner Leitsprüche, der mir in dieser Situation mehr als treffend erscheint:
WIR SIND VERANTWORTLICH FÜR DAS WAS WIR TUN, ABER AUCH DAFÜR, WAS WIR NICHT TUN!
Mit freundlichen Grüßen[Brigitte Höss-Filipp"> mit freundlichen Grüßen, Brigitte Höss-Filipp
Friedrich Tschöp
Generalsekretär
Von: FTS [mailto:friedrich.tschoep@chello.at">
Gesendet: Donnerstag, 12. November 2009 21:08
An: `Brigitte Höss-Filipp`
Betreff: AW: Papillionzucht in Zistersdorf
Von: Brigitte Höss-Filipp
An: FTS [mailto:friedrich.tschoep@chello.at">
Gesendet: Fr 13.11.2009 01:47
Sehr geehrte Frau Höss-Filipp! [Brigitte Höss-Filipp"> Sehr geehrter Herr Tschöp! Danke für Ihre Stellungnahme.
Ich muss zugeben, dass heute mein Informationsstand ein anderer ist, als noch vor 3Tagen.
Der ÖKV hat ein Leitbild und ist bemüht im Sinne des Tierschutzes zu handeln, die bestehenden Gesetze den Mitgliedern zu vermitteln und diese ausführlich bei auftretenden Problemen zu beraten. Bitte überschätzen Sie nicht die Möglichkeiten des ÖKV. Für die Einhaltung des Tierschutzes ist primär der Amtstierarzt verantwortlich. Wir haben uns noch nie gescheut auch gegen eigene Leute eventuell Anzeige zu erstatten. [Brigitte Höss-Filipp"> Ich muss zugeben, dass ich mich bis dato über die Verbindungen und Schnittstellen zwischen ÖKV und den angeschlossenen Vereinen nicht kundig gemacht hatte. Es steht aber außer Frage, dass bei solchen Ereignissen IMMER der Dachverband ins Kreuzfeuer der Kritik gerät und auch jetzt gehen ja die Beschwerden beim ÖKV und erst in zweiter Linie beim ÖZK ein. Daraus kann doch geschlossen werden, dass nicht nur für mich der Hauptverband dafür zuständig ist, dass in den „unteren Etagen“ alles passt und legal abläuft. Das Leitbild des ÖKV ist ein absolut Positives und würde es eingehalten, hätte der ÖKV jetzt diese Probleme nicht, wobei offensichtlich doch immer wieder vergessen wird, dass diese Tragödie nicht die erste war und – sollte sich nichts Grundlegendes ändern, mit großer Wahrscheinlichkeit auch leider auch nicht die letzte gewesen sein wird.
Ich bleibe bei der von Ihnen erstellten Diagnose – leider war Frau Marksteiner krank. Als die fürchterliche Lage offenbar wurde, haben viele Hände geholfen die Tiere zu versorgen, baden, bürsten usw. Sehen wir in diesem Dilemma auch einmal die positiven Seiten. [Brigitte Höss-Filipp"> Es ist mir ein besonderes Anliegen Sie hiermit nochmals zu versichern, dass bestimmt niemand (zumindest ist mir niemand bekannt und würde ich mich absolut distanzieren!) Frau Marksteiner einen Vorwurf machen will und auch nicht darf. Sie war leider krank und offenbar auf sich alleine gestellt und ich kann mir nur zu gut vorstellen, welchen Halt Tiere in einer solchen traurigen Situation geben. Aber das ist doch auch gar nicht der Punkt Herr Tschöp ! Sehr bedenklich finde ich allerdings die Tatsache, dass bereits vor einigen Jahren Herrschaften in den oberen Reihen des Vereins darüber informiert wurden UND NICHTS UNTERNOMMEN WURDE ! Das ist beweisbar.
Keine Hilfe für Frau Marksteiner und damit auch keinerlei Hilfestellung für die Tiere und so war der Ausgang des Dramas vorbestimmt. Natürlich mussten jetzt alle Kräfte mobilisiert werden, um Schadensbegrenzung zu leisten und die armen Tiere zu versorgen. Das sehe ich allerdings nicht nur positiv sondern als eine ausgesprochene Notwendigkeit an und jetzt bin ich wieder am Punkt: hätte vermieden werden müssen und auch können.
Sollte Sie das Gefühl haben, ich sei Ihnen zu forsch schriftlich begegnet, stehe ich nicht an Ihnen zu sagen, dass das nicht meine Absicht war. Ich muss aber auch dabei bleiben, dass es tatsächlich Züchter gibt, die niemanden in die Nähe der Welpen lassen, sondern diese einzeln zur Begutachtung vorlegen. Dieses Problem ist dann fast unlösbar. Wo es keine Kontrollen gibt übernimmt das oftmals der Tierarzt. [Brigitte Höss-Filipp"> Ich finde absolut nicht, dass Ihre Antworten auf meine Fragen forsch oder gar zu forsch waren. Ich bin immer für ehrlichen Informationsaustausch (alles andere wäre reine Zeitverschwendung) und ich kann auch mit konstruktiver Kritik recht gut umgehen. Es wäre mir nur lieber gewesen, Ihre Antworten hätten mich schlauer gemacht. Auf keine meiner gestellten Fragen konnte ich bisher eine aufschlussreiche Antwort bekommen. Ich kenne die Gepflogenheiten bei Wurfabnahmen nicht im Detail aber „einzeln zur Begutachtung vorlegen“ heißt dass, das die Züchter mit den Welpen dann außer Haus gehen um diese begutachten zu lassen ? Dann besteht keine Infektionsgefahr für die Welpen? Und der Tierarzt darf kommen – (der Zuchtwart nicht?), obwohl dieser naturgemäß auch nicht ganz keimfrei sein kann, d.h. eventuell auch da eine Ansteckung möglich wäre ? Also bitte entschuldigen Sie mein Unverständnis, aber entweder verstehe ich Ihre Argumentation nicht richtig oder ich bin schlichtweg zu dumm um dieses unlösbare Problem als solches zu erkennen.
Der ÖKV ist der Dachverband der Hundevereine – Das Logo ist kein Siegel, sondern kann von den Mitgliedern verwendet werden. Von den 500 angeschlossenen Vereinen beschäftigen sich ca. 430 mit der Ausbildung. [Brigitte Höss-Filipp"> ???? Auf der Homepage von Frau Marksteiner ist vermerkt: Mitglied / Member of Ö K V / Ö Z K / F C I, mit den entsprechenden Logos. Ich persönlich glaube, dass viele Kunden von Frau Marksteiner, ebenso wie ich der Annahme waren, dass die gezüchteten Hunde ÖKV Zuchthunde sind. Und das ÖKV Siegel steht für Qualität !!
Nehmen wir als Beispiel einfach die Volksbank. Jede Filiale ist eigenständig, baut eine Filiale Konkurs, kann man auch nicht alle anderen Filialen verurteilen-„Man hätte wissen müssen…“ Auch hier gibt es Kontrollen usw. [Brigitte Höss-Filipp"> In diesem Falle liegt es doch etwas anders, denn: einige Verantwortliche HATTEN nachweislich davon seit langer Zeit gewusst ….
Es war diese pauschalierende Ungerechtigkeit, die bei Ihren Zeilen durchgeschimmert ist. Dagegen werde ich mich und sicherlich auch alle anständigen ÖKV-Mitgliederwehren. Gerade in der Hundehaltung haben aufgrund der Überzeugungsarbeit (auch im Parlament) positive Vorschläge Eingang in Gesetze gefunden. [Brigitte Höss-Filipp"> Vorschläge sind gut – die Umsetzung wäre besser und mehr als dringend nötig! Es ist allerdings bereits seit geraumer Zeit das novellierte Tierschutzgesetz in Kraft, nachdem Hunde in Käfighaltung nicht mehr erlaubt sind. Warum leben dann noch immer bei Massenzüchtern Hunde und Katzen in kleinen Gitterkäfigen ? Nur eines von vielen Beispielen, dass es offenbar an der Umsetzung noch etwas hapert. Gesetze sind notwendig und wichtig, aber wenn es keine Kontrollen gibt leider wirkungslos -– wobei wir wieder am Beginn stehen.
Ich habe schlichtweg meine Erfahrungen in dieser Angelegenheit als am Rande Betroffene mitgeteilt, und um dringende Verbesserungen gebeten – zum Wohle der Tiere. Pauschalierende Ungerechtigkeit kann ich darin nicht erkennen - schwere Ungerechtigkeit durch verabsäumtes Handeln widerfuhr allerdings den armen Tieren und die können sich nicht wehren! Es war offensichtlich sehr naiv von mir auf positive Rückmeldungen oder gar auf die Zusage sich um Verbesserungen zu bemühen, zu hoffen und werde durch Ihre Androhung sich „wehren zu wollen“ in keinem Fall von meiner Gesinnung, gegen die Ausbeutung von Tieren in tierquälerischen Massenzüchtungen (die offensichtlich NICHT kontrolliert werden, soviel habe ich verstanden) anzugehen.
Manchmal scheitern wir auch wie bei der Zulassung des Hundeverkaufs in Tierhandlungen. [Brigitte Höss-Filipp"> Das Thema Hundeverkauf in Tierhandlungen ist ein ganz anderes, nicht minder schlimm aber hat zu dem gegenständlichem Drama für mich derzeit keinen Zusammenhang.
Ich wünsch Ihnen bei Ihrem Hobby erfolgreiche Arbeit und viel Freude. [Brigitte Höss-Filipp"> Danke für Ihre Wünsche ! Mein Hobby, wie sie es nennen, ist meine ehrliche Berufung, die ich mit sehr viel persönlichem Einsatz von mir, meiner Familie und vielen Freunden und Gleichgesinnten aus Liebe zu den Tieren absolut ehrenamtlich seit sehr vielen Jahre ausübe. Nicht ohne ein wenig Stolz zu sein darf ich sagen, dass unsere kleine aber sehr effiziente, rein privat geführte Tierschutzinitiative, schon sehr vielen armen Tieren das Leben verbessern konnte. Entgegen einiger sehr schlimmer Erfahrungen während meiner langjährigen Tierschutztätigkeit mit „schwarzen Schafen“ von Tierzüchtern und Vermehrern, die aus reiner Profitgier ohne jede Rücksicht auf die Tiere agieren, war, ist und bleibt es eine Wunschvorstellung von mir, dass eines Tages, Tierschutz und vereinsmäßig geführte Zuchtstätten keinen Gegensatz darstellen müssen.
Ich bin wahrlich kein unüberlegt handelnder oder gar militanter Tierschützer gegen den man sich wehren müsste wie Sie schreiben, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch weiterhin bei offensichtlichen Missständen mit meiner Meinung nicht hinter´m Berg halten und für den Schutz von Tieren eintreten würde, auch wenn das vielleicht für einige Herrschaften unbequem ist.
Ich bin so vermessen zu hoffen, dass diese Tragödie bei den Verantwortlichen in Zuchtverbänden und Vereinen, egal ob über- oder untergeordnet, einen kleinen Ruck zum Überdenken der Gesamtsituation, die auch bereits absolut ohne mein Zutun von sehr vielen tierlieben Züchtern kritisiert wurde, bringt.
Auch mein Wissensstand hat sich während der letzten Tage verändert und ich bin ganz fest davon überzeugt, dass dies auch im Sinne der verstorbenen Frau Helga Marksteiner wäre.
Mit freundlichen Grüßen [Brigitte Höss-Filipp"> Mit freundlichen Grüßen, Brigitte Höss-Filipp
Friedrich Tschöp
----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Christine L. [mailto:loidlchristine@gmx.at">
Gesendet: Mittwoch, 11. November 2009 00:32
An: schmetterlingswald@jagdfischereiloidl.at
Betreff: friedrich.tschoep@chello.at
Sehr geehrter Herr Tschöp!
Mein Name ist Christine Loidl, und ich fühle mich genötigt Ihnen ein Paar Zeilen zu Ihrem Schreiben an Frau Höss-Filipp zukommen zu lassen.
Für diese Tierschützerin muss ihr Schreiben ein Schlag ins Gesicht sein.
Wenn Sie sich in das Problem hineindenken, machen Sie sich bitte Gedanken, was man verbessern kann bei der Kontrolle. Und dass Kontrolle kontrolliert werden muss, ist anhand der Entwicklung der letzten Tage sicher unbestritten.
Es ist schön, dass der ÖKV die aufgetretene Katastrophe bedauert. Aber bedauern alleine ist zu wenig.
Und wie Sie anscheinend nicht wissen, hat sehr wohl jemand Zutritt zu den Zuchtstätten der Züchter. Der/die ZuchtwartIn oder eine von ihm/ihr mit dieser Aufgabe betrauten Person, bei der Wurfabnahme.
Vor drei Jahren wurde die Zuchtwartin von einer Hundekäuferin darauf aufmerksam gemacht, dass bei Frau Marksteiner unbedingt eine Kontrolle durchgeführt werden muss. Am Besten bei einer Wurfabnahme, sollte der Zustand der anderen Hunde unbedingt näher begutachtet werden, weil sie einen zum Skelett abgemagerten Papillon verkauft hat.
Für diese Telefonate, e-mails und Faxe gibt es jeweils mehr als einen Zeugen. Auch vom inneren Kreis des ÖZK. Schon damals wurde nicht alles in bester Ordnung vorgefunden. Dass eine dieser Dame damals geschockt war, hat Sie leider im laufe der Zeit bis heute vergessen. Und wenn sie damals der Sache hilflos gegenüberstand, weil es nicht in ihrem Aufgabenbereich gefallen ist, hat sich das geändert. Heute könnte Sie etwas bewegen.
Geschehen ist damals nichts. Und das darf nicht wieder geschehen.
Frau Marksteiner ist gestorben, das stimmt. Aber bei ihr hat es sicher auch nicht mit 83 Hunden angefangen, sondern das ist das Ende, das Ende eines langen Leidens für viele Hunde, das nicht sein hätte müssen. Wenn jemand seinen Job gemacht hätte.
Niemand von "außerhalb" der keinen Zutritt zu dem Haus gehabt hat konnte auch nur erahnen in welchen Zuständen die arme Frau gelebt hat.
Ich habe meinen Welpen vor 5Jahren von Frau Marksteiner in Wien übergeben bekommen, weil sie am Abholtag zufällig dort zu tun hatte.
Ich habe mich darauf verlassen, dass die Zuchtstätte eine vom ÖKV kontrollierte ist. Ich dachte der Hund kommt aus gutem Hause, wie es mir die Homepage des ÖKV weismacht.
So habe ich mich getäuscht. Nein, ich habe mich nicht getäuscht, ich wurde belogen.
Ich habe in den letzten Jahren keinen Welpenkäufer kennen gelernt, der bei dieser Züchterin den Hund bei ihr zu Hause abgeholt hat. Heute würde mir das nicht mehr passieren. Aber als Neuling, oder wenn man mit den anscheinend tolerierten Vorgängen in einigen Hundezuchten nichts zu tun hat, kann man sich nicht Vorstellen, dass es so etwas unter dem ÖKV geben kann.
Wie Blauäugig.
So ist das halt dann, wenn man den Bock zum Gärtner macht.
Wenn jeder immer nur hinter vorgehaltener Hand Missstände anspricht, Angst hat den falschen Leuten auf die Füße zu treten, sich um seinen Guten Ruf sorgt, sich nicht Unbeliebt machen möchte, wird sich nie etwas ändern.
Man kann keine falschen Füße treten. Nur auf zu wenige, und zu wenig oft und zu wenig heftig.
Heute müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen zu wenig unternommen zu haben Mit Recht, aber ich hätte damals nicht gewusst was wir noch hätten tun sollen.
Vom damaligen Vorstand kann keiner ohne zu lügen behaupten er hat nichts gewusst. Aber alle können ohne zu lügen behaupten sie haben nicht genügend getan.
Der Verein hat sich, durch das unter den Teppich kehren von Missständen mehr Schaden zugefügt, als er glaubt. Sich und dem "Guten Ruf" der vielen seriösen Kleinzüchter die der ÖZK auch beheimatet. Die einige wenige Hunde Besitzen, denen ein ausgefülltes, hundgerechtes Familienleben mit Spaziergängen bieten und halt ein mal im Jahr mit jeder Hündin einen Wurf haben, der liebevoll betreut und versorgt wird und nach Besuchen von den Welpenkäufern im Haus/oder Wohnung des Züchters abgeholt werden. Die einen gut geprägten, gesunden und lebensfrohen Welpen bekommen. Wie es sein soll.
Aus falscher Rücksichtnahme ist damals nichts geschehen.
Ich mache mir Vorwürfe, weil ich meine Bekannte damals beschwichtigt und gebremst habe, weil ich so naiv war und die Zusammenhänge in vollem Ausmaß nicht erkannt habe, und gehofft hatte, dass der ÖZK doch etwas unternimmt und etwas geschieht.
Es kann nicht sein, dass die Zukunft der österreichischen Hundezucht, sowie das Wohl der Zuchthunde in Händen von Personen liegen, die es normal finden, wenn jemand zwanzig und mehr Würfe pro Jahr hat. Hunde die wie Hasen in Käfigen leben, oder wie Hühner mit fast so wenig Bodenfläche auskommen müssen wie diese, das darf es nicht geben.
Nirgends, und schon gar nicht vor unser Aller Augen. Bis jetzt konnte man noch sagen: "Das habe ich nicht gewusst." Ab jetzt muss man sagen ich wusste es, aber ich habe nichts dagegen unternommen.
Wenn solche Zustände vom ÖZK und vom ÖKV toleriert werden, muss man sich ja schämen diesem Verein anzugehören.
Ich hoffe aus tiefstem Herzen dass das Leid der vielen Papillons nicht umsonst war, und dass man mit Sicherheit ausschließt, dass sie wieder in einer Massenzuchtstätte landen.
Ich glaube diese Angelegenheit diente dazu uns alle wachzurütteln, und nicht immer das Beste, sondern das Schlimmste anzunehmen. Es übertrifft zumindest meine Vorstellungskraft bei weitem. Lasst uns einen Weg finden, das Tierschutzgesetz auch in unserem Verband umzusetzen, und verlässlich zu kontrollieren, damit man bald mit Stolz sagen kann, dass man im ÖZK ÖKV Züchter ist.
Und wer noch nie so ein armes, zum Skelett abgemagertes Geschöpf in den Händen hielt und mit eigenen Augen gesehen hat kann es sich nicht vorstellen, auch nicht bei detaillierter Beschreibung, wie schlimm sich so ein Tier anfühlt. Unvorstellbar.
Frau Marksteiner war eigentlich eine nette, hilfsbereite Frau, die durch widrige Umstände und durch falsche Freunde etwas wurde, was sie selber sicher nie für möglich gehalten hätte zu sein.
Ich bete für sie, dass sie die Ruhen und den Frieden findet, den sie sich auf Erden nicht hatte.
Bitte helfen Sie mit, damit Fehlverhalten einzelner nicht solche Dimensionen annehmen können. Und wie man gerade sieht, kann sein, was nicht sein kann.
Im Vertrauen auf Bessere Zeiten für alle ÖKV Hunde
Mit freundlichen Grüßen
Loidl Christine
